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Allgemeines |
Delta Air Lines, im Markenauftritt kurz Delta, ist eine US-amerikanische Fluggesellschaft mit Sitz in Atlanta und Mitglied der Luftfahrtallianz SkyTeam. Sie zählt zu den Major carriers der USA und ist gemessen an der Anzahl der Flugzeuge die weltweit zweitgrößte Fluggesellschaft. Im Jahr 2010 war Delta mit einem Passagieraufkommen von 111,2 Mio. Fluggästen die weltweit größte Fluggesellschaft, rangiert aber in Bezug auf die Passagierkilometer seit der Fusion von United Airlines mit Continental Airlines dahinter auf Platz zwei der Weltrangliste. Seit dem Jahr 2014, nach der Fusion von American Airlines mit US Airways, steht Delta Air Lines nun weiterhin nur noch auf Rang zwei. Neben American Airlines und United Airlines zählt Delta zu den nur noch drei verbliebenen traditionsreichen Linienfluggesellschaften mit umfangreichem Streckennetz in den USA, den sogenannten Legacy carriers. |
Geschichte |
Die Ursprünge der Fluggesellschaft gehen auf das
Jahr 1924 zurück, als der Flugzeughersteller Huff-Daland Aero Company
ein Tochterunternehmen namens Huff Daland Dusters in Macon im
US-Bundesstaat Georgia gründete, das Agrarflugzeuge zur
Schädlingsbekämpfung einsetzte. Das Unternehmen Huff Daland Dusters
verlegte 1925 den Sitz nach Monroe in Louisiana und eröffnete 1927 eine
Niederlassung in Peru, mit deren Leitung der Entomologe Collett E.
Woolman und der Pilot Harold Harris beauftragt wurden. Aus der
peruanischen Niederlassung ging am 4. September 1928 die von Harold
Harris geleitete Fluggesellschaft Peruvian Airways hervor, aus der
später die Pan American-Grace Airways entstand. Gleichzeitig reiste
Collett E. Woolman in die USA zurück und erwarb im November 1928 mit
Hilfe von drei Privatinvestoren das zum Verkauf stehende
Stammunternehmen Huff Daland Dusters in Monroe, das nach der Übernahme
am 3. Dezember 1928 den Namen Delta Air Service erhielt – eine Reverenz
an das Mississippi-Delta. Collett E. Woolman übernahm die Leitung der
neuen Gesellschaft, die zunächst nur im Agrarbereich aktiv blieb und am
17. Juni 1929 ihren Passagierflugbetrieb mit drei Travel Air S-6000B auf
der Route von Dallas (Texas) über Shreveport und Monroe (beide
Louisiana) nach Jackson (Mississippi) aufnahm. Der heutige Firmensitz in
Atlanta, der Hauptstadt von Georgia, wurde 1941 bezogen und der
Gesellschaftsname 1945 in Delta Air Lines geändert. Im Jahr 1953 wurde
die Fluggesellschaft Chicago and Southern Air Lines übernommen und das
gemeinsame Streckennetz für zwei Jahre als Delta C&S vermarktet. 1959
wurde mit der Douglas DC-8 das erste Flugzeug mit Strahltriebwerk in die
Flotte aufgenommen. Am 1. August 1972 übernahm Delta die Northeast
Airlines, um ihre Position im Nordosten der USA zu stärken. Durch die
Übernahme erhielt Delta ihre ersten Maschinen des Typs Boeing 727-200.
Im Jahr 1987 konnte Delta die Western Airlines mit deren
Luftfahrt-Drehkreuzen in Salt Lake City und Los Angeles übernehmen und
so zur viertgrößten Fluggesellschaft der USA sowie fünftgrößten der Welt
aufsteigen. Kurz vor der Insolvenz von Pan American World Airways 1991
wurde deren transatlantisches Streckennetz inklusive eines Teils der
Flotte sowie das Pan-Am-Terminal am John F. Kennedy International
Airport für 1,3 Milliarden US-Dollar übernommen. Zusammen mit American Airlines, United Airlines,
US Airways, Continental Airlines und Boeing reichte Delta Air Lines
aufgrund der Anschläge vom 11. September 2001 eine Klageschrift gegen
FBI und CIA ein. Ziel war die Klärung der Frage, ob die
Luftfahrt-Branche eine Mitschuld an den Terroranschlägen trägt und/oder
ob ihre Reaktionen richtig und angemessen waren.[10] Das Unternehmen baute von 2001 bis 2004 mehr als
20.000 Stellen ab und im Frühjahr 2004 stellte das Management nochmals
7.000 Arbeitsplätze zur Disposition. Ab Herbst 2004 versuchte Delta eine
drohende Insolvenz durch einen harten Sanierungsplan abzuwenden, der bis
zum Jahr 2006 Einsparungen in Höhe von sechs Milliarden US-Dollar
vorsah. Angesichts der hohen Treibstoffpreise und bezogen auf den
jährlichen Umsatz von rund fünfzehn Milliarden US-Dollar wurde der Plan
in Presseberichten von Beginn an als reine Makulatur bezeichnet. Im
Sommer 2005 musste Delta angesichts weiter steigender Treibstoffpreise
und anderer Kosten die Tochtergesellschaft Atlantic Southeast Airlines
für 425 Millionen US-Dollar an die regionale Fluggesellschaft SkyWest
Airlines verkaufen, um mit den Einnahmen Schulden in Höhe von 100
Millionen US-Dollar abzuzahlen. Im zweiten Quartal 2005 konnte Delta die
Verluste auf 388 Millionen US-Dollar reduzieren – nach fast zwei
Milliarden US-Dollar im Vorjahr. Am 14. September 2005 beantragte Delta
Insolvenz nach Chapter 11, was nach US-Recht bei laufendem Betrieb
möglich ist. Insgesamt hatte das Unternehmen nach eigenen Angaben einen
Schuldenberg von 20 Milliarden Dollar angehäuft. Eine während des Jahreswechsels 2006/2007
angestrebte feindliche Übernahme durch das Konkurrenzunternehmen US
Airways konnte die Gesellschaft abwehren. Am 27. April 2007 gab Delta
Air Lines bekannt, den Gläubigerschutz zum 30. April zu verlassen. Ab 3.
