|
|
|
|
|
|
|
|
| Rennstrecke - Geschichte |
|
Die Strecke verband ursprünglich
die Orte Le Mans, Mulsanne im Süden und Arnage im Südwesten. Beim ersten Rennen
1923 und in den 1920er Jahren führte die Strecke von der damaligen Boxenanlage
in der Rue de Laigné direkt in die Innenstadt von Le Mans und verließ nach einer
engen Rechtskurve in der Nähe der Brücke Pontlieu über eine lange Gerade wieder
die Stadt. Die Straße heißt heute Avenue Georges Durand, benannt nach Georges
Durand, einem der Gründer des Rennens. 1929 wurde die 17,262 km lange und damals
unbefestigte Strecke innerhalb der Innenstadt um 922 m verkürzt. Ab 1932 wurde
die Innenstadt sogar komplett gemieden. Die Strecke führte über den damals neuen
Streckenabschnitt durch den heute berühmten Dunlop-Bogen, über die
Kurven-Kombination Esses bis zur Tertre Rouge. Diese Streckenvariante war 13,492
km lang und wurde so unverändert bis zu der Katastrophe von Le Mans 1955
befahren. Für 300 Millionen alte französische Francs wurden 1956 die
Boxenanlagen modernisiert, aber Fahrbahn und Boxengasse wurden weitere zwei
Jahrzehnte nicht – wie mittlerweile üblich – getrennt. Die zentrale Ampelanlage
und der Turm für die Flaggenzeichen wurden an das Ende der Mulsanne-Kurve
verlegt. Mit den schneller werdenden Fahrzeugen in den 1960er Jahren gab es
besonders bei den Testfahrten im April viele Todesfälle und die Strecke kam
immer mehr in die Kritik. 1965 wurde die moderne, kleinere permanente
Rennstrecke Circuit Bugatti eröffnet. Beide Strecken teilen sich die Boxengasse,
die Boxengassenanlage und die erste Kurve mit dem berühmten Dunlop-Bogen. Ab
1968 wurde eine zusätzliche Schikane (Ford-Schikane) befahren, hierdurch werden
die Fahrzeuge kurz vor der Boxengasse eingebremst. 1969 erhielt die Strecke
Leitplanken. 1972 wurde durch den Bau der Porsche-Kurven der schnelle und
gefährliche Abschnitt Maison Blanche umgangen. Den Porsche-Kurven folgen die
Corvette-Kurven, eine schnelle links-rechts Kombination, die zur Ford Schikane
hinführt. Die Strecke ist berühmt für ihre 6 km lange Gerade, die auf der
öffentlichen Straße Ligne Droite des Hunaudières verläuft, einem Teil der Route
départementale D338 (1973–2006 Route nationale N138 / 1824–1973 N158). Diese
Gerade führt direkt in die Ortschaft Mulsanne und wird deswegen oft im
englischen Sprachgebrauch Mulsanne Straight genannt, obwohl die Route du
Mulsanne eigentlich nach Arnage führt. In den späten 1980er Jahren wurden hier
Höchstgeschwindigkeiten von über 400 km/h erreicht, was aber in Kombination mit
dem steigenden Anpressdruck zu vermehrten Reifenschäden führte. Die offizielle
Rekordmarke hält der Franzose Roger Dorchy, der 1988 mit einem WM P87 mit
2,8-Liter-Peugeot-Turbomotor und Michelin-Spezialreifen eine
Höchstgeschwindigkeit von 405 km/h erreichte. 1990 wurden aus Sicherheitsgründen
auf dieser Geraden zwei Schikanen eingebaut, um die erreichbare
Höchstgeschwindigkeit zu reduzieren. Im selben Jahr gab die FIA bekannt, dass
Rennstrecken mit Geraden länger als 2 km keine Streckenlizenz mehr erhalten.
Infolge des 2013 tödlich verunglückten Allan Simonsen am Ausgang von Tertre
Rouge auf die Mulsanne Straight wurde die Kurve neu gestaltet. Die Kurve wurde
um 1,5 m weiter nach innen gezogen und der Kurvenradius wurde auf 200 m Länge
geändert. Die Leitplanke wurde auf 150 m Länge ebenfalls um 1,5 m nach innen
gezogen und zusätzlich mit einer doppelten Reihe Reifenstapel ausgestattet. Die
Durchschnittsgeschwindigkeit in der Qualifikation fiel 1993 von 249 auf 243 km/h
und stieg dann bis 2008 wieder bis 247 km/h und übertraf 2017 mit 251,882 km/h
erstmals die auf dem Layout ohne Schikanen mit dem Porsche 962C erreichten
251,815 km/h. |
|
Fotos, Texte, Grafiken: JHreisen - Wikipedia / Daten und Links ohne Gewähr (07.2026) |