ALLGEMEINES

Die Piazza del Popolo (Platz des Volkes nach der Kirche Santa Maria del Popolo) ist einer der berühmtesten Plätze in Rom. Er befindet sich im IV. Rione und war seit der Antike der Platz, an dem der Besucher Rom betrat, wenn er von Norden über die Via Flaminia oder die Via Cassia in die Stadt reiste. Für die Erklärung des Namens gibt es verschiedene Überlieferungen. So soll der Name des Platzes daran erinnern, dass er mit dem Geld der römischen Bevölkerung errichtet wurde. Einer anderen Überlieferung zufolge erinnert der Name an die Pappeln, die früher hier standen. Nach einer dritten Theorie hat das Wort 'Popolo' nichts mit dem heutigen Wort 'Volk' zu tun, sondern ist ein älterer Begriff für eine Pfarrgemeinde. Von der Piazza del Popolo gehen seit dem 16. Jahrhundert die drei Hauptstrassen Via del Corso, Via del Babuino und Via di Ripetta aus, deren Straßenfächer als Tridente (Dreizack) bekannt ist. Die Via del Corso ist die einzige Straße, die einem antiken Straßenzug – nämlich der Via Flaminia – folgt. Sie endet an der Piazza Venezia in der Nähe des Kapitol und des Forum Romanum. Die Via di Ripetta führt seit 1518 zum ehemaligen Ripetta-Hafen am Tiber und weiter zum Vatikan. 1525 wurde als letzte der drei Straßen die Via Paolina angelegt, die heute als Via del Babuino zur Piazza di Spagna und weiter bis zur Basilika Santa Maria Maggiore führt.

  

  


GESCHICHTE

Die heutige Gestaltung im neoklassizistischen Stil schuf zwischen 1811 und 1822 der Architekt Giuseppe Valadier. Dieser hatte bereits 1793 einen ersten Entwurf für den unter Papst Alexander VII. schon mehrfach umgebauten Platz eingereicht. In diesem Plan war ein trapezförmiger Platz vorgesehen, dessen kürzere Seite sich zur Via Flaminia hin orientieren sollte. Als Begrenzung der Längsseiten waren Garnisonsgebäude vorgesehen. Valadier folgte damit den Empfehlungen des Architekturtheoretikers Francesco Milizias, der mit einer gemischtlinigen Anlage Monotonie vermeiden wollte. Dieser Entwurf wurde jedoch bei der endgültigen Gestaltung völlig ignoriert. Valadier entwarf vielmehr zwei Halbkreise, die an Berninis Gestaltung des Petersplatzes erinnern. In der Mitte der Piazza steht der Obelisco Flaminio, der zweitälteste und mit 23,90 m Höhe (mit Basis und Kreuz 36,50 m) der zweitgrößte ägyptische Obelisk in Rom. Im Norden steht das Tor, die Porta del Popolo, neben dem Tor die Kirche Santa Maria del Popolo, in deren angrenzendem Augustinerkloster Martin Luther während seines Aufenthaltes in Rom wohnte. Im Süden stehen die berühmten Zwillingskirchen, links Santa Maria in Montesanto, die Carlo Rainaldi im 17. Jahrhundert im Auftrag Papst Alexanders VII. erbaute. Die Laterne dieses Kirchengebäudes stammt von Bernini. Rechts des Corso folgte Santa Maria dei Miracoli, an deren Bau auch Carlo Fontana beteiligt war. Eine Schwierigkeit für Rainaldi bestand darin, dass die beiden Bauplätze ungleich waren. Der linke Platz war wesentlich kleiner als der rechte. Er löste das Problem, indem er die linke Kuppel elliptisch, die rechte dagegen rund gestaltete. Im Osten ragt der Pinciohügel auf, ein Park, im Norden des Hügels der Villa Borghese gelegen. Der von Valadier gestaltete Brunnen stellt die Göttin Roma mit den Flüssen Tiber und Aniene dar. Auf der gegenüberliegenden Seite des Platzes gestaltete Valadier einen Brunnen mit Neptun und zwei Tritonen. Ebenfalls von diesem Architekten stammt der Löwenbrunnen in der Mitte des Platzes.


