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Erbaut wurde die Brücke 207 v. Chr. als
Holzbrücke mit dem Namen Pons Milvius, da der erste Erbauer der gens
Milvia angehörte. Der Censor Marcus Aemilius Scaurus erneuerte die
Brücke 115 bis 109 v. Chr., schon mit massiven Pfeilern und wieder mit
hölzernem Überbau. Als Baumaterial wurden Tuffgestein und Travertin für
die Verkleidung der Bögen verwendet. Aus dieser Zeit stammen die noch
heute zu sehenden massiven Pfeiler.
Mehrmals wird der Pons Milvius bei antiken Schriftstellern wie Marcus
Tullius Cicero, Titus Livius, Tacitus und Ammianus Marcellinus erwähnt.
Cicero berichtet, wie Catulus und Pompeius sich dort mit Lepidus
bekämpften. 63 v. Chr. wurden die Verschwörer des Catilina dort
verhaftet. Augustus ließ im Jahre seines 7. Konsulats alle
Brücken der Via Flaminia in Ordnung bringen. Cassius Dio berichtet, dass
es zu dieser Zeit auf der Brücke einen Bogen mit der Statue des Augustus
gab und einen weiteren mit einer Quadriga. 16 v. Chr. wurden Münzen mit
der Abbildung der Brücke geprägt.
312 n. Chr. endete an der Brücke die Schlacht zwischen Kaiser Konstantin
und seinem Mitkaiser Maxentius und so schritt Kaiser Konstantin nach
Rom.
538 floh Witichis mit seinen Goten über die Brücke. 799 kehrte Papst Leo
III. aus dem Frankenreich zurück, wo er Karl den Großen besucht hatte.
Dieser reiste im folgenden Jahr nach Rom, um dort zum Kaiser gekrönt zu
werden. 823 zogen Lothar I. und 896 Arnulf von Kärnten über die Brücke
und erhielten im Petersdom ihre kaiserlichen Salbungen, wobei die
Begrüßungen an der Brücke stattfanden.
1121 passierte der Papst Kalixt II. die Brücke
gemeinsam mit seinem Gefangenen, dem Gegenpapst Gregor VIII. unter den
Spottrufen der Römer.
1149 erfolgt eine umfassende Restaurierung der Brücke. 1152 in einem
Brief des römischen Senats an Konrad III.:
„…Ihr sollt außerdem wissen, dass wir die kaum weit außerhalb der Stadt
gelegene Brücke, die über lange Zeit aufgrund der Gegnerschaft von
Kaisern zerstört war, mit großer Anstrengung wiederherstellen, damit
euer Heer über sie übersetzen kann und euch die Löwen Petri durch die
Engelsburg nicht schaden können, wie sie mit dem Papst Eugen III. und
dem Sizilianer Roger II. beschlossen hatten. In kurzer Zeit wird das
Werk mit einer äußerst starken Mauer und harten Steinen mit Hilfe Gottes
vervollständigt.“
Man brachte die Milvische Brücke wieder in einen
einwandfreien Zustand. Jeder musste dazu beim Einzug und Auszug sowohl
durch Gaben/Spenden als auch durch Tribut beitragen.
1312 versuchte König Heinrich VII. die Brücke zu überqueren, der aber
aufgrund des Widerstands kaiserfeindlicher Truppen nicht bis St. Peter
gelangte und sich daher wieder zurückziehen musste. 1335 während des
Pontifikats des Papstes Benedikt XII. (Papst 1334–1342) im vatikanischen
Kodex niedergeschrieben: „Milvische Brücke despotisch zerstört durch das
Gefolge der grausamen Orsini…“
1405 übertrug Papst Innozenz VII. alle
Tiberbrücken mit Ausnahme des Ponte Milvio an die Stadtverwaltung von
Rom, da er den Stadtvätern nicht zutraute, diese bekannte Brücke zu
unterhalten und zu sichern. Er stellte eigens dafür an den Brückentürmen
eigene Wächter auf. Das nützte nichts, denn die Ghibellini aus Rom
beschädigten die Brücke dennoch erheblich.
1429 beauftragte Papst Martin V. den Architekten Francesco Genazzano,
die Brücke zu reparieren. 1451 und 1458 wurde sie von Nikolaus V. und
Kalixt III. umfassend erneuert. Das hölzerne Brückendeck wurde durch
eine steinerne Fahrbahnplatte und der Nordturm wurde durch einen
mächtigen Turm mit Eingangsbogen ersetzt..
Papst Pius VII. Chiaramonti (1800–1823)
beauftragte den Architekten Giuseppe Valadier, den Entwurf der Brücke zu
ändern. Die beiden ufernahen Holzbrücken waren bis dahin als Schutz
gegen die häufigen militärischen Angriffe nur aus Holz gebaut, damit sie
bei Gefahr zerstört werden konnten. Diese ufernahen Holzbrücken wurden
nun durch steinerne Bögen ersetzt.
1849 wurde sie von Garibaldi teilweise zerstört, um sich dem
französischen Angriff zu widersetzen und später durch Papst Pius IX.
Feretti (1846–1878) von Franzesco Azzurri erneuert.
Die letzten kriegerischen Auseinandersetzungen an der Brücke endeten mit
dem Zweiten Weltkrieg. Den Verkehr mit schweren Panzerwagen bewältigte
sie.
1951 wurde der nahe gelegene Ponte Flaminio dem Verkehr übergeben, der
Ponte Milvio dient heute als Fußgängerbrücke.
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