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Am
7. Januar 1781 ließ Tarleton seine Truppen um 2:00 Uhr morgens wecken
und setzte seinen Marsch in Richtung Cowpens fort. Babits stellte fest,
dass die britischen Truppen in den fünf Tagen vor der Schlacht
erheblichen körperlichen Belastungen ausgesetzt wurden, deren Ausgleich
Ruhe und entsprechende Ernährung erfordert hätten. Laut Babits gingen
den Briten 48 Stunden vor der Schlacht die Nahrungsvorräte aus, und die
Männer hatten weniger als vier Stunden geschlafen. Tarletons Brigade
marschierte, teilweise im Laufschritt, über schwieriges Gelände, durch
Sümpfe und über die nach heftigen Regenfällen stark angeschwollenen
Flüsse. Aber Tarleton hatte den Sieg vor Augen und wollte keine Verzögerung
dulden, als er das Schlachtfeld erreichte. Seine Späher hatten ihm von
dem Gelände berichtet, in dem Morgan sich zur Schlacht stellen würde,
und er war siegesgewiss. Immerhin waren Morgans Männer, überwiegend
Milizionäre, zwischen der erfahrenen britischen Armee und einem Fluss
eingekeilt. |
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Auf
dem Schlachtfeld angekommen, stellte er seine Truppen direkt gegenüber
der Kontinentalarmee auf. Siegesgewiss schickte er seine erschöpften Männer
in die Schlacht. Sein Plan war einfach. Seine Kavallerie war mit drei zu
eins deutlich überlegen und im Gegensatz zu den Amerikanern verfügte
er über Artillerie. Er entschied sich für einen Frontalangriff mit der
Infanterie und erfüllte damit Morgans Erwartungen. Die Masse seiner
Infanterie stellte sich in einer Linie auf, um direkt gegen Morgan
vorzugehen. Das Zentrum der Linie bildete die Britische Legion, die von
je einer Kanone links und rechts flankiert wurde. Links von der Legion
setzte Tarleton die Royal Fuseliers ein, rechts die leichte Infanterie.
Die Flanken schütze Tarleton durch je eine Einheit von 50 Dragonern.
Das 250 Mann starke Bataillon der schottischen Highlander unter Major
Arthur MacArthur, einem lang gedienten und sehr erfahrenen Soldaten der
Holländisch-Schottischen Brigade, bildete die Reserve. Außerdem
behielt Tarleton die 200 Mann starke Kavallerie für die Verfolgung des
geschlagenen Feindes in Reserve. Diese beiden Truppenteile befahl er
etwa 140 Meter hinter seine Angriffslinie. Nach
Tarletons Aufmarsch konnten die Scharfschützen aus der Deckung beim
ersten Angriff der Briten 15 Dragoner verwunden oder töten, bevor sie
sich auf die Höhe des zweiten Treffens zurückzogen. Die Briten zögerten
kurz, marschierten aber weiter vor und trafen auf die Milizen, die auf
Befehl zwei Salven in die britischen Reihen feuerten. Die Verluste der
Briten betrafen zu 40% die Offiziere, worauf sich die britischen Linien
überrascht und verwirrt vorübergehend zurückzogen. Sie formierten
sich neu und drangen wieder auf die amerikanische Armee ein. Die Milizen
unter Colonel Pickens schienen sich aus britischer Sicht aufzulösen und
nach hinten zu fliehen. Tarleton reagierte darauf, indem er einem seiner
Offiziere namens Ogilvie befahl, mit einigen Dragonern in die Reihen der
seiner Ansicht nach geschlagenen Amerikaner einzubrechen. Seine Männer
griffen in exerziermäßiger Formation an und wurden sofort vom Feuer
der Musketen der Milizionäre erfasst ohne sich aber aufhalten zu
lassen. Die Briten brachen erfolgreich durch die Reihe der Amerikaner
und hielten sich bereits für siegreich. Aber nachdem sie bereits
Schwung verloren und Verluste erlitten hatten, trafen sie auf eine
weitaus stärkere Linie. Die tiefe Staffelung der amerikanischen Linien
schwächte die Wucht des Angriffs. Nachdem die Briten den Rückzug der
ersten beiden Treffen als Flucht missverstanden hatten, prallten sie auf
die letzte Gefechtslinie der disziplinierten Berufssoldaten, die den Hügel
hielten.
