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Die Petrikirche steht am höchsten Punkt
eines Geestrückens, an dem sich die erste Hamburger Siedlung bei der
Hammaburg befand. Die Ursprünge der Kirche als Holzkapelle werden
für spätestens Anfang des 11. Jahrhunderts angenommen, die erste
urkundliche Erwähnung fand sie 1195 als ecclesia forensis
(Marktkirche). Sie ist nach dem 1805 abgerissenen Mariendom die
zweitälteste Kirche in Hamburg-Altstadt. 1220 nannte Papst Honorius
III. bei einer Bestätigung der Besitzübertragung auf das Domkapitel
für diese Kirche das Patrozinium des Apostels Simon Petrus;
unbekannt ist jedoch, wann der Holzbau durch einen ersten Steinbau
ersetzt wurde. Der zunehmende Wohlstand der Hamburger Bürger
ermöglichte ab 1310 den Ausbau zu einer dreischiffigen,
backsteingotischen Hallenkirche aus vier Jochen mit gestaffeltem
Dreiapsidenschluss. 1327 erfolgte die Weihe „yn de ere sunte Peter
und Pawels der hillygen Apostel“. Die Grundsteinlegung für den
Turmbau fand im Jahr 1342 statt, zunächst nur ein vorgesetzter
Westturm ohne Spitze. Die Spitze wurde zwischen 1377 und 1383 durch
den Baumeister Hermen van Kampen errichtet und mit einer Bleideckung
vollendet. Bereits ab dieser Zeit erfuhr der Bau einige
charakteristische Veränderungen: 1376 wurde an der Nordseite des
Turms die Martinskapelle in Verlängerung des Seitenschiffes
errichtet. In den Folgejahren erhielt auch die Südseite mit der
Ansgarkapelle ihr Gegenstück, so dass der Turm eine von
Stützpfeilern unterteilte Westfassade mit drei Portalen erhielt.
1418 erfolgte die Erweiterung um ein zweites Südseitenschiff in der
Länge des Mittelschiffes. Anfang des 16. Jahrhunderts kamen zwei
weitere Kapellenanbauten hinzu. Von 1513 bis 1516 wurde unter der
Leitung des hannoverschen Baumeisters Heinrich Berndes (Barteldes)
die alte Turmspitze durch einen neuen kupfergedeckten Turmhelm
ersetzt. Er sollte „sich hogher in de lucht strecken alße de olde“
und überragte den in unmittelbarer Nachbarschaft stehenden
Mariendom. Mit 445 Hamburger Fuß (127,5 Metern) war der Turm nun der
höchste der Stadt, bis 1518 der ebenfalls von Berndes für St.
Nikolai geplante mit 135 Metern Höhe fertiggestellt war. Der
Kirchenbau fiel am 7. Mai 1842 fast vollständig dem Hamburger Brand
zum Opfer. Erhalten blieben die nördliche Außenmauer, die Nebenapsis
bis etwa sieben Meter Höhe und die beiden unteren Turmgeschosse. Die
meisten Kunstwerke, wie zum Beispiel der Löwenkopf-Türgriff, konnten
gerettet werden. Sieben Jahre später fand an gleicher Stelle die
Einweihung des neugotischen Neubaus statt, errichtet nach den Plänen
der Architekten Alexis de Chateauneuf und Hermann Peter Fersenfeldt
unter Mitwirkung des Malers Martin Gensler, die kupfergedeckte
Turmspitze nach den Plänen von Johann Hermann Maack.[10] Der Neubau
entsprach der mittelalterlichen Hallenkirche und beseitigte nur
deren wenig praktische Einteilung und historisch gewachsene
Unordnung durch eine neue Gestaltung des Innenraums. Die Südschiffe
wurden durch einen Mittelpfeiler zentralisiert und zusammengezogen,
die Hauptpfeiler zwar in der alten Form rekonstruiert, jedoch mit
deutlich verringertem Querschnitt, so dass die ganze Kirche sich nun
auf die Kanzel hin orientiert. Am 132 Meter hohen Kirchturm, der am
7. Mai 1878 fertiggestellt war, wurden neben dem gebräuchlichen
Backstein teilweise glasierte Binder verwendet, die im regelmäßigen
Verband der großen Fläche eine besondere Wirkung verleihen. Mit der
Umstrukturierung der Hamburger Altstadt, dem Abriss der Gängeviertel
und der Errichtung des Kontorhausviertels verlor die Gemeinde viele
Mitglieder. Die Operation Gomorrha überstand die Kirche nahezu
unversehrt.
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