SCHLACHT AUF DEM ERISEE / put-in-bay (13.SEPTEMBER 1813)

Allgemeines
  USA Grossbritannien / indianer

befehlshaber

oliver hazard perry, jesse elliott robert heriot barclay, robert finnis
truppenstärke 9 schiffe (siehe unten) 6 schiffe (siehe unten)
verluste 27 gefallen, 96 verwundet 41 gefallen, 93 verwundet, 306 gefangen / 6 schiffe

Vorgeschichte

Im September 1813 hatte die US-Flotte auf dem Eriesee unter Oliver Hazard Perry zahlenmäßig die Übermacht über die unter Mangel an Nachschub und Ausrüstung leidende britische Flotte unter Commander Robert Heriot Barclay gewonnen. Die Amerikaner konnten elf Schiffe in den Kampf führen, die Briten nur sechs. Da die britischen Schiffe und die bei dem 1812 eroberten Detroit stehenden Landstreitkräfte unter Henry Procter durch die amerikanischen Schiffe von ihrem Nachschub abgeschnitten waren und ihnen Verpflegung, Munition und Geld ausgingen, musste Barclay schließlich den Kampf wagen, um eine Aufhebung der Blockade zu erzwingen. Um ausreichend Mannschaften zu bekommen, musste er Infanteristen an Bord nehmen. Die britische Flotte bestand aus den Schiffen Detroit (Flaggschiff) und Queen Charlotte, der Brigg Hunter, den Schonern Lady Prevost und Chippeway und der Sloop Little Belt. Perry verfügte hingegen über die Briggs Lawrence (Flaggschiff), Niagara und Caledonia, die Schoner Ariel, Scorpion, Somers, Porcupine und Tigress sowie die Sloop Trippe. Artilleristisch war die Überlegenheit der Amerikaner noch deutlicher, da die britischen Schiffe teilweise nur mit leichten, unzureichenden Geschützen ausgestattet waren. Während eine Breitseite der amerikanischen Flotte 896 Pfund wog, konnten die Briten lediglich 459 Pfund aufbringen.


ROIYAL NAVY

Name Typ Tonnage Crew bewaffnung kommandant hinweis
Chippeway Schooner 70 15 1 × 9-pounder long gun Master's Mate J. Campbell Captured
Detroit Sloop 490 150 1 × 18-pounder (on swivel)
2 × 24-pounder long guns
6 × 12-pounder long guns
8 × 9-pounder long guns
1 × 24-pounder carronade
1 × 18-pounder carronade
Commander Robert Heriot Barclay Captured
General Hunter Brig 180 45 4 × 6-pounder long guns
2 × 4-pounder long guns
2 × 2-pounder long guns
2 × 12-pounder carronades
Lieutenant George Bignall Captured
Queen Charlotte Sloop 400 126 1 × 12-pounder long gun
2 × 9-pounder long guns
12 × 24-pounder carronades
Commander Robert Finnis Captured
Lady Prevost Schooner 230 86 1 × 9-pounder long gun
2 × 6-pounder long guns
10 × 12-pounder carronades
Lieutenant Edward Buchan (mortally wounded);
Lieutenant Frédérick Rolette
Captured
Little Belt Sloop 90 18 1 × 12-pounder long gun
2 × 6-pounder long guns
Lieutenant John F. Breman Captured

us NAVY

Name Typ Tonnage Crew bewaffnung kommandant hinweis
Scorpion Schooner 86 35 1 × 32-pounder long gun
1 × 32-pounder carronade
Sailing Master Stephen Champlin  
Ariel Schooner 112 36 4 × 12-pounder long guns Lieutenant John H. Packet  
Lawrence Brig 480 136 2 × 12-pounder long guns
18 × 32-pounder carronades
Master Commandant Oliver Hazard Perry Surrendered
Caledonia Brig 180 53 2 × 24-pounder long guns
1 × 32-pounder carronade
Lieutenant Daniel Turner  
Niagara Brig 480 155 2 × 12-pounder long guns
18 × 32-pounder carronades
Master Commandant Jesse Elliott  
Somers Schooner 94 30 1 × 24-pounder long gun
1 × 32-pounder carronade
Lieutenant A. H. M. Conklin  
Porcupine Schooner 83 25 1 × 32-pounder long gun Acting Master George Serrat  
Tigress Schooner 82 35 1 × 32-pounder long gun Sailing Master Thomas C. Abny  
Trippe Sloop 60 35 1 × 24-pounder long gun Lieutenant Thomas Holdup Stevens  

