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Santa Maria in Traspontina (lat.: Sanctae Mariae
in Transpontina) ist eine Kirche in Rom. Sie entstand am heutigen
Standort im Wesentlichen im 16. Jahrhundert, wurde aber erst 1668
vollendet. Sie ist auch Titelkirche der römisch-katholischen Kirche. Die
Kirche liegt im XIV. Rione Borgo an der Via della Conciliazione, etwa
350 Meter westlich der Engelsburg. Eine aus dem 12. Jahrhundert
stammende, näher an der Engelsburg liegende Kirche, die damals an der
Engelsbrücke auf der linken Tiberseite lag, wurde im Zuge von Ausbauten
der Befestigungsanlagen der Engelsburg 1564 niedergelegt. Von dieser,
der alten Lage hat sie ihren Namen traspontina. Als Ersatz hierfür
stiftete Papst Pius V. dem Orden der Karmeliten einen Neubau an anderer,
der heutigen Stelle. Die Bauarbeiten unter der Leitung des Sohnes
Baldassare Peruzzis, Giovanni Sallustio Peruzzi begannen 1566. Er
errichtete einen Großteil des Langhauses und die meisten Kapellen sowie
das untere Geschoss der Fassade. Die Fassade wurde erst 1587 unter der
Leitung von Ottaviano Mascherino vollendet, er führte die Bauarbeiten
seit 1581. Ebenfalls 1587 wurde die Kirche geweiht, obwohl sie in großen
Teilen noch nicht fertiggestellt war. Der Turm, das Querhaus, der Chor
und die Sakristei wurden unter Francesco Peparelli bis 1637 errichtet.
Die Kuppel als jüngstes Bauteil wurde erst 1668 von Francesco Peparelli
errichtet. Sie verfügt über keinen Kuppeltambour, weil die Artillerie
auf der Engelsburg durch die Höhe einer solchen Kuppel mit Tambour in
ihrem Schussfeld beeinträchtigt worden wäre. Am 21. Oktober 2019 wurden
mehrere in der Kirche ausgestellte Fruchtbarkeitsstatuen von
traditionalistischen Katholiken geraubt und in den Tiber geworfen. Die
Statuen der südamerikanischen Erdgöttin Pachamama wurden unversehrt aus
dem Fluss geborgen, wie Papst Franziskus bekannt gab. Der Papst bat als
Bischof von Rom um Vergebung, die Nationalpolizei nahm die Statuen in
Verwahrung.
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