Allgemeines

Blankenese ist ein westlicher Stadtteil im Bezirk Altona und gehört zu den Elbvororten; es ist Sitz des gleichnamigen Ortsamtes, zu dem auch die Stadtteile Nienstedten, Osdorf, Lurup, Iserbrook, Sülldorf und Rissen gehören. Die Elbe vor Blankenese ist bis zu 2,8 km breit, da hier früher Norder- und Süderelbe wieder zusammenflossen. Von den Sandbänken, die sich in diesem Bereich bildeten, leitet sich der Ortsname ab: niederdt.: blank, für “unbedeckt, glatt, glänzend” einerseits und Nes, Nees, Nääs für "Nase" andererseits. Daraus leitete sich gelegentlich der Namensbestandteil Ness für eine Landzunge (der Form wegen) ab. Auch in anderen verbundenen Sprachen ist diese Ähnlichkeit gegeben: plattdeutsch mit „blanke Nees“, französisch mit „blanch nez“, schwedisch mit „blank näsa“, dänisch mit „bare næse“ oder auch niederländisch mit „kale neus“. Der Name Blankenese kennzeichnete früher den Ort einer flachen Landzunge, die vom nördlichen Elbufer in den Fluss ragte und immer wieder überspült wurde, so dass deren Sand in der Sonne glänzte (möglich auch, dass sie (im Gegensatz zu anderen) völlig unbewachsen war). Diese Landzunge wurde jedoch 1634 bei einer großen Sturmflut weggespült. Blankenese liegt auf dem nördlichen Geestrücken an der Unterelbe, der im Ortskern ein Steilufer bildet. Seine bekannteste Erhebung ist der Süllberg (74,7 m), an seinem Hang die beliebte Ausflugsgaststätte Sagebiels Fährhaus und auf seiner Kuppe ein Hotel mit Restaurants; höchste Erhebung ist mit 91,6 m der Baurs Berg mit dem markanten Turm des dortigen Wasserwerks.


Geschichte (Auszüge)

Blankenese ist ein im Jahr 1301 erstmalig urkundlich erwähntes, ehemaliges Fischerdorf. In diesem lateinisch abgefassten Dokument wird den Rittern von Raboysen der Ertrag der Fährverbindung zur anderen Elbseite durch Graf Adolf VI. zuerkannt. Um 1060/61 ließ Erzbischof Adalbert von Bremen Burg und Propstei auf dem Süllberg errichten, um die Fährverbindung über die Elbe zu sichern. Er exkommunizierte um 1070 alle Nordalbier, nachdem diese die kaum erbaute Burg zerstört hatten. 1258 entstand auf dem Süllberg eine zweite - diesmal gräfliche Burg, die von den Brüdern Johann I. und Gerhard I. (Schauenburger Grafen), ebenfalls zur Sicherung der Fähre angelegt wurde. Nach Protest der Hamburger musste diese 1262 wieder abgerissen werden, weil sie deren Interessen störte. Anders als manche erst sehr viel später dort ansässige Familien gehören die Breckwoldts schon früh zur Geschichte von Blankenese. Viet Breckwoldt, 1490 geboren, war der erste in einer langen Ahnenreihe. Er erhielt Anfang des 16. Jahrhunderts die Blankeneser Elbfähre als Lehen, dazu den Fährkrug samt Schank-, Brau- und Brenngerechtigkeit. Blankenese gehörte zunächst zur schauenburgischen Grafschaft Holstein-Pinneberg, danach zum Herzogtum Holstein, das ab 1460 in Personalunion von den dänischen Königen regiert wurde, und fiel 1866 an Preußen. Auf einer Grünfläche im Mühlenberger Weg wurde deswegen der Gedenkstein für die Erhebung Schleswig-Holsteins‎ errichtet. Aus einem schmucken Hangdorf, wo Kapitäne und Lotsen ihren Lebensabend verbrachten, entwickelte es sich zu einem großbürgerlichen Villenviertel, dessen Bevölkerung gleichwohl sozial nicht so homogen war (und ist), wie es gelegentlich erscheint: im Gemeinderat beispielsweise saßen 1924 neben 18 Abgeordneten der bürgerlichen Parteien auch 5 Vertreter der SPD und ein KPDler. 1919 vergrößerte sich die reiche pinnebergische Landgemeinde durch den Zusammenschluss mit dem benachbarten Dockenhuden, ehe sie 1927 durch das Groß-Altona-Gesetz gegen den Willen vieler Blankeneser zum Vorort der Großstadt Altona/Elbe wurde und 1938 zusammen mit Altona in Hamburg aufging. Seit 1919 gehörte auch der heutige Ortsteil Mühlenberg erstmals gänzlich zu Blankenese, der ursprünglich um den Bootslandeplatz Dockenhudens entstanden war. Der ehemalige Nordteil Dockenhudens mit Teilen von Sülldorf und Osdorf wurde jedoch nach 1945 der Stadtteil Iserbrook. Vom Januar 1946 bis April 1948 befand sich in Blankenese am Kösterberg das Children Health Home, in Deutschland eine einzigartige Einrichtung für jüdische Waisenkinder, die den Holocaust überlebt hatten, zumeist aus Ungarn und Polen, bevor sie nach Israel übersiedelten. Die große seelische Bedeutung des Heims für diese Kinder, denen somit Blankenese eine bleibende Erinnerung wurde, kontrastiert stark damit, dass die Blankeneser Bevölkerung davon das Wenigste wusste und weiß.


