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Die Porta Carmentalis war ein antikes Stadttor der Servianischen Mauer in Rom.
Sie stammte ursprünglich aus dem 5. Jahrhundert v. Chr., wurde aber wie die
gesamte Stadtmauer im 4. Jahrhundert v. Chr. erneuert. Die porta Carmentalis lag
zwischen dem forum boarium und dem forum holitorium, etwa dort, wo sich heute
die Via della Consolazione und die Via Teatro Marcello kreuzen. Sie befand sich
somit im Tal zwischen kapitolinischem Hügel und Palatin, einer Stelle, die heute
noch Vico Jugario genannt wird. Die Toranlage hatte anscheinend zwei Durchgänge,
von denen der rechts aus der Stadt führende porta scellerata genannt wurde. Ihn
zu durchschreiten galt als schlechtes Omen, ein Aberglaube, der auf eine
legendäre Begebenheit im ersten Krieg gegen Veii im Jahr 476 v. Chr. zurückging.
Damals sollen alle dreihundert männlichen Mitglieder der gens Fabia, nachdem sie
vom Quirinal abgestiegen waren und den Fuß des Kapitols passiert hatten, durch
den rechten Durchgang des Tores gekommen sein. Als sie anschließend den pons
sublicius überschritten hatten, um sich den Feinden zu stellen, wurden sie in
einem Hinterhalt beim Fluss Cremera überrascht und niedergemacht. Diese
Geschichte weckte noch nach Jahrhunderten Emotionen und der Volksglaube schuf
die Verbindung zwischen dem rechten Durchgang der porta Carmentalis und dem
Massaker, obwohl die Geschehnisse, unabhängig von ihrem Wahrheitsgehalt, ein
gutes Jahrhundert vor Errichtung der Stadtmauer und folglich des damit
verbundenen Tores lagen. Schon in augusteischer Zeit galt die porta Carmentalis
als antikes Monument und hatte keine rechte Funktion mehr, weder als Durchgang
noch als militärisches Bollwerk. Der Name des Tores geht auf eine der ältesten
Mythen und Heiligtümer Roms zurück, das Heiligtum der Carmenta, das sich in der
Nähe des Tores befunden haben soll. Gänzlich unklar ist die Funktion dieses
Tores, das sich in unmittelbarer Nähe der porta flumentana befunden hat und wie
dieses den Zugang zu Kapitol vom forum boarium und zum pons sublicius bot.
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