Allgemeines

Die Austrian Airlines AG ist eine österreichische Fluggesellschaft mit Sitz in Wien und ein Tochterunternehmen der Deutschen Lufthansa AG. Die unter der Marke Austrian geführte Fluglinie fliegt primär im Linienverkehr und ist Muttergesellschaft von Tyrolean Airways und Lauda Air sowie 28 weiterer Beteiligungen. Der Gesamtkonzern tritt nach außen als Austrian Airlines Group auf. Austrian ist Mitglied der Star Alliance. Der Heimatflughafen ist der Flughafen Wien-Schwechat. 2006 beförderte die Austrian Airlines Group 10,8 Millionen Passagiere.

 

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Geschichte

Die Österreichische Luftverkehrs AG (OELAG) wurde am 30. September 1957 gegründet, indem sich Air Austria und Austrian Airways zusammenschlossen. Die ursprüngliche ÖLAG bestand schon in den Zwischenkriegsjahren und hatte den Flughafen Aspern als Hauptflugplatz. Ihren Jungfernflug absolvierte Austrian mit vier Vickers Viscount am 31. März 1958 von Wien nach London via Zürich. Ihr erstes Düsenflugzeug bestellte Austrian am 18. Februar 1963 mit einer Sud Aviation Caravelle. Am 26. September 1960 verunglückte eine Vickers Viscount der AUA „Joseph Haydn“ auf der Strecke Wien – Warschau – Moskau. Beim Landeanflug nahe Moskau stürzte die Propellermaschine in sehr schlechtem Wetter in einen Wald und zerschellte. Die Unglücksursache ist unklar. 36 Menschen kamen ums Leben. Nur sechs Insassen konnten gerettet werden, von denen fünf später an den Folgen der Verbrennungen starben. Die einzige Überlebende war die Stewardess Maria Wernle.

Von 1962 bis 1968 wurde die Austrian von Lambert Konschegg als einer von zwei Vorständen geleitet. Ab 1971 standardisierte Austrian innerhalb einer sehr kurzen Zeit ihre Flotte auf neun DC-9-32, die für viele Jahre das Arbeitspferd der Kurz- und Mittelstrecke darstellen sollte. Ab 1975 wurden die ersten von fünf DC-9-51 eingeführt, und 1977 wurde die Fluggesellschaft zusammen mit Swissair Erstkundin der DC-9-80 (später MD-80). 1976 erhielt die Fluggesellschaft Konkurrenz durch den neueröffneten Flughafen Maribor in Jugoslawien, heute Slowenien, unter anderem durch die Fluggesellschaft Inex-Adria Airways, die verbilligte Flüge in das europäische Ausland anbot und viele Kunden aus Kärnten und der Steiermark anzog.

Ab Oktober 1980 kamen die ersten MD-81 zum Einsatz und ermöglichten eine Ausweitung der Operationsmöglichkeiten. 1984 wurde Austrian Erstkundin der MD-87 und war maßgeblich an diesem Konzept beteiligt. 1985 wurden erstmals mehr als zwei Millionen Passagiere innerhalb eines Jahres befördert. Ab Ende 1987 kamen die ersten MD-87 und ab 1990 auch die MD-83 zum Einsatz, während man von den 13 MD-81 insgesamt sechs Flugzeuge auf MD-82-Standard modifizierte. Die 1990er Jahre waren dominiert von Allianzen und Kooperationen. Austrian waren eine der ersten Airlines mit multinationalen Partnerschaften, als sie in die Qualiflyer Group unter Federführung der Swissair eintrat. Es war auch eine Zeit der raschen Expansionen in Übersee wie Südafrika und China. Ende der 1990er Jahre erfolgte ein Zerwürfnis mit Swissair, da sich die Swissair ohne Wissen der Austrian an ihr beteiligen wollte. 2000 folgte der Beitritt zur „Star Alliance“ und 2002 die Übernahme der „Lauda Air“, welche sich in der Folge auf die Urlaubs- und Charterflüge innerhalb der Austrian Airlines Group spezialisierte. Die Tochter „Tyrolean Airways“ spezialisierte sich unter dem Markennamen Austrian Arrows operated by Tyrolean Airways auf Regionalflüge. Die zuvor gekaufte Rheintalflug wurde mit „Tyrolean Airways“ fusioniert.