Kirche am Markt

Die evangelisch-lutherische Blankeneser Kirche liegt am Blankeneser Marktplatz und wird lokal häufig auch nur als Marktkirche bezeichnet. Die Kirche gehört zum Villenviertel um den Blankeneser Bahnhof, das ab den 1890er-Jahren erschlossen wurde.Die Kirche ist die erste Kirche, die unmittelbar im Stadtteil Blankenese selbst errichtet wurde. Vor ihrem Bau wurde Blankenese von Nienstedten betreut, ursprünglich gehörte es auch zu dem entsprechenden Kirchspiel. Der Architekt Ernst Ehrhardt errichtete die Kirche von 1895 bis 1896 als Wandpfeilerkirche mit kreuzförmigem Grundriss und einzelnem Turm. Auf der Vierung steht zusätzlich ein kleiner Dachreiter. Die Backsteinfassaden sind zurückhaltend im Sinne der "Hannoverschen Schule" gestaltet, weisen aber trotzdem sehr viele typische neugotische Details und Bezüge zur Backsteingotik auf. Dank ihrer großen Entfernung zum Stadtzentrum gehört die Blankeneser Kirche zu den wenigen neugotischen Kirchen der Wende zum 20. Jahrhundert, die während der Luftangriffe auf Hamburg im Zweiten Weltkrieg nicht beschädigt wurden.Der Kirche erhielt im Jahr 2010 eine vollständige Renovierung und Instandsetzung des Innenraums.Das bedeutendste Ausstattungsstück ist der bronzene Taufkessel aus dem 13. Jahrhundert. Dieses Stück stammt aus der Nienstedtener Kirche und wurde der Blankeneser Kirche übergeben, da diese als Tochterkirche der Kirche in Nienstedten gegründet worden war. Die Fenster hat Siegfried Assmann gestaltet und bei der Auswahl der Motive auf eine Verbindung zu Blankenese geachtet. Dies zeigt sich besonders auf der Südseite, wo christliche Motive mit Bezügen zu Wasser und Fischerei dominierend sind. Seit 1991 steht in der Kirche jetzt eine vollkommen neu konzipierte Beckerath-Orgel mit mechanischer Spieltraktur und elektrischer Registertraktur.

    
       

Gedenkstein Dänischer Krieg

Der Gedenkstein für die Erhebung Schleswig-Holsteins ist ein Findling mit Wappenrelief und eingravierter vergoldeter Schrift, der an die Erhebung Schleswigs-Holsteins erinnern soll. Er befindet sich auf einer kleinen Grünfläche neben einer Doppeleiche an der Blankeneser Bahnhofsstraße. Die Doppeleiche wurde zum 50-jährigen Jubiläum der Erhebung 1898 vom Communalverein gestiftet, der Gedenkstein zwei Jahre später durch die Gemeinde gesetzt. Seit dem 12. Februar 2007 stehen sowohl der Gedenkstein als auch die Eiche unter Denkmalschutz. Blankenese stand (seit 1640) unter dänischer Verwaltung im Herzogtum Holstein, das – im Gegensatz zu Schleswig – ebenso zum Deutschen Bund gehörte. Die sogenannte Erhebung war der Beginn des Schleswig-Holsteinischen Krieges oder ersten deutsch-dänischen Krieges am 24. März 1848, der ausgehend von der Frage der Zugehörigkeit Schleswigs entbrannte. Die Inschrift lautet:

„Zur Erinnerung an die Erhebung Schleswig-Holstein am 24. März 1848 und zum Andenken an die aus der Gemeinde Blankenese Im Kriege gegen Dänemark 1848 – 1849 Gefallenen.“

       
 


Goßlerhaus / Park

Das Haus wurde von 1794 bis 1795 durch den Dänischen Architekten und Landbaumeister von Holstein Christian Frederik Hansen erbaut. Er baute das Gebäude und auch den angrenzenden Park für den Englischen Kaufmann John Blacker. Im Jahr 1897 wurde es nach dem Verkauf an John Henry Goßler umgebaut und aufgestockt. Das Gebäude brannte 1901 aus und wurde anschließend wieder aufgebaut. Die Form des Gebäudes und auch die Säulen im Eingangsbereich sind einem dorischen Tempel nachempfunden.

       
 

Alter Bahnhof

Der Bahnhof liegt zentral im Stadtteil, umgeben vom Krähenberg, in den die hinteren Abstellanlagen in einem Trog hineinführen. Er besteht aus einem Bahnhofsgebäude mit diversen kleineren Geschäften, sowie zwei Bahnsteigen, die über eine Treppe bzw. einen Fahrstuhl zu erreichen sind. Seit 2007 wurde das Gelände rund um den Bahnhof (zunächst Blankeneser Bahnhofsplatz, inzwischen umbenannt in Erik-Blumenfeld-Platz) sowie das Bahnhofsgebäude selbst renoviert und um Parkplätze, Praxis-, Büro- und Geschäftsräume erweitert. Das zentrale Bahnhofsgebäude von 1866/67 wurde als kompakter, repräsentativer Putzbau errichtet. Es besitzt zu jeder Seite fünf Fensterachsen und einen überhöhten Mittelrisalit. Zur Ausschmückung wurden Elemente der Romanik, Gotik und der Renaissance bzw. des Klassizismus (Rundbogenfenster mit breiter Rahmung und Säulchen) verwendet. Das Gebäude ist mit Stützpfeilern so über dem Gleiskörper errichtet, dass eine eingleisige Tunneldurchfahrt zu den Abstellanlagen entsteht. Diese ist jedoch seit einigen Jahren gesperrt.

       
       
   

Römischer Garten

Der Park befindet sich 30 Meter über der Elbe im Westen Blankeneses. Eine Besonderheit ist der Park, weil er nicht wie die meisten Gärten und Parks am Elbufer als Englischer Landschaftsgarten angelegt wurde, sondern im Jugendstil. Der Name Römischer Garten geht auf die Verwendung von südländischen Gestaltungsformen und Pflanzen zurück. Der Berg, an dem sich heute der Römische Garten befindet, wurde 1794 von dem Hamburger Auktionator Jürgen Köster erworben und später nach ihm benannt. Dieser baute sich auf dem Hügel zwei Jahre später ein hölzernes Sommerhaus. Er war einer von Hamburgern Bürgern die mit ihrem Reichtum außerhalb der Stadt Land kauften um der Stadt zu entfliehen und dort den Sommer zu verbringen. Die zweigeschossige Giebelwand des Hauses wendete sich der Elbe zu. Bereits 1805 wechselte das Anwesen seinen Besitzer. Die Erben Kösters verkauften es an den Industriellen Jan Koopmann. Nach seinem Tod wurde das Sommerhaus von Marie Völkers übernommen und zu einer bekannten Gastwirtschaft umfunktioniert. Weitere Inhaber des Geländes waren Wolfgang Fr. Hansen (ab 1846) und Julius Schröder (ab 1852). 1856 unternahm der Altonaer Kaufmann Johann Carl Semper erstmals Anstalten oben auf dem Hügel mit seinem Eichen- und Buchenmischwald eine Parklandschaft zu gestalten. Er bepflanzte Teile mit exotischen Bäumen und Ziersträucher und ließ Findlingen zu Gruppen zusammenstellen. Am unteren steil abfallenden Hang, an dem heute der Römische Garten liegt, wurde erstmals zwischen 1880 und 1890 eine Parklandschaft geschaffen, die das heutige Erscheinungsbild prägt. Die grundlegende Struktur in Terrassenform wurde von Anton Julius Richter geschaffen, der auch schon geschnittene Hecken aus Lebensbäumen anlegte und Scheinzypressen sowie Zedern anpflanzte. Der Bankier Paul Moritz Warburg erwarb 1897 das Grundstück und vergrößerte dadurch sein bereits vorhandenes Anwesen. Er ließ die Gartenanlage erweitern und der darunter liegende Hang wurde mit einer Mauer abgestützt. Dadurch ergab sich die Möglichkeit, eine größere Terrasse zu gestalten. Im westlichen Teil entstand ein Rosengarten, der an Renaissancegärten erinnerte. 1951 schenkte die Familie Warburg den Rosengarten der Stadt Hamburg. 1924 wurde ein „Heckentheater“ angelegt, welches durch eine geschwungene Treppe (so genannte „Würzburger Treppe“) mit dem oberhalb liegenden Rosengarten verbunden ist. Der Ausblick des Zuschauers liegt auf der Elbe. Seit 2005 wird die Freilichtbühne in den Sommermonaten vom Theater N.N. bespielt.

