Allgemeines

Billwerder ist Teil der Marschlande. Der Stadtteil befindet sich im feuchten Marschgebiet und ist dünn besiedelt. Billwerder bildet den Übergang der ländlichen Vier- und Marschlande zu den Industrie- und Gewerbegebieten der östlichen Ausläufer des Hamburger Hafens. Insofern prägen das Bild des Stadtteils größtenteils Gartenbau und Landwirtschaft, andererseits jedoch auch Gewerbebereiche sowie die Bundesautobahn 1. Der Billwerder ist eigentlich eine Bezeichnung für die Elbinsel zwischen Dove Elbe und Bille, auf der auch die Stadtteile Allermöhe, Billbrook, Billwerder und Moorfleet liegen.


Geschichte

Der Name Billwerder rührt von Bilnawerthere bzw. Billna und Billenkercken her, was „Insel in der Bille“ bedeutet. Bis 1949 hieß der Ort Billwärder an der Elbe. Etwa um 1150 begann die Besiedelung der Elbinsel. Die damals sächsischen Siedler errichteten Deiche auf dem Bill- und dem Ochsenwerder nach holländischem Vorbild. Sie entwässerten die Gegend und betrieben Landwirtschaft. 1320 verwüsteten schwere Sturmfluten die Dörfer Billwerder, Allermöhe und Moorfleet. 1331 verkauften die Dörfer ihre Kirchenglocken zur Finanzierung eines neuen Deichs. 1385 erwarben zunächst zwei Hamburger Ratsherren Nutzungsrechte an Billwerder. 1395 kaufte die Stadt Hamburg Billwerder und andere Dörfer auf dem Gebiet der heutigen Marschlande für 2500 Mark dem Grafen Otto I. von Schauenburg ab, um im eigenen Interesse die Elbschifffahrt und den Handel zu sichern. Hamburg richtete die Landherrenschaft Bill- und Ochsenwerder ein, die die Verwaltung Billwerders übernahm. Dies bedeutete, dass ein Hamburger Landherr die Rechte der Stadt wahrnahm; hierbei unterstützten ihn Land- und Bauernvogte mit hoheitlichen Befugnissen. Die Stadt baute und finanzierte neue Deiche, so dass Billwerder im 15. Jahrhundert weitgehend gesichert war. Wie auch in Moorfleet bauten die meisten Bauern Hopfen und Getreide an, wobei sie den Hopfen an die Hamburger Brauereien zur Herstellung des Bieres verkauften. 1627, während des Dreißigjährigen Krieges, erlitt Billwerder Plünderungen der kaiserlichen Armee. 1675 durchzogen dänische Truppen den Ort und 1686 besetzte der Herzog von Braunschweig-Lüneburg Billwerder. Aufgrund der militärischen Auseinandersetzungen verarmten große Teile der Bevölkerung. Durch die Umstellung von Getreide- auf Gemüseanbau erholte sich die Bevölkerung allmählich. 1830 entstand die Landherrenschaft Marschlande, in die Billwerder überging. Nach 1850 entwickelte sich im Nordosten Billwerders ein riesiges Gewerbe- und Industriegebiet, das 1913 zum eigenen Stadtteil Billbrook wurde. Im Nordwesten hingegen entstand ein dicht besiedeltes Gebiet, das 1871 zum Vorort Billwerder Ausschlag wurde, 1894 den Status eines Stadtteils erhielt und 1938 zumindest zum Teil in Rothenburgsort umbenannt wurde. 1962 erlitt Billwerder durch die Flutkatastrophe schwere Schäden.


Kirche St. Nikolai

Die evangelisch-lutherische St. Nikolaikirche entstand von 1737 bis 1739. Das dazugehörige Pastorat bildete sich 1833, das Gemeindehaus 1905. Bei Lötarbeiten brannte die Kirche 1911 ab. Der 1913 eingeweihte Neubau entstand auf den alten Mauern der Kirche.

     


Denkmal 1.Weltkrieg

Das Denkmal für die Gefallenen des 1. Weltkrieges steht zwischen der Hauptstraße und der Nikolai-Kirche neben dem Runge-Haus.

 

   

 


Denkmal Wiedervereinigung

Das im Jahr 1899 errichtete Denkmal liegt neben der Hauptstraße gegenüber der Nikolai-Kirche. Es soll an die Wiedervereinigung der Landschaft Billwärder mit der Freien und Hansestadt Hamburg im Jahr 1395 erinnern.

