Allgemeines

Die Piazza di Spagna ist ein Platz im Zentrum von Rom, im Stadtviertel Campo Marzio, östlich des Tibers. Der Platz hat seinen Namen von dem Palazzo di Spagna, in dem sich die Botschaft Spaniens beim Heiligen Stuhl sowie beim Souveränen Malteserorden befindet, und der Tatsache, dass er über Jahrhunderte exterritorialer Besitz Spaniens war. Der Platz besteht aus zwei ungleichen Dreiecken. Am nördlichen größeren Teil verbindet die Spanische Treppe (1721–1725) die Kirche Santa Trinità dei Monti mit dem Platz.


Kirche Santissima Trinità dei Monti

Die Kirche Santissima Trinità dei Monti („Allerheiligste Dreifaltigkeit am Berge Pincio“), befindet sich oberhalb der Spanischen Treppe in Rom. Vor der Kirche steht der Obelisco Sallustiano. Den Auftrag zur Errichtung der Kirche gab der damals in Italien weilende König Ludwig XII. von Frankreich 1482. Im Jahr 1495 wurde mit dem Bau begonnen. Vollendet wurde die Kirche im Jahr 1587 als Teil eines seit 1494 bestehenden Paulanerklosters; die Weihe erfolgte durch Papst Sixtus V. Zwischenzeitlich wurde das Gotteshaus profaniert und diente unter anderem dem Künstler Jean-Auguste-Dominique Ingres als Atelier. Da die Kirche und das angrenzende Kloster zu Beginn des 19. Jahrhunderts stark baufällig geworden waren, veranlasste Ludwig XVIII. von Frankreich im Jahr 1816 eine umfassende Restaurierung. Heute gehört das Kloster zu der Gesellschaft vom Heiligen Herzen Jesu; im Sommer 2006 wurde die Kirche an die Gemeinschaften von Jerusalem zur Nutzung übergeben. Sie ist die Titelkirche von Kardinal Philippe Barbarin.

              
     

OBELISK SALUSTIANO

Der 14 Meter hohe Obelisk wurde in Ägypten aus Rosengranit gemeißelt und unbeschriftet nach Rom gebracht. Erst dort wurden die Hieroglyphen angebracht. Hierbei handelt es sich um eine Imitation der Inschrift des Obelisken auf der Piazza del Popolo. Die Inschrift auf dem Sockel gibt einen Hinweis auf den Fundort des Obelisken. Papst Pius VI. nennt den Obelisken dort OBELISCUM SALLUSTIANUM. Die Gärten des Sallust lagen in der Antike zwischen dem Quirinal und dem Pincio. Dort, in der Nähe des heutigen Deutschen Archäologischen Instituts, wurde der Obelisk erstmals im 4. Jahrhundert von Ammianus Marcellinus erwähnt und dort stand der Obelisk noch bis ins 8. Jahrhundert. Im 16. Jahrhundert wird dann in Berichten davon gesprochen, dass er, in mehrere Teile zerbrochen, am Boden lag. Anfang des 18. Jahrhunderts wurde er zunächst zum Lateran gebracht, aber dort nicht aufgestellt. Erst 1789 wurde er an seinem jetzigen Standort aufgestellt. Um seine Errichtung an dieser Stelle hatte es einen langen Streit zwischen dem Papst und dem französischen König gegeben. Der Papst wollte mit der Errichtung auf der vom französischen König bezahlten und in Auftrag gegebenen Treppe sein Primat gegenüber König Ludwig XV. zum Ausdruck bringen, der sich mit einem Reiterstandbild dort verewigen lassen wollte. Lange Jahre geschah nichts und erst in den Jahren 1787 bis 1789, als der französische König zunehmend andere Sorgen hatte, wurde der Obelisk durch Papst Pius VI. aufgerichtet. Goethe sah am 13. Februar 1787 den Beginn der Ausschachtungsarbeiten für das Fundament des Obelisken und überliefert in seiner Italienischen Reise zudem, wie der Entwurf des Monuments im Karneval 1788 verspottet wurde, weil der Sockel als unverhältnismäßig hoch empfunden wurde. Die am ursprünglichen Standort in den Gärten des Sallust verbliebene originale Basis des Obelisken wurde 1912 beim Bau der Deutschen Evangelischen Kirche in Rom gefunden und unter Benito Mussolini 1926 auf dem Kapitol aufgestellt und zum „Altar der gefallenen Faschisten“ („Ara dei Caduti Fascisti“), die beim Marsch auf Rom starben, umgestaltet.

             
   

Scalinata di Trinità dei Monti

Die Spanische Treppe (der deutsche Name ist von der unterhalb gelegenen Piazza di Spagna abgeleitet) in Rom ist eine der bekanntesten Freitreppen der Welt. Der Entwurf zur Spanischen Treppe stammt von Francesco De Sanctis, der sich in einem von Papst Clemens XI., dem Vorgänger Innozenz XIII., ausgeschriebenen Wettbewerb gegen Alessandro Specchi durchsetzte. Dieser hatte mit dem später abgerissenen Ripetta-Hafen bereits einen ähnlichen Auftrag mit Erfolg durchgeführt. Die Probleme De Sanctis' waren beträchtlich: Am Beginn der von 1723 bis 1725 gebauten Treppe treffen zwei Sichtachsen aufeinander: zum einen der Blick nach Norden zur Via del Babuino, zum anderen der nach Westen zur Via Condotti. Die Treppe beginnt mit einem zentralen Aufgang und zwei parallelen seitlichen Läufen. Alle drei treffen nach einem Drittel der Steigung auf einer ersten Terrasse zusammen, um sich dann wieder zu trennen und die zweite Terrassenmauer zu umfließen. Es folgt ein sich verengender zentraler Aufgang, der sich vor der letzten Terrassenmauer wieder teilt und endlich zur Kirche Trinità dei Monti führt. Mit dieser Dreiteilung der Treppe nahm De Sanctis auch Bezug auf die der Heiligen Dreifaltigkeit geweihte Kirche auf dem Hügel. Die Wirkung der Treppe wird noch dadurch verstärkt, dass einige Treppenstufen konvex, andere dagegen konkav verlaufen. Das Bauwerk überwindet einen Höhenunterschied von 23 Metern, hat eine Länge von 68 Metern, misst in der mittleren Terrasse 40 Meter Breite und überspannt mit der oberen zweigeteilten Treppe 52 Meter. Das Sitzen auf der Treppe ist seit 2019 verboten.

              
     

Fontana della Barcaccia

Die Fontana della Barcaccia wurde in den Jahren 1627 (oder 1628) bis 1629 von Pietro Bernini, Vater von Gian Lorenzo Bernini, auf Wunsch des Papstes Urban VIII. (Maffeo Barberini) gebaut, wobei Bienen, eine heraldische Symbolik der Familie des Pontifex, und die Tiara an den äußeren Enden des Bootes in die Gestaltung einbezogen wurden. Mitarbeiter waren der Bildhauer Battista Bancozzi und möglicherweise auch Gian Lorenzo Bernini. Der Name Barcaccia wird von der Form einer halbgeneigten Barkasse abgeleitet. Der Brunnen sollte an eine Hochwasserkatastrophe im Jahre 1598 erinnern, während der der Platz überschwemmt war und hier ein Boot gestrandet sein soll. Als Material wurde Travertin verwandt. Der Brunnen wird von der Aqua Virgo mit Trinkwasser versorgt. Wegen des zur Zeit der Erbauung schwachen Wasserdrucks wurde er leicht unter Straßenniveau angelegt. Der Brunnen wurde 1986 sowie 2013 / 2014 restauriert und gesäubert. Am 19. Februar 2015 wurde der Brunnen von Hooligans von Feyenoord Rotterdam bei Krawallen im Vorfeld des Europa-League-Spiels gegen den AS Rom stark beschädigt, was nach Angaben der Denkmalbehörde nicht mehr repariert werden kann.

            
     

Colonna dell’Immacolata

Am südlichen Teil steht der 1620 erbaute Palazzo di Spagna. Vor ihm steht die Colonna dell’Immacolata, die Säule der Unbefleckten, die 1856 von Papst Pius IX. zwei Jahre nach der Verkündigung des Dogmas der unbefleckten Empfängnis errichtet wurde. Am Festtag Mariä Empfängnis am 8. Dezember kommt der Papst traditionell zu einem Gebet an die Säule.

              
           

Shopping / Umgebung

Die Gegend um die Straße Via Condotti am Fuß der Treppe wurde zum luxuriösen Einkaufsbezirk mit Geschäften wie Bulgari, Gucci oder Prada. Direkt neben der Spanischen Treppe befinden sich rechts das Keats-Shelley-Museum und links Babington’s Tea Rooms. Beides, die ehemalige Wohnung des englischen Schriftstellers Percy Bysshe Shelley, in der auch John Keats lebte und starb, wie auch der alte englische Tea Room sind Zeugen der internationalen Künstlergemeinschaft, die im 18. und 19. Jahrhundert rund um die Piazza di Spagna lebte. Direkt am Anfang der Via Condotti befindet sich auch das Caffè Greco, das ein beliebter Treffpunkt der Deutschrömer und Nazarener im 19. Jahrhundert war und mit verschiedenen Exponaten noch heute an diese Zeiten erinnert.

                 
   

Fotos, texte, Grafiken: JHreisen - Wikipedia / Daten und Links ohne Gewähr (07.2025)