       
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Amtsgericht

Das Amtsgericht Hamburg-Blankenese ist das kleinste der acht Amtsgerichte der Freien und Hansestadt Hamburg. Ansässig ist das Gericht in der Dormienstraße 7, 22587 Hamburg. Der Amtsgerichtsbezirk umfasst die im Westen der Stadt gelegenen Ortsteile: Rissen,Sülldorf,Blankenese,Iserbrook,Osdorf,Nienstedten. Die Gerichtsverwaltung untersteht dem Präsidenten des Amtsgerichts Hamburg (in Hamburg-Mitte). Das Gericht wurde 1867 als königlich-preußisches Amtsgericht Blankenese im Bezirk des damaligen Landgerichts Altona gegründet.

       
   


Falkenstein

Der Falkenstein ist ein Landschaftsschutzgebiet am Geesthang der Unterelbe. Neben dem Waldpark Tafelberg Falkenstein ist hier der Sven-Simon-Park zu finden. Er ist eine Stiftung von Axel Springer. Der Name soll ein Gedenken an seinen Sohn Axel sein, der den Namen Sven Simon als Pseudonym für seine Arbeit als Fotograf nutzte. Die Villen des Anwesens beherbergen heute den ältesten deutschen Segelverein, den SC RHE, sowie das Puppenmuseum Falkenstein. Seit Mai 1986 wird die Privatsammlung von ca. 300 Puppen in der 1923 von Karl Schneider erbauten Villa ausgestellt.

       
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Baurs Park

In der Zeit von 1802 bis 1817 erwarb der Altonaer Kaufmann Georg Friedrich Baur elf Grundstücke am nördlichen Elbhang in Blankenese. Von 1817 bis 1832 gestaltete der französische Architekt und Landschaftsgärtner Joseph Ramée im Auftrag des Eigentümers die Gärten zu einem romantischen Landschaftspark im englischen Stil mit Tempeln, Waldhütten und einem chinesischen Pagodenturm. Darüber hinaus befand sich ein Kanonenberg im Park, von dem aus die eigenen einlaufenden Schiffe mit Böllerschüssen begrüßt werden konnten. Von 1829 bis 1836 ließ Baur durch Ole Jörgen Smith (1793-1848) ein Landhaus im Park errichten, in dem er 1840 das dänische Königspaar empfing. Dieses Herrenhaus (heute Mühlenberger Weg 33/35) steht nebst Portal und Wirtschaftsgebäude seit dem 24. Januar 1940 unter Denkmalschutz. Es ist ein zweigeschossiger Putzbau mit Sandsteinsockel auf rechteckigem Grundriss. Nach Baurs Tod 1865 führten seine Angehörigen den Park und die Bauten als Fideikommiss weiter. Mitte des 19. Jahrhunderts war der Park trotz Privatbesitzes zu bestimmten Zeiten bereits beschränkt öffentlich zugänglich. 1921 verkaufte Familie Baur den Park, nachdem einige Parzellen als Villengrundstücke abgetrennt worden waren. Später erwarb die Stadt Altona den Park und er fiel am 1. April 1937 im Rahmen Groß-Hamburg-Gesetz an Hamburg. Infolge der Vergesellschaftung durch die Nationalsozialisten ist der Park seit 1939 frei zugänglich.

       
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Links

www.ff-blankenese.de (Freiwillige Feuerwehr)

 

 

 


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