   


Runge-Haus / Tafel

Friedlieb Ferdinand Runge (* 8. Februar 1794 in Hamburg-Billwerder; † 25. März 1867 in Oranienburg) war ein deutscher Chemiker. Runge wurde als drittes Kind des Pastors Johann Gerhardt Runge geboren. Runge konnte aus finanziellen Gründen zunächst nur die Elementarschule besuchen und war von 1810 bis 1816 Apothekerlehrling in der Ratsapotheke und der Löwen-Apotheke in Lübeck. Er studierte von 1816 bis 1822 an den Universitäten Berlin, Göttingen und Jena zuerst Medizin, dann an der Universität Jena Chemie. Er promovierte 1819 zum Dr. med. und 1822 in Berlin zum Doktor der Philosophie mit einer Arbeit über das wirtschaftlich bedeutende Indigo. 1826 wurde Runge Privatdozent und 1828 außerordentlicher Professor für Technologie an der Universität Breslau. 1832 beendete er seine Universitätslaufbahn und zog nach Oranienburg, wo er bis zu seinem Tode lebte, um im Chemischen Etablissement Dr. Hempel, später Chemische Produkten-Fabrik Oranienburg, als Industriechemiker zu arbeiten. Runge war schon zu seiner Zeit bekannt für seine Arbeiten zur technischen Auswertung des Steinkohlenteers. Andere wichtige Substanzen, die er erstmals beschrieb, sind Thymol und die Alkaloide Hyoscyamin und Koffein. Die Urform der Papierchromatographie wurde von ihm entdeckt.

   


Denkmal Gustav Manstein

Albert Ehrenreich Gustav von Manstein (* 24. August 1805 in Willnischken; † 11. Mai 1877 in Flensburg) war ein preußischer Offizier, zuletzt General der Infanterie. Manstein besuchte in seiner Jugend die Kadettenhäuser in Kulm und Berlin. Anschließend trat er am 20. September 1822 als Portepeefähnrich in das 3. Infanterieregiment der preußischen Armee ein. Im Jahr darauf folgte seine Beförderung zum Sekondeleutnant. Ab 1835 war Manstein dann als Premierleutnant zunächst Regimentsadjutant, ab 1839 Adjutant der 1. Landwehrbrigade und schließlich vom 15. Juni 1841 bis 21. März 1843 Adjutant beim Generalkommando des I. Armee-Korps. Bis 1863 avancierte er zum Generalleutnant und Kommandeur der 6. Division. Er führte im Deutsch-Dänischen Krieg 1864 seine Division beim Sturm auf die Düppeler Schanzen und beim Übergang nach Alsen. Für diese Leistungen wurde Manstein am 21. April 1864 der Orden Pour le Mérite sowie am 21. August 1864 das Ritterkreuz des Militär-Maria-Theresien-Ordens verliehen. Im Deutschen Krieg 1866 führte er die Reserve der 1. Armee, mit der er am Ende der Schlacht von Königgrätz entscheidend eingreifen konnte. Für seine Militärverdienste erhielt er am 20. September 1866 das Eichenlaub zum Pour le Mérite. 1867 wurde er zum Kommandierenden General des IX. Armee-Korps ernannt, 1868 schließlich zum General der Infanterie. Im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 führte er seine Truppen insbesondere bei Gravelotte, später an der Loire bei Orléans und Le Mans mit hervorragenden Ergebnissen. Für seine Verdienste in diesem Krieg erhielt er eine Dotation in Höhe von 100.000 Talern. Die Stadt Altona verlieh ihm 1872 die Ehrenbürgerrechte. Anlässlich seines fünfzigjährigen Dienstjubiläums verlieh ihm Wilhelm I. am 20. September 1872 das Großkreuz des Roten Adlerordens mit Eichenlaub und Schwertern am Ringe. Am 29. Juli 1873 wurde Manstein unter Belassung in seiner Stellung als Chef des Infanterieregiments Nr. 84 und unter Verleihung des Schwarzen Adlerordens zur Disposition gestellt. Das Fort St. Quentin der Festung Metz wurde am 1. September 1873 nach ihm benannt. Seinen Lebensabend verbrachte Manstein in Billwerder. Dort wurde er auf dem Friedhof der St.-Nicolai-Kirche begraben.

 

 

     

 

     

Deutsches Maler und Lackierer Museum

Das Deutsche Maler- und lackierermuseum in Hamburg-Billwerder widmet sich der über 800-jährigen Geschichte der Anstreicher und Lackierer.

      

    

  

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