Im Herbst 2004 wurde der Flugbetrieb der Lauda Air in den Austrian Flugbetrieb integriert. Unter dem Namen Lauda Air - seit 2007 mit dem Zusatz The Austrian Way to Holidays - erfolgt zwar weiterhin Marketing und Verkauf der Urlaubs- und Charterflüge, die Flugdurchführung erfolgt jedoch durch Austrian. Bis zum Jahr 2005 hat es Austrian geschafft, sich zum Marktführer für Flüge von und nach Zentral- und Osteuropa zu entwickeln. Im Jahr darauf wurde die „Business Class“ mit eigens entworfenen „Lie-Flat-Sitzen“ erneuert. Der Internetanschluss ist allerdings bis heute nicht verwirklicht, verursacht durch die Probleme des Betreibers „Connexion by Boeing“.

Ab Oktober 2006 war die Austrian zu einem harten Sparkurs gezwungen. Im folgenden Jahr wurden über 500 Arbeitsplätze abgebaut. Zahlreiche Langstreckenflüge wie die nach Sydney via Kuala Lumpur, sowie die Route Singapur-Melbourne wurden gestrichen. Ebenfalls wurden die Verbindungen nach Kathmandu und Shanghai aus dem Streckennetz der Austrian Airlines entfernt. Die verbliebenen drei Fokker 70 wurden aus dem Austrian-Flugbetrieb gelöst und zu Tyrolean Airways verschoben. Außerdem wurde beschlossen, die Airbus-Langstreckenflotte der AUA (vier A340, vier A330) im Laufe des Jahres 2007 nach und nach im Sinne der Flottenharmonisierung abzubauen. Damit besteht die Austrian-Langstreckenflotte homogen aus Boeing 777 und Boeing 767.

Die ursprüngliche Unternehmenszentrale, die in den Jahren 1975–1978 errichtet wurde, war in Wien-Oberlaa. Sie wurde im Jahr 2007 nach Schwechat, in ein von der Flughafen Wien AG errichtetes und von Austrian gemietetes Gebäude im Office-Park direkt am Wiener Flughafen verlegt. Zudem firmierte sie in „Austrian Airlines AG“ um, womit der Zusatz „Österreichische Luftverkehrs AG“ wegfiel. Aus einem leicht positiven Jahresergebnis von 3,3 Mio. Euro im Jahr 2007 mussten die Prognosen für 2008 mehrmals nach unten angepasst werden, Ende November wurde wegen nötiger Flugzeugabschreibungen und Wertpapierverluste ein Jahresverlust von 475 Mio. Euro prognostiziert


Übernahme durch die Lufthansa

Im Juni 2008 hat die österreichische Regierung die Investmentbank Merrill Lynch damit beauftragt, eine Vollprivatisierung durch Übernahme der AUA durch eine ausländische Fluggesellschaft vorzubereiten. Interesse bekundeten zunächst Lufthansa, Air France-KLM, Royal Jordanian, Air China, Turkish Airlines, Aeroflot, S7 Airlines und Singapore Airlines, wobei es nur Lufthansa, Air France-KLM und S7 auf die Shortlist schafften. Als das Angebotspaket des zuletzt verbliebenen Bieters Lufthansa zum Ende des Privatisierungsauftrages am 28. Oktober in dieser Form nicht beschlussfähig war, wurde der Prozess von der österreichischen Bundesregierung bis 31. Dezember 2008 verlängert. Nach dieser Verlängerung gab dann auch S7 ein unverbindliches Angebot ab. Am 13. November 2008 wurde bekannt, dass die Staatsholding ÖIAG der Deutschen Lufthansa AG den Zuschlag zur Übernahme geben will. Lufthansa sollte mit 41,6 % bei Austrian Airlines einsteigen. Der Kaufpreis betrüge 366.268,75 Euro. Experten erwarten einen Abbau von 2.000 der 8.000 Stellen. Der Verkauf der ÖIAG-Anteile an der AUA an die Deutsche Lufthansa AG wurde am 5. Dezember 2008 durch die ÖIAG bestätigt.

Der Kauf stand noch unter aufschiebenden Bedingungen. Unter anderem musste die geplante Schuldenübernahme von ungefähr 500 Mio. Euro durch die ÖIAG von der EU-Kommission wettbewerbsrechtlich genehmigt werden. Wegen dieser Schuldenübernahme, die erst nach dem Feststehen der Lufthansa als letzter Bieter bekanntgegeben wurde, geriet AUA-CEO Alfred Ötsch und ÖIAG-Vorstand Peter Michaelis unter heftige Kritik. Denn unter diesen Umständen wären möglicherweise, so Beobachter des Verfahrens, auch weitere Luftfahrtgesellschaften als Mitbieter übrig geblieben. Eine Neuausschreibung des Bieterverfahrens wurde gefordert, jedoch mit Verweis auf Verfahrensregeln und das Aktienrecht von Michaelis abgelehnt. Michaelis wurde so, laut Neue Zürcher Zeitung (NZZ), zum „Buhmann der Nation“, da in anderen Fällen bei öffentlichen Unternehmen wenig Rücksicht auf das Aktienrecht oder Verfahrensregeln gelegt würde. Schließlich sei in Österreich „das Aktienrecht Wachs in den Händen der Politik. Vergehen sind Kavaliersdelikte im Interesse des Volkes.“ Der Vorstandsvertrag von Alfred Ötsch - ursprünglich bis April 2010 befristet - wurde zum 31. Jänner 2009 vorzeitig beendet.

Am 1. Juli 2009 kündigte die EU-Kommission eine tiefergehende kartellrechtliche Prüfung der Übernahme für die Deutsche Lufthansa AG an. Beobachter sahen die geplante Übernahme der AUA daraufhin für gefährdet an, da die Lufthansa zuvor eine Frist bis zum 31. Juli 2009 gesetzt hatte und danach sein Angebot zurückziehen kann. EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes gab am 31. Juli bekannt, dass sie die Übernahme der AUA durch die Lufthansa unter Auflagen genehmigen werde. Die Genehmigung der EU-Kommission wurde am 28. August 2009 endgültig erteilt. Sowohl die Lufthansa als auch die AUA müssen Start- und Landerechte zwischen Wien und Brüssel sowie mehreren deutschen Städten Konkurrenten überlassen. Am 3. September 2009 erfolgte die Übernahme mit dem Aktienübertrag und der Neubesetzung des Aufsichtsrates der Austrian Airlines.

Im November 2014 wurde von der Gesellschaft der „papierlose Pilotenkoffer“ eingeführt. Alle Airline-Piloten werden seither mit einem Tabletcomputer ausgestattet, welcher den klassischen papiergebundenen Pilotenkoffer ersetzt. Auf diese Weise können bereits in der Vorbereitungsphase Fluginformationen und -dokumente über eine Internetverbindung auf das Tablet geladen und anschließend ins Cockpit mitgenommen werden, wo sie mit einer Halterung fixiert werden. Seit 14. Dezember 2014 erreichen auch Fernzüge den Bahnhof Flughafen Wien. Auf der Strecke Linz – Flughafen Wien bieten die ÖBB dabei zusammen mit Austrian Airlines eine Kooperation unter dem Namen AIRail an. Dabei besteht die Möglichkeit die Zugsfahrt und einen Anschlussflug in einem Ticket zu buchen. Reisende können hierzu bereits am Linzer Hauptbahnhof für ihren Flug einchecken, jedoch nicht das Gepäck aufgeben. Dem folgend tragen die ICE-Kurse auf der Strecke zusätzlich eine OS-Flugnummer.Ab 16. Oktober 2015 wird Miami als neue Destination fünf Mal pro Woche angeflogen. Im Herbst 2015 wird Austrian zudem zusammen mit Lufthansa und Swiss ein neues Tarifkonzept im Österreich- und Europaverkehr vorstellen, das vor allem mehr Wahlfreiheit für Zusatzleistungen vorsieht.

Konkret können dabei Reisende der Economy Class zukünftig zwischen den drei Tarifoptionen Light, Classic und Flex wählen. Ohne Aufpreis verfügbar bleibt jedoch weiterhin die Bordverpflegung, die Mitnahme eines Handgepäcks, die Sitzplatzauswahl am Check-in ab 23 Stunden vor Abflug und das Sammeln von Vielfliegermeilen.


Design

Die Farbgebung war seit der Gründung der Gesellschaft das Rot-Weiß-Rot der Flagge Österreichs. Die Flugzeuge der 1950er bis 1980er Jahre hatten eine silberglänzende Rumpfunterseite, der obere Teil des Rumpfs war in weiß gehalten und mit dem AUA-Pfeil sowie der Aufschrift „Austrian Airlines“ (bis 1972 und von 1995 bis 2003) oder „Austrian“ (von 1972 bis 1995 und wieder ab 2003) versehen. Analog zur Swissair mit dem Schweizerkreuz war das Seitenruder der AUA-Flieger als Flagcarrier mit der rot-weiß-roten Flagge Österreichs lackiert. Der typische AUA-Pfeil - „Austrian Chevron“ genannt - durchlebte bislang drei Versionen. 1960 noch dem Seitenriss eines Papierflugzeuges ähnelnd, erhielt er ab 1972 für 21 Jahre seine Pfeilform. Mit dem neuen Markenauftritt 1995 wurde der Chevron in der weißen Mitte der rot-weiß-roten Heckflosse platziert. Bei der grundlegenden Neugestaltung des Corporate Designs 2003 erfuhr die erste Chevronform eine Art Renaissance in modernisierter Aufmachung - dreidimensional und mit Schatten. Sonderlackierungen gab es während der Jahrzehnte viele verschiedene. Seit Beitritt zur „Star Alliance“ werden mehrere Jets in den Allianz-Farben betrieben. Für das Mozartjahr 2006 wurde ein Airbus A320 komplett im Mozart-Design umlackiert, ebenso war ein Airbus A340 als Hommage an die Wiener Philharmoniker im Einsatz oder für die Tirol-Werbung eine Boeing 737-600 in „Gletscherlook“. Aktuell sind es noch zwei Designs für die Fußball-Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz sowie ein Airbus A320 in Retrobemalung anlässlich der 50-Jahr-Feier des Unternehmens.


Beteiligungen

Die Austrian Airlines AG hält neben „Lauda Air“ und „Tyrolean Airways“ noch Beteiligungen an 24 weiteren Firmen. Operative Flugbetriebe werden von Austrian selbst sowie „Tyrolean Airways“ (unter der Marke Austrian Arrows) betrieben. Von der Beteiligung an der slowakischen Fluggesellschaft Slovak Airlines hat sich Austrian im Jänner 2007 getrennt. An der ukrainischen Airline Ukraine International Airlines werden 22,5 % gehalten. Auch am österreichischen Reiseveranstalter Gulet-Touropa-Touristik ist Austrian Airlines beteiligt; mehrheitlich gehört er allerdings der TUI. Einige weitere Beteiligungen:

   
- Austrian Technik: Wartungsbetriebe werden in Wien und Bratislava unterhalten. - Wiener Börse AG
- AVS-Versicherungen - SCA Schedule Coordination Austria
- TUI Austria - ACS AirContainerService GmbH
- Traviaustria - Österreichische Luftfahrtschule Aviation Training Center Austria GmbH
- AirPlus Kreditkarteninstitut - Avicon Aviation Consult GmbH

Flotte (aktuelle Liste HIER)

Die gesamte Flotte der Austrian Airlines ist seit 1. April 2015 wieder auf die Austrian Airlines AG registriert. Bereits Anfang 2013 wurden außerdem die letzten Boeing 737 außer Dienst gestellt. Einige der Boeing 737-800 wurden an Aeromexico und El Al verkauft. Die Boeing 737-600 und -700 wurden 2012 verschrottet. Zum Ausgleich wurden mehrere Airbus A320 in die Flotte aufgenommen. Durch die Flottenvereinheitlichung werden pro Jahr mehrere Millionen Euro eingespart. Anfang 2014 kam eine fünfte Boeing 777 zur Flotte hinzu. Ab Juli 2014 wurde Newark die elfte Langstrecken-Destination der AUA. Geflogen wird fünf Mal wöchentlich mit einer Boeing 767. Eine Entscheidung über einen Nachfolger für die stark veraltete Fokker-Flotte soll 2014 getroffen werden. Es kommen neben der CSeries aus dem Hause Bombardier, welche auch die Gesellschaft Swiss bestellt hat, auch die Airbus A319, die CRJ900 oder ein Muster von Embraer in Frage. Fest steht, dass die komplette Fokkerflotte bis 2018 stillgelegt werden muss. Am 12. März 2015 wurde bekanntgegeben, dass bereits ab Herbst 2015 mit dem Austausch der Fokkerflotte durch 17 gebrauchte Embraer 195 begonnen werden soll. Die Einflottung der von Lufthansa CityLine übernommenen Flugzeuge soll im Jahr 2017 abgeschlossen sein.

     
 
Fokker-100 / OE - LVI Fokker-100 / OE - LVL   

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