Mai 2007 wurden an der New Yorker Börse neue Aktien ausgegeben und zu
einem Großteil an die Gläubiger verteilt. Die alten Aktien der
Gesellschaft wurden zu diesem Zeitpunkt wertlos. Am 14. April 2008 gaben Delta Air Lines und
Northwest Airlines bekannt, sich zur derzeit größten Fluggesellschaft
der Welt zusammenschließen zu wollen. Die gemeinsame Gesellschaft wird
unter dem Namen Delta vom bisherigen Delta-Chef Richard Anderson
geleitet. Die US-Kartellbehörde stimmte am 29. Oktober 2008 der Fusion
zu, so dass mit Wirkung von diesem Tag die Fusion abgeschlossen wurde. Anfang 2012 gab es einen Slot-Tausch von Delta
Air Lines mit US Airways. Dabei gab Delta Air Lines Slots am Flughafen
Washington National an US Airways ab und bekam dafür von US Airways
Slots in New York LaGuardia. Im Jahr 2012 wurde ebenfalls bekannt, dass
Delta den Bestand ihrer Regionalflugzeuge mit weniger als 50 Sitzen
stark verringern will. Aus diesem Grund wird auch der Flugbetrieb der
Regionaltochter Comair eingestellt. Die restlichen Flugzeuge der Comair
werden in die Hauptgesellschaft Delta Air Lines eingegliedert. Des
Weiteren sollen als Ersatz für die 50-Sitzer 88 Boeing 717 von Southwest
Airlines geleast werden, welche ebenfalls bei der Muttergesellschaft
geflogen werden. Am 28. April 2016 gab Delta Air Lines eine feste
Bestellung von 75 Airbus A220-100 bekannt, sie sicherte sich außerdem
noch Optionen auf 50 weitere Flugzeuge des gleichen Typs. Delta wird
somit der größte Betreiber der A220. Sie sollen die 80 in die Jahre
gekommenen Boeing 717 ersetzen. Im Dezember 2016 wurden hingegen alle
2005 durch Northwest Airlines bestellten Boeing 787 abbestellt. Im
zweiten Quartal 2020 schrieb Delta aufgrund der weltweiten
Corona-Pandemie einen Verlust von 5,7 Milliarden Dollar. Nachdem Delta im Vorjahr aufgrund der
Einschränkungen für die Branche durch die COVID-19-Pandemie Verluste
erlitten hatte, meldete Delta im zweiten Quartal seinen ersten
Quartalsgewinn von 652 Millionen US-Dollar und brach damit seine
Verlustserie von fünf Quartalen. Trotz des Gewinnanstiegs liegt das
Unternehmen immer noch 55% unter den 1,4 Mrd. $, die im zweiten Quartal
2019 angesammelt wurden, da die Flugpläne nicht gefüllt sind. Der
Flughafenverkehr stieg stärker als ursprünglich von Delta prognostiziert
und erzielte täglich 20 % mehr Netto-Cash-Verkäufe als erwartet. Das
Unternehmen gab bekannt, dass es in Erwartung eines wachsenden Marktes
29 gebrauchte Boeing 737 erwerben und sieben gebrauchte Airbus SE A350
leasen wird, die voraussichtlich im nächsten Jahr ausgeliefert werden. Im Mai 2023 wurde eine Sammelklage gegen Delta
Air Lines eingereicht, weil sie die Öffentlichkeit in Bezug auf ihre
Behauptungen zur Klimaneutralität irregeführt hat. Die Klage wurde
weitgehend mit der Begründung abgewiesen, dass der Kläger nicht die
Absicht hatte, Kunde von Delta zu sein, und von der Fluggesellschaft
nicht geschädigt wurde. Im 19. Juli 2024 war Delta die am stärksten vom
CrowdStrike-Vorfall 2024 betroffene der großen US-Fluggesellschaften,
wobei allein an diesem Tag über 1.200 Flüge gestrichen wurden. Tausende
von gestrandeten Reisenden waren gezwungen, die Nacht auf dem Boden in
den Terminals von Hartsfield-Jackson zu verbringen. |
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