ALLGEMEINES

Der Trevi-Brunnen, italienisch Fontana di Trevi, ist der populärste und mit rund 26 Meter Höhe und rund 50 Meter Breite größte Brunnen Roms und einer der bekanntesten Brunnen der Welt. Der Trevi-Brunnen besteht aus einer Palastfassade, der ein Triumphbogen vorgesetzt ist. Davor tummeln sich Meeresgestalten auf einer Felslandschaft, über die sich das Wasser in ein großes, flaches Becken ergießt. Das verwendete Material ist Travertin aus Tivoli und Marmor aus Carrara. Der Trevi-Brunnen ist der dritte Brunnen in Rom, der als Endpunkt einer renovierten antiken Wasserleitung das Triumphbogenmotiv aufnimmt. Salvi entwickelt die Vorbilder, den Mosesbrunnen (1587 fertiggestellt) und die Fontana Paola (1613 fertiggestellt), weiter und führt deren Architekturprinzip in monumentalerer Form aus. Durch extreme Klimaschwankungen vergangener Jahre und wiederkehrender Vandalenakte nahm der Trevi-Brunnen zusehends Schaden, sodass sich im Juni 2012 einige Gesimsteile aus der Brunnenanlage lösten und Sorge um die Stabilität der Statuen aufkam. Vom 5. Juni 2014 bis zum 3. November 2015 wurde der Trevibrunnen grundlegend saniert, was von der italienischen Modegruppe Fendi mit 2,18 Millionen Euro finanziert wurde. Am 18. September 2019 wurde ein neues Beleuchtungssystem, das auf LED-Technik beruht, eingeweiht.

          

GESCHICHTE

Nach etlichen erfolglosen Anläufen zum Neubau des Brunnens lobte Papst Clemens XII. einen Architekturwettbewerb aus, an dem viele namhafte Architekten der Zeit teilnahmen. Überraschend vergab Clemens den Auftrag an den unbekannten Nicola Salvi. Salvi (1697–1751) hatte bis dahin kaum Bauten errichtet. Er begann 1732 mit der Ausführung des Brunnens, dessen Fassade sich in voller Länge an den Palazzo Poli anlehnt. Unterstützt wurde er dabei von seinem Freund Luigi Vanvitelli. Der Graf von Poli legte gegen den Bau Protest ein, weil diese neue Palastfassade in keiner Weise Rücksicht auf die Architektur seiner Gebäude, insbesondere deren Geschosshöhen nahm. Dieser Protest wurde aber zurückgewiesen. Im Jahre 1735 weihte Papst Clemens XII. den neuen Brunnen ein, obwohl die Arbeiten noch in vollem Gange waren. Auch nach dessen Tod 1740 wurden die Arbeiten stockend unter Papst Benedikt XIV. fortgesetzt. An der langen Bauzeit waren nicht nur immer wiederkehrende Finanzierungsprobleme schuld, auch die äußerst penible Arbeitsweise Salvis trug dazu bei. Er ließ zum Beispiel manche Teile der Felslandschaft bis zu zehnmal neu fertigen, bis er damit zufrieden war. Ab 1744 erschwerte zudem seine sich verschlechternde Gesundheit den Fortgang. 1751 starb Salvi, Giuseppe Pannini vollendete dessen Pläne bis zur Fertigstellung 1762. Lediglich die Skulptur des Oceanus wurde von Pietro Bracci neu entworfen, da der ursprüngliche Entwurf Papst Benedikt zu bullig und brutal erschien. In den Jahren 1872, 1989–1991 und 1999 wurde der Brunnen renoviert. Durch einen Bauschaden wurde im Juni 2007 die Wasserleitung Acqua Vergine, die bisher den Brunnen mit Wasser versorgte, unterbrochen. Danach wurde der Trevi-Brunnen mit regulärem Leitungswasser aufgefüllt, das mittels einer Umwälzpumpe den Brunnen durchlief und nur alle zwei Wochen erneuert werden musste. Erst durch diesen geschlossenen Kreislauf konnte ein Farbanschlag im Oktober 2007 durch den Künstler Graziano Cecchini seine Wirkung erzielen und das gesamte Wasser für Stunden tiefrot färben. Mit der alten Technik wäre die Farbe nach wenigen Minuten weggespült gewesen. Cecchini wiederholte den Farbanschlag im Oktober 2017. Seit der Renovierung des Trevibrunnens 2015 speist die Acqua Vergine wieder das große Becken des Brunnens, während die Wasserspiele durch eine Umwälzpumpe betrieben werden. Außerdem wurde eine Anlage zur Wasserenthärtung eingebaut.


MÜNZN-LEGENDE

Ein Volksglaube sagt, dass es Glück bringe, Münzen über die Schulter in den Brunnen zu werfen. Eine Münze führe zu einer sicheren Rückkehr nach Rom, zwei Münzen dazu, dass der Werfende sich in einen Römer oder eine Römerin verliebe, drei Münzen würden zu einer Heirat mit der entsprechenden Person führen. Ursprünglich gab es den Brauch, einen Schluck aus dem Brunnen zu trinken, um wieder nach Rom zurückzukehren. Die Münzen werden regelmäßig von Bediensteten der Stadt Rom aus dem Wasser geholt. Im Jahr 2013, dem letzten Jahr vor der Restaurierung, kamen so 1,2 Millionen Euro zusammen. Laut laufender Verträge wird das Geld bis mindestens 2019 an die Caritas gespendet.

       

  

  


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