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Trotzdem
glaubte Tarleton, dass er die einzige für ihn sichtbare noch standhafte
Reihe Amerikaner würde besiegen können, und schickte seine Infanterie
in einen erneuten Frontalangriff. Die Highlander wurden an die Flanke
der Amerikaner befohlen. Unter dem Befehl Howards schwenkten die
Amerikaner zurück, um ein Umgehen der rechten Flanke durch die Briten
zu verhindern. Den vermeintlichen Sieg vor Augen und völlig
desorganisiert folgten ihnen die Briten, die den geordneten Rückzug der
Truppen als Flucht interpretierten. Unerwartet wendete Howard seine Männer
und feuerte eine Salve in die britischen Verfolger. Tripletts Musketiere
attackierten ebenfalls mit verheerenden Folgen für die Briten, während
die Kavallerie unter Washington und McCall zum Angriff überging. Von
den Amerikanern gestellt, flohen die britischen Dragoner. Nachdem
Washington die Truppen Ogilvies bezwungen hatte, ritt er ebenfalls gegen
die britische Infanterie an. Als der britische Angriff endgültig zum
Stehen gekommen war, schlug die amerikanische Kavallerie an der rechten
Flanke und von hinten zu, während die wieder formierte Miliz hinter dem
Hügel aus der Deckung erneut antrat. Sie hatte die gesamte
amerikanische Stellung einmal umrundet, um die Briten in der linken
Flanke zu treffen. Der
Schock über diesen plötzlichen Gegenangriff und das Wiederauftauchen
der Milizen an den Flanken, an denen die erschöpften Männer Tarletons
ihre eigene Kavallerie erwarteten, entmutigte die Briten so sehr, dass
mehr als die Hälfte der britischen und loyalistischen Infanterie zu
Boden fiel, ob verwundet oder nicht. Ein Vorgang, den der Historiker
Lawrence Babits als Battle Fatigue (Shell Shock) diagnostizierte, der
eine Form der akuten Belastungsreaktion in Kriegssituationen bezeichnet.
Gefangen in einer doppelten Umfassung durch die amerikanischen Truppen
gaben viele der Briten auf.
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Nachdem
der rechte Flügel und das Zentrum der britischen Formation
zusammengebrochen war, kämpfte lediglich eine kleine Gruppe der
Highlanders noch gegen einen Teil der Truppen unter Howard. Tarleton
erkannte die aussichtslose Lage und ritt zu seiner einzig verbliebenen
frischen Einheit, der Kavallerie, die er in Reserve behalten hatte. In
einem verzweifelten Versuch, wenigstens noch etwas zu retten,
organisierte er eine Gruppe Kavalleristen, um zumindest die Kanonen
nicht in die Hände der Amerikaner fallen zu lassen. Als er erkannte,
dass diese bereits erobert waren, kehrte er zurück auf das eigentliche
Schlachtfeld. Nachdem er dort sofort von den Truppen Washingtons
angegriffen wurde, entschloss er sich endgültig zur Flucht. Angeblich
stellte ihn General Washington auf diesem Rückzug mit dem Säbel, aber
Tarleton erschoss Washingtons Pferd und konnte fliehen. Die
von den vorangegangenen Schlachten und der berüchtigten Grausamkeit
Tarletons aufgebrachten Patrioten konnten von Morgan, gemeinsam mit
Pickins und Howard, daran gehindert werden, den Briten „Tarleton’s
quarter“ zu gewähren. Es kam dank der Führungsqualitäten Morgans zu
keinen Übergriffen gegen die Gefangenen, der die Bedeutung dieses
Sieges letztlich geschmälert hätte. 86%
der Armee Tarletons wurde gefangen, verwundet oder getötet: Morgans
Truppen nahmen 712 britische und königstreue Soldaten gefangen, 200
davon verwundet, 110 Briten waren gefallen.Daneben konnten 2 Kanonen, 2
Regimentsfahnen, 53 Karren, 100 Pferde, 800 Musketen, eine transportable
Schmiede, 60 Sklaven und, wie Morgans Bericht an Greene besagte, “die
gesamte Musik” erbeutet werden. Ein verheerender Schlag für die
Briten, denn die verlorenen Truppen, insbesondere Tarletons Legion und
die Dragoner, gehörten zu den besten Soldaten der Armee von Cornwallis.
Wesentlich für den weiteren Verlauf des Krieges war jedoch nicht nur
die Anzahl der Gefallenen und Gefangenen, sondern vor allem die Zerstörung
der Kampfeinheiten in Tarletons Brigade und der Britischen Legion, eine
der angesehensten Einheiten der britischen Expeditions-Armee. Nach
den Angaben Flemings wurden auf Seiten der Amerikaner 12 Soldaten getötet
und 62 verwundet. Babits hingegen geht davon aus, dass die 73 Gefallenen
aus dem offiziellen Bericht aus Morgans Feder nur die Toten seiner regulären
Truppen umfasst haben, er konnte 128 getötete oder verwundete
Amerikaner anhand ihrer Namen identifizieren. Darüber hinaus präsentiert
er einen Eintrag in die Urkunden des Staates North Carolina, nach dem 68
Soldaten und 80 Milizionäre getötet wurden. Es scheint, als wären
sowohl die Verluste als auch die Truppenstärke, die Morgan in seinem