Verlauf

Bei Tagesanbruch des 10. September sichteten die in der Put-in-Bay (Ohio) vor Anker liegenden Amerikaner die britischen Schiffe, die daraufhin eine Gefechtslinie bildeten. Die Amerikaner griffen sie in einer unregelmäßigen Linie an und näherten sich in einem spitzen Winkel. Da zunächst nur ein Teil der amerikanischen Schiffe effektiv in den Kampf eingriff, trugen die Scorpion, Ariel, Chesapeake und Lawrence auf der einen, die Caledonia, Detroit, Queen Charlotte und die Chippeway auf der anderen Seite das Hauptgewicht des Kampfes. In einem erbitterten Kampf gelang es den Briten, die Lawrence außer Gefecht zu setzen und zum Wrack zu schießen. Sie erlitten jedoch selbst schwere Schäden, insbesondere das Flaggschiff Detroit und die Queen Charlotte. Barclay wurde schwer verwundet und unter Deck gebracht. Bevor sein Flaggschiff die Flagge strich, wechselte Perry auf die Niagara und führte das weitgehend unbeschädigte Schiff sowie die drei bislang am Kampf nicht ernsthaft beteiligten Schoner zum Durchbruch durch die britische Linie. Die britischen Schiffe setzten sich erbittert zur Wehr, waren durch das vorangegangene Gefecht jedoch schon so stark beschädigt, dass sie teilweise manövrierunfähig waren. Nach einer vierstündigen Schlacht strich die Detroit um 15 Uhr die Flagge. Fast alle britischen Schiffe waren nur noch Wracks, lediglich die Chippeway und die Little Belt waren noch in der Lage, einen Fluchtversuch zu unternehmen, mussten sich aber der Trippe und der Scorpion ergeben. Die Amerikaner hatten 27 Tote und 96 Verwundete zu beklagen, die Briten 41 Tote und 94 Verwundete. Den Hauptteil der Verluste auf amerikanischer Seite hatte die Lawrence erlitten, die bei 103 Mann Besatzung 83 Tote und Verwundete verloren hatte. Die meisten britischen Opfer hatte es auf der Detroit und der Queen Charlotte gegeben.


Folgen

Der amerikanische Sieg hatte für den Kriegsschauplatz westlich des Ontariosees entscheidende Auswirkungen. Er zwang die Briten zur Aufgabe von Detroit und den meisten Eroberungen von 1812 und ermöglichte es General Harrison, nach Kanada vorzustoßen und die britischen Landtruppen sowie ihre indianischen Verbündeten auf dem Rückzug abzufangen und in der Schlacht am Thames River aufzureiben. Damit war der Krieg im Nordwesten im Wesentlichen beendet und die britische Präsenz in diesem Bereich weitgehend beseitigt. Zusammen mit der Schlacht am Thames River und dem amerikanischen Sieg von Plattsburgh 1814 war der amerikanische Sieg auf dem Eriesee ein wesentlicher Faktor dafür, dass die britische Regierung Ende 1814 auf einen Friedensschluss auf der Basis des status quo einwilligte und auf Eroberungen verzichtete. Die Lawrence und die Niagara wurden von der US Navy im Eriesee versenkt, da die Gefechtsschäden so schwer waren, dass sich eine Reparatur nicht mehr lohnte. Die Lawrence wurde 1875 gehoben und in Philadelphia ausgestellt, dort aber durch einen Brand zerstört. Die Niagara wurde 1913 ebenfalls gehoben und restauriert, zerfiel aber mangels konservatorischer Maßnahmen. Schließlich wurde das Schiff demontiert. Teile wurden für eine Rekonstruktion verwendet, die in Erie (Pennsylvania) ausgestellt ist.


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