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Der 14 Meter hohe Obelisk wurde in
Ägypten aus Rosengranit gemeißelt und unbeschriftet nach Rom
gebracht. Erst dort wurden die Hieroglyphen angebracht. Hierbei
handelt es sich um eine Imitation der Inschrift des Obelisken
auf der Piazza del Popolo. Die Inschrift auf dem Sockel gibt
einen Hinweis auf den Fundort des Obelisken. Papst Pius VI.
nennt den Obelisken dort OBELISCUM SALLUSTIANUM. Die Gärten des
Sallust lagen in der Antike zwischen dem Quirinal und dem
Pincio. Dort, in der Nähe des heutigen Deutschen Archäologischen
Instituts, wurde der Obelisk erstmals im 4. Jahrhundert von
Ammianus Marcellinus erwähnt und dort stand der Obelisk noch bis
ins 8. Jahrhundert. Im 16. Jahrhundert wird dann in Berichten
davon gesprochen, dass er, in mehrere Teile zerbrochen, am Boden
lag. Anfang des 18. Jahrhunderts wurde er zunächst zum Lateran
gebracht, aber dort nicht aufgestellt. Erst 1789 wurde er an
seinem jetzigen Standort aufgestellt. Um seine Errichtung an
dieser Stelle hatte es einen langen Streit zwischen dem Papst
und dem französischen König gegeben. Der Papst wollte mit der
Errichtung auf der vom französischen König bezahlten und in
Auftrag gegebenen Treppe sein Primat gegenüber König Ludwig XV.
zum Ausdruck bringen, der sich mit einem Reiterstandbild dort
verewigen lassen wollte. Lange Jahre geschah nichts und erst in
den Jahren 1787 bis 1789, als der französische König zunehmend
andere Sorgen hatte, wurde der Obelisk durch Papst Pius VI.
aufgerichtet. Goethe sah am 13. Februar 1787 den Beginn der
Ausschachtungsarbeiten für das Fundament des Obelisken und
überliefert in seiner Italienischen Reise zudem, wie der Entwurf
des Monuments im Karneval 1788 verspottet wurde, weil der Sockel
als unverhältnismäßig hoch empfunden wurde. Die am
ursprünglichen Standort in den Gärten des Sallust verbliebene
originale Basis des Obelisken wurde 1912 beim Bau der Deutschen
Evangelischen Kirche in Rom gefunden und unter Benito Mussolini
1926 auf dem Kapitol aufgestellt und zum „Altar der gefallenen
Faschisten“ („Ara dei Caduti Fascisti“), die beim Marsch auf Rom
starben, umgestaltet.
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