OBELISK FLAMINIO

Der Obelisco Flaminio ist ein ägyptischer Obelisk im Zentrum der Piazza del Popolo in Rom. Er ist 23,9 Meter hoch (mit Basis und Kreuz 36,50 Meter) und damit der zweithöchste nach dem Obelisken auf der Piazza San Giovanni in Laterano. Er ist von vier Löwen im ägyptischen Stil umgeben. Der Obelisk wurde von Sethos I. begonnen und von Ramses II. vollendet und 1200 v. Chr. in Heliopolis aufgerichtet. Augustus brachte ihn um 10 v. Chr. nach Rom und ließ ihn auf der Spina des Circus Maximus aufstellen. Dort stand er bis ins frühe Mittelalter. Irgendwann stürzte er um und wurde von Schutt, Erde und Abfällen zugedeckt. 1471 wurde er von Leon Battista Alberti entdeckt, dann aber wieder vergessen. 1589 ließ Papst Sixtus V. den Obelisken an seinen heutigen Standort verbringen und durch seinen Architekten Domenico Fontana dort aufstellen. An der Spitze ließ er sein Wappen, drei Berge gekrönt von einem Stern, anbringen. Dieses Wappen findet man auch auf den Obelisken vor dem Lateran und auf dem Petersplatz. Giuseppe Valadier schuf dann bei der Neugestaltung des Platzes zu Beginn des 19. Jahrhunderts den Brunnen mit ägyptischen Figuren, der den Obelisken heute umschließt. Die antike Weiheinschrift ist identisch mit der des Obelisken auf der Piazza Montecitorio, des zweiten Obelisken, den Augustus nach Rom brachte. Drei Seiten des Hieroglyphen-Textes stammen von Sethos I., die vierte von seinem Sohn Ramses II. Es handelt sich um eine Anrufung des Gottes Horus, in der auch erwähnt wird, dass Sethos den Obelisken in Anu (Heliopolis) aufgestellt hat. Zwei Seiten der Basis zeigen noch die Weihinschrift aus den Jahren 10/9 v. Chr., die darauf hinweist, dass Kaiser Augustus den Obelisken, nachdem Ägypten in die Gewalt des römischen Volkes gebracht worden war, der Sonne zum Geschenk gegeben habe.

              

BRUNNEN

Der von Valadier gestaltete Brunnen stellt die Göttin Roma mit den Flüssen Tiber und Aniene dar. Auf der gegenüberliegenden Seite des Platzes gestaltete Valadier einen Brunnen mit Neptun und zwei Tritonen. Ebenfalls von diesem Architekten stammt der Löwenbrunnen in der Mitte des Platzes.

             

SANTA MARIA IN MONTESANTO / SANTA MARIA DEI MIRACOLI

Im Süden stehen die berühmten Zwillingskirchen, links Santa Maria in Montesanto, die Carlo Rainaldi im 17. Jahrhundert im Auftrag Papst Alexanders VII. erbaute. Die Laterne dieses Kirchengebäudes stammt von Bernini. Rechts des Corso folgte Santa Maria dei Miracoli, an deren Bau auch Carlo Fontana beteiligt war. Eine Schwierigkeit für Rainaldi bestand darin, dass die beiden Bauplätze ungleich waren. Der linke Platz war wesentlich kleiner als der rechte. Er löste das Problem, indem er die linke Kuppel elliptisch, die rechte dagegen rund gestaltete.

             
     

Basilika santa maria del popolo

Santa Maria del Popolo ist ein Kirchengebäude mit einem Klosterkomplex in Rom. Sie befindet sich an der Piazza del Popolo im Stadtteil Campo Marzio, direkt an der Porta del Popolo. Die Basilica minor ist seit dem 13. April 1587 eine der römischen Titelkirchen der römisch-katholischen Kirche. Die dreischiffige Gewölbekirche mit einer achteckigen Vierungskuppel und einer einfachen Fassade mit Pilasterschmuck zählt zu den wichtigsten Kirchenbauten der Frührenaissance in Rom und birgt eine Vielzahl bedeutender Kunstwerke der Architektur, Skulptur und Malerei. Zu den Päpsten, die diese Kirche besonders förderten, zählten Sixtus IV., Innozenz VIII., Alexander VI. und Alexander VII. Namhafte Künstler wie Pinturicchio, Andrea Bregno, Raffael, Bramante, Caravaggio und Bernini waren mit der Ausgestaltung der Kirche betraut und hinterließen bedeutende Werke.

              
     

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