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Der Palazzo della Civiltà Italiana (deutsch:
„Palast der italienischen Zivilisation“), auch Palazzo della Civiltà del
Lavoro und Colosseo quadrato genannt, ist ein Bauwerk im Esposizione
Universale di Roma, EUR, in dem neuerrichteten Stadtviertel, in dem 1942
die Weltausstellung in Rom hätte stattfinden sollen und das der
Verherrlichung des italienischen Faschismus diente. Das Colosseo
quadrato liegt am Quadrato della Concordia und ist ein
neoklassizistisches Bauwerk mit 50 m Höhe, mit Fundament 68, sowie 216
Rundbogenarkaden auf sechs Stockwerken. Es sollte an das Kolosseum in
Rom erinnern. Das von den Architekten Ernesto Bruno La Padula, Giovanni
Guerrini und Mario Romano geplante Gebäude wurde in den Jahren 1938 bis
1943 erbaut. Die Anzahl der Rundbogenarkaden entspricht senkrecht
(sechs) dem Namen Benito und waagerecht (neun) Mussolini. Auf jeder der
vier Seiten des Quaderbaus befindet sich über den Arkaden eine
Inschrift, in Anlehnung an die römische Monumentalschrift in Majuskeln:
„Un popolo di poeti di artisti di eroi di santi di pensatori di
scienziati di navigatori di trasmigratori“, übersetzt: „Ein Volk der
Dichter, der Künstler, der Helden, der Heiligen, der Denker, der
Wissenschaftler, der Seeleute, der Wandernden“. Es handelt sich dabei um
ein Zitat aus der Rede Mussolinis vom 2. Oktober 1935, in der er
Äthiopien den Krieg erklärte. Das Gebäude diente unter anderem als
Kulisse für die Komödie Hudson Hawk – Der Meisterdieb (1991), die
Shakespeare-Verfilmung Titus (1999) und für die italienische Komödie
O.K. Nero (1951). Zwischen 2003 und 2008 war das Gebäude wegen
Renovierungsarbeiten für die Öffentlichkeit gesperrt. Das Modelabel
Fendi bezog dort 2015 für zunächst 15 Jahre seinen Hauptsitz. Das
Erdgeschoss bleibt als Ausstellungsraum allgemein zugänglich, die
Eröffnungsausstellung „Una nuova Roma: L’Eur e il Palazzo della Civiltà
Italiana“ thematisiert die Rezeption des Gebäudes und des Quartiers in
der Kunst, Architektur, Film und Fotografie.
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