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ALLGEMEINES |
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Egypt Air ist die staatliche Fluggesellschaft
Ägyptens mit Sitz in Kairo und Basis auf dem Flughafen
Kairo-International. Sie ist Mitglied der Luftfahrtallianz Star Alliance
sowie der Arab Air Carriers Organization und unterhält die
Tochterfluggesellschaften Egypt Air Cargo und Smart Aviation. Egypt Air
Express wurden 2019 und Air Sinai 2021 mit EgyptAir verschmolzen. |
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Gründung |
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Der Ursprung des Flugwesens in Ägypten lag bei
dem nationalen Pionier Mohamed Sidki, der am 14. Dezember 1929 mit
seinem Flugzeug „Fayza“, einer Klemm 25, von Berlin nach Kairo flog und
dort am 25. Januar 1930 eintraf. 1931 reiste Alan Muntz, der
Geschäftsführer der britischen Airwork Services, nach Ägypten um eine
Fluggesellschaft zu eröffnen. Von der Idee überzeugt, unterzeichneten
der König Fu'ād I. und Premierminister Ismail Sidki Pasha am 31.
Dezember 1931 einen Erlass zur Gründung eines Luftfahrtunternehmens. So
wurde Egypt Air als Misr Airwork am 7. Juni 1932 als Privatunternehmen
gegründet. Der Name setzt sich aus den Namen der Hauptinvestoren
zusammen: die ägyptische Misr Bank (Misr ist die arabische Bezeichnung
für Ägypten) finanzierte rund 85 % und das britische Unternehmen Airwork
rund 10 % des Anfangskapital in Höhe von 20.000 Ägyptischen Pfund.
Weitere 5 % steuerte Talʿat Harb, der Gründer der Misr Bank, bei. Das neue
Unternehmen eröffnete als ersten Schritt eine Flugschule auf dem
Flughafen Kairo-Almaza in Heliopolis, einem heutigen Stadtteil von
Kairo. Als Flugzeuge wurden eine kleine Anzahl importierter De Havilland
DH.60 Moths genutzt. Nach der Übernahme einer geleasten Spartan Cruiser
der britischen Muttergesellschaft wurden im Juli 1933 die ersten
täglichen Linienflüge von Kairo über Alexandria nach Marsa Matruh
eingerichtet. Aufgrund der großen Nachfrage wurde bereits im ersten
Monat die Strecke Kairo-Alexandria zwei Mal täglich bedient. Um die
Nachfrage der Touristikbranche zu bedienen, flog man dann ab Dezember
1933 zweimal wöchentlich entlang des Nils in Richtung Süden die Strecke
Kairo-Asyut-Luxor-Assuan. Dazu wurde die Spartan Cruiser durch zwei De
Havilland DH.84 Dragon ersetzt. Mit den Städten Lod und Haifa in
Palästina kamen die ersten internationalen Ziele 1934 ins Streckennetz
und zwei Jahre später, im Jahr 1936, das zypriotische Nikosia und das
irakische Bagdad. Die steigende Anzahl an Flügen veranlasste Misr
Airwork ab 1935 weitere Flugzeuge einzuflotten. So bestand die Flotte zu
dieser Zeit aus zwei De Havilland Dragon, fünf De Havilland DH.89 Dragon
Rapide und zwei De Havilland DH.82 Tiger Moth. |
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Misr airlines |
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Mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges übernahm der Staat Ägypten im September
1939 die Kontrolle über die Fluggesellschaft und benannte sie in Misr Airlines
um. Zu dieser Zeit verfügte die Fluggesellschaft über eine reine de
Havilland-Flotte. Das Streckennetz blieb gleich, jedoch wurden die Frequenzen
erhöht und das neue Ziel Beirut ins Programm aufgenommen. Darüber hinaus wurden
drei Avro Anson in die Flotte integriert. Nach dem Krieg kam es Ende 1945 zu
drei schweren Unfällen, was die Mitarbeiter am 6. Februar 1946 veranlasste, bis
zum Mai 1946 in den Streik zu gehen mit der Forderung nach sichereren
Flugzeugen. So wurden zehn Beechcraft Model 18 für die Flugschule erworben und
sukzessive im regulären Flugbetrieb eingesetzt. Außerdem gelangten weitere vier
Avro Anson, vier De Havilland DH.89 Dragon Rapide und zwei North American T-6 in
den Besitz der Flotte. Hierbei kam der Misr Airlines zugute, dass die alliierten
Streitkräfte zu dieser Zeit ihre nicht mehr genutzten Flugzeuge in Ägypten
lagerten und verkauften. |
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misr air |
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Mit Veräußerung der Anteile durch die britische
Muttergesellschaft Airwork 1949 an den ägyptischen Staat nannte man sich
dann in MisrAir um. Um gegen die wachsende Konkurrenz anzukämpfen,
kaufte Misrair 1949 fünf Vickers Viking von Aer Lingus, welche diesen
Flugzeugtyp seit 1947 nur kurz eingesetzt hatte. Weitere drei Exemplare
dieses Flugzeugtyps wurden von der dänischen Det Danske Luftfartselskab
(DDL) übernommen. Trotz des Verkaufs der Anteile durch Airwork arbeitete
man weiterhin eng mit dem britischen Unternehmen zusammen. So
unterstützte man sich in der Wartung, und Airwork half beim Kauf der
Vickers Viking. Zwischen 1949 und 1952 verdoppelte sich das Streckennetz
mit neuen Zielen in Äthiopien, Griechenland, Iran, Jemen, Kuwait,
Schweiz, Syrien und der Türkei. Auch die Zahl der Mitarbeiter stieg auf
über 1.000 Mitarbeiter. Ebenso wuchs die Flotte mit, zu der Zeit,
modernen Flugzeugen, so wurden im März 1951 drei Turbopropflugzeuge
Vickers Viscount 700 bestellt und im Oktober 1951 drei Sud-Est SE.161
Languedoc von Air France gekauft. Der Flugzeugtyp Sud-Est SE.161
verfügte über eine größere Reichweite bei höherer Sitzkapazität als die
Vickers Viking und war der erste viermotorige Flugzeugtyp in der Flotte.
Sie wurden vor allem auf längeren internationalen Routen wie nach Genf,
Khartum und Teheran eingesetzt und ersetzten dabei die Viking. Am 1.
Dezember 1952 übernahm MisrAir den inländischen Konkurrenten SAIDE
(Services Aériens Internationaux d’Egypte) und beendete somit den
Flugbetrieb dieser Fluggesellschaft. Nur die erfolgreiche Strecke
Kairo-Tunis übernahm man ins eigene Streckennetz. Die Auslieferung der
drei bestellten Vickers Viscount 700 erfolgte zwischen Dezember 1955 und
Februar 1956 und die Indienststellung fand im März 1956 statt. Dieser
Flugzeugtyp ermöglichte die langersehnte Aufnahme von Flügen nach
London. Auch im regionalen und inländischen Streckennetz erneuerte man
1958 die Flotte mit dem Kauf von fünf Douglas DC-3. Im Rahmen der
Sueskrise verlor man im Oktober 1956 mehrere Flugzeuge, darunter eine
der drei neuen Vickers Viscount 700. Außerdem stellte Misrair fest, dass
im Vergleich zur Konkurrenz die Viscount 700 zu langsam war, und so
suchte man nach schnellerem Ersatz. Die Sowjetunion unterbreitete ein
Angebot mit der Tupolew Tu-104, doch es wurden 1960 als erste
nahöstliche Fluggesellschaft drei Düsenverkehrsflugzeuge De Havilland
Comet 4C bestellt. Nun wurden dadurch neue Flugziele möglich wie das
damalige Bombay (1961) und Tokio (1962). |
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uited arab airlines |
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Der Zusammenschluss Ägyptens und Syriens zur
Vereinigten Arabischen Republik am 1. Februar 1958 wirkte sich auch auf
Misrair aus. So nahm man den neuen Namen United Arab Airlines an, die
als Luftfahrtallianz arabischer Staaten geplant war und schloss sich mit
der syrischen Fluggesellschaft Syrian Airways zusammen. Die Gespräche
zur Zusammenlegung gestalteten sich schwierig, da auch private
Investoren an der Syrian Airways beteiligt waren. So wurden die beiden
Unternehmen erst Anfang 1961 zusammengelegt. Durch den Zusammenschluss
wurde die Flotte durch die Flugzeugtypen Douglas DC-3 und Douglas DC-4
ergänzt. Zusätzlich wurden drei Douglas DC-6 von SAS Scandinavian
Airlines übernommen. Jedoch stieg Syrien bereits im September gleichen
Jahres wieder aus der Allianz aus und gründete die Syrian Arab Airlines,
was bei der UAA 1962 zu einer finanziellen Krise mit hohen Verlusten
führte. Das äußerte sich in fehlenden Finanzierungen für die bereits
1961 bestellten Boeing 707 und in der Bereitstellung von Ersatzteilen.
In diesen Zeitraum fallen auch vier Flugunfälle in 14 Monaten zwischen
1962 und 1963. In Ermangelung von Langstreckenflugzeugen musste
daraufhin das Flugziel Tokio über Bombay gestrichen werden und die übrig
gebliebenen sechs De Havilland Comet 4C wurden nur noch nach Europa
eingesetzt. Auch die Zusammenarbeit zwischen der damaligen Sowjetunion
und dem Staat Ägypten führte zu weiteren Problemen für die UAA: Neben
der Einstellung der Flüge nach Syrien entzogen Irak und Saudi-Arabien
die Verkehrsrechte, und Flüge nach Jerusalem (damals unter jordanischer
Kontrolle) wurden begrenzt. Um das regionale Geschäft zu stärken,
gründete die UAA am 1. August 1965 eine Tochtergesellschaft, welche
wieder den altbekannten Namen Misrair führte. Diese wurde aber wegen
mangelnder Umsätze bereits am 1. Juni 1968 wieder aufgelöst und der
Flugbetrieb von der Muttergesellschaft übernommen. Erst der
Sechstagekrieg 1967 brachte für die Fluggesellschaft einen großen
Wandel. So animierten die arabischen Staaten ihre Bürger, nach Ägypten
zu reisen, und 1968 wurde die Finanzierung für die Bestellung der Boeing
707 aufgestellt. Dadurch konnte man im Juni 1968 auch wieder die
Tokio-Strecke ins Streckennetz aufnehmen. |
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GESCHICHTE |
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Erneut kam Ende der 1960er-Jahre der Plan auf,
arabische Fluggesellschaften unter der Allianz der United Arab Airlines
zu vereinen. So sollten, neben dem ägyptischen Anteil, die libysche
Libyan Arab Airlines und die sudanesische Sudan Airways integriert
werden. Diese besaßen ein ähnliches Streckennetz und nutzten alle den
Flugzeugtyp Boeing 707. Neben den politischen Gründen versprach man sich
eine Reduktion der Kosten und eine einfachere Beantragung von
Verkehrsrechten. Die Pläne waren bereits weit vorangeschritten, wurden
dann aber mit Ernennung Anwar as-Sadats als ägyptischer Präsident 1970
nicht mehr weiterverfolgt. Daraufhin erhielt die Fluggesellschaft am 1.
Oktober 1971 ihren heutigen Namen Egypt Air. Das offizielle Signet ist
seither eine stilisierte Darstellung des Falkengottes Horus aus der
ägyptischen Mythologie. Anfang der 1970er-Jahre wurden die De Havilland
Comet allmählich auf Kurz- und Mittelstrecken umgesetzt und auf den
Langstrecken durch insgesamt acht sowjetische Iljuschin Il-62 ersetzt.
Zwischen Oktober 1972 und März 1975 setzte man insgesamt acht Tupolew
Tu-154 ein. In Folge eines Absturzes dieses Flugzeugtyps bei einem
Ausbildungsflug am 10. Juli 1974 erteilte Ägypten der Tu-154 ein
Flugverbot und nach Einigung mit der Sowjetunion im März 1975 wurde
dieser Flugzeugtyp wieder verkauft. Auch in den 1970er-Jahren stellte
die politische Situation Ägyptens im Nahostkonflikt und insbesondere die
Anerkennung Israel 1979 als Staat im Rahmen des Israelisch-ägyptischen
Friedensvertrages erneut vor wirtschaftliche Probleme, da durch den
Boykott der anderen arabischen Staaten nur ein kleines Passagierwachstum
möglich war. Trotzdem entschloss man sich, die Flotte mit einer
Bestellung im Mai 1975 bei Boeing, über acht Boeing 737-200, zu
erneuern. Zu dem Zeitpunkt bestand die Flotte aus neun Boeing 707, vier
De Havilland Comet 4C und zwei geliehenen Sud Aviation Caravelle. Zur
Finanzierung der Bestellung einigte man sich mit Boeing, drei Boeing 707
an den Hersteller zu verkaufen. Auch wurden die De Havilland Comet
4C-Flugzeuge veräußert. Durch Untersuchungen der ägyptischen Regierungen
1976 stellte sich heraus, dass von Seiten Boeing Bestechungsgelder
geflossen waren. Ab April 1977 wurden dann die ersten beiden
Großraumflugzeuge Airbus A300 in Dienst gestellt. Im November 1980
veränderten sich die Besitzverhältnisse, und somit gehören der National
Bank of Egypt neben der Misr Insurance Company 50 % der Anteile an der
Fluggesellschaft. Die Machtübernahme Husni Mubaraks als Staatspräsident
am 14. Oktober 1981 sorgte erneut für Veränderungen im Unternehmen.
Muhammed Rayan übernahm die Führung und modernisierte Egypt Air
grundlegend. So wurden 1981 acht Airbus A300-200 bestellt, neue Ziele
wurden nur bei hoher Wirtschaftlichkeit eingeführt und das regionale
Streckennetz wurde optimiert. Des Weiteren eröffnete Egypt Air ihr
eigenes Terminal auf dem Flughafen Kairo-International, ein
Computerreservierungssystem wurde eingeführt und das Trainingsprogramm
für die Mitarbeiter wurde erneuert. Außerdem wurde die Geschäftszentrale
in einem neuen Gebäude am Flughafen zusammengefasst und eine 30
Millionen Dollar teure Wartungshalle gebaut. Mit Air Sinai betreibt
Egypt Air seit 1982 eine Tochtergesellschaft, die zunächst Kairo (und
später weitere Ziele innerhalb Ägyptens) mit Israel verband. Egypt Air
erachtete für die Flüge nach Israel die Gründung einer
Tochtergesellschaft als nötig, um den politischen Problemen in den
arabischen Staaten aus dem Weg zu gehen. In den späteren Jahren kamen
auch einige Touristenziele hinzu. In den 1980er-Jahren und Anfang der
1990er-Jahre wurde eine Vielzahl moderner Flugzeuge bestellt und in
Dienst gestellt. So ergänzten und ersetzten Flugzeuge der Typen Airbus
A300-200 (Anfang der 1980er Jahre), Boeing 747-200 (Mai 1983), Boeing
767-200ER (Juli 1984), Boeing 747-300 (1988), Boeing 767-300ER (August
1989), Airbus A300-600R (Mai 1990), Airbus A320 (Juni 1991) und Boeing
737-500 (1991) die Flotte. Egypt Air musterte 2004 als eine der letzten
Fluggesellschaften die Boeing 707 aus ihrer Flotte aus. Um das Problem
zu lösen, dass Flugzeuge von internationalen Flügen abends noch
nationale Flüge durchführen mussten und somit oft verspätet waren, wurde
die Regionalfluggesellschaft Egypt Air Express im Jahr 2007 gegründet.
Die Fluggesellschaft betreibt eine reine Embraer-170-Flotte, die Anfang
des Jahres 2007 bestellt wurde. Seit 11. Juli 2008 ist Egypt Air
Vollmitglied der Star Alliance. Durch die Auswirkungen der Revolution in
Ägypten 2011 erlitt Egypt Air zeitweise Umsatzeinbrüche von etwa 80 %
und muss infolgedessen eine geplante Expansion mit neuen Zielen und
Flugzeugen zunächst zurückfahren. Im Februar 2011 wurde zudem bekannt,
dass Egypt Air infolge der aufgrund der Revolution zurückgegangenen
Fluggastzahlen bis zu einem Drittel ihrer Flotte auf dem Leasingmarkt
anderen Fluggesellschaften anbieten will, darunter auch die neuen Boeing
777-300ER. Im Oktober 2020 erhielt Egypt Air den Zuschlag, maßgeblich an
der Gründung und dem Betrieb eines neuen Flag-Carriers in Ghana
beteiligt zu sein. |
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