ISOLA TIBERINA

Die Tiberinsel (Isola Tiberina) ist eine kleine Insel im Tiber. Sie ist ca. 270 m lang und bis zu 67 m breit. Einer Sage nach soll sie entstanden sein, als das Volk Tarquinius Superbus vertrieb und dabei die vom Marsfeld geplünderten Kornähren, welche dem König gehörten, in den Tiber warf. Tatsächlich ist die Tiberinsel von zentraler Bedeutung für die Stadt Rom. Da sie die Überquerung des Flusses erleichtert, war es möglich, an dieser Stelle die Straßen, die die nördliche tyrrhenische Küste mit der südlichen verbanden, weiterzuführen. Dies machte diese Insel zu einem strategisch wichtigen Punkt, der wohl einer der wichtigsten Faktoren für die Entstehung von Rom war. Die Insel ähnelt in ihrer Form einem Schiff, und ein Obelisk, der sich früher in der Mitte der Insel befand, unterstrich als „Mast“ diese Ähnlichkeit. Im Jahre 291 v. Chr., nach einer schweren Seuche, wurde hier der Tempel des Aesculap, des Gottes der Heilkunst, errichtet. Neben diesem Tempel wurden Portiken und weitere Gebäude errichtet, um die kranken Pilger, die hier auf eine Wunderheilung hofften, unterzubringen. Die Insel ist über zwei Brücken mit dem Festland verbunden. Zum linken Ufer führt der noch erhaltene, 62 v. Chr. errichtete Pons Fabricius; zum rechten Ufer, nach Trastevere führt der 46 v. Chr. errichtete Pons Cestius. Letzterer wurde um 370 von den Kaisern Valentinian I., Valens und Gratian erneuert und gegen Ende des 19. Jahrhunderts vollständig umgebaut. Heute befindet sich auf der Insel die Basilika San Bartolomeo all'Isola und ein Krankenhaus, das einem religiösen Orden angehört.

        

Tiber

Die Sage verlegt die Namensgebung des Tiber in frühe, möglicherweise vorlatinische Zeit. Der neunte König von Alba Longa, Tiberinus, sei im Fluss ertrunken, der später nach ihm benannt worden sei. Der Tiber entspringt in dem Apennin am Monte Fumaiolo (1407 m) auf 1348 Metern oberhalb der Ortschaft Balze, die noch zur Region Emilia-Romagna gehört. Dies geht auf Benito Mussolini zurück, der aus der Region Romagna stammte. Er ließ die Regionsgrenze verlegen, sodass fortan die Quelle nicht mehr in der Toskana, sondern in seiner Geburtsregion lag. Eine Säule wurde aufgestellt und eine Marmorinschrift hinzugefügt: "Hier entspringt der Tiber, heiliger Ursprung Roms". Bereits am Fuße des Berges erreicht der Fluss die Toskana und verläuft von hier in dem wesentlichen parallel zur Schnellstraße "3bis" und erreicht nach etwa 30 km kurz hinter dem Ort Sansepolcro Umbrien. Hier folgt er der Schnellstraße weiter über die Orte Citta di Castello , Umbertite , Perugia bis Todi . Von hier aus kann man dem Fluss auf der Straße 448 zu dem Naturschutzbereich "Parco Fluviale del Tevere" folgen, wo der Tiber zu dem "Lago die Corbara" (138 m) wird. Am Ausfluss wird die von Orvieto kommende Autobahn A1 erreicht, die den Tiber nun bis Rom begleitet. Das Tibertal bildet hier die Grenze zwischen den Regionen Umbrien und Latium, bis nach Orte bei Magliano Sabina endgültig Latium erreicht wird. An den antiken Straßen via tiberina und via salaria fließt der Tiber nun nach Rom. Bei der Tiberinsel teilt sich der Fluss unterhalb des steilen Kapitolshügels, was früh einen Flussübergang und eine Siedlung der Latiner auf dem Palatin erlaubte, aus der das spätere Rom erwuchs. In der Antike floss der Tiber etwa 60 km südwestlich bei der Hafenstadt Ostia in das Meer. Schon damals bewirkte die Versandung der Mündung eine Neuanlage und Verlegung des Hafens unter Kaiser Claudius und nochmals unter Trajan (Porto). Inzwischen liegt das Meer 4 km weit von Ostia antica entfernt, am Hafen des Claudius liegt der Flughafen, das sechseckige Hafenbecken von Porto ist ein kleiner idyllischer See, von Privatgrundstücken umgeben. Das moderne Ostia ist ein lebendiger, aber etwas unansehnlicher Vorort Roms mit endlosen Sandstränden, die mangels Freibädern trotz des bräunlichen Wassers von den Römern in dem Sommer gestürmt werden. Die wichtigsten Nebenflüsse des Tiber sind Chiascio , Chiani und Nera . Der Sage nach wurde der Gründer Roms, Romulus, mit seinem Zwillingsbruder Remus in einem Körbchen auf dem Tiber ausgesetzt und an einer sumpfigen Stelle zu Füßen des Palatin von einer Wölfin gesäugt, dann von dem Hirten Faustulus gefunden und aufgezogen. Vom Hafen in Ostia antica, später von Porto zogen Ochsenwagen mit Waren beladene Schiffe flussaufwärts nach Rom. Die Scherben der in dem römische Flusshafen bei dem antiken Stadttor Porta Portese zerbrochenen Amphoren wurden jahrhundertelang auf einem Hügel gesammelt, dem monte testaccio, der auch heute noch 40 Meter hoch ist. Bei der antiken Milvischen Brücke in dem Norden des heutigen Rom besiegte Mitkaiser Konstantin I. seinen Rivalen Maxentius am 27.10 312. Von der damaligen Pontonbrücke (die eigentliche Brücke war aus strategischen Gründen abgebrochen worden) stürzte er mit seiner schweren Rüstung in den Tiber und ertrank. Die folglich frisch errichtete Brücke ist heute noch in Teilen erhalten. Die für den Aufstieg des Christentums in dem Römischen Reich entscheidende Begebenheit ist auf dem Konstantinsbogen in Rom dargestellt. Nachdem in der Völkerwanderungszeit die Aquädukte zerstört worden waren, blieb außer den Brunnen der Tiber die einzige Wasserquelle der Stadt, weshalb sich der Siedlungsschwerpunkt in das Tiberknie auf dem einstigen Marsfeld und nach Trastevere verlagerte. Währenddessen der Leichensynode in dem Jahr 897 wurde die aus ihrer Gruft gezerrte Leiche von Papst Formosus in den Fluss geworfen. Der versandete Kanal aus der Zeit Trajans, der Fluss, Meer und den Hafen Porto miteinander verband, wurde unter Papst Paul V. 1612 wieder geöffnet und besteht noch heute. Derselbe Papst ließ auch antike Aquädukte wieder instandsetzen. Weil der Tiber in der Stadt, deren Schwerpunkt nun direkt am Fluss in der Nähe des Vatikan lag, stets wieder verheerende Überschwemmungen mit sich brachte, wurde er nach der insbesondere schlimmen von 1870 ab 1876 innerhalb Roms in einen tiefen Kanal gebettet, somit aber auch als lebendige Wasserader abgeschnitten, die uralten Bauten am Ufer vernichtet. Heute versucht man, den Tiber zu renaturieren und als Lebensnerv der Stadt wiederzugewinnen.

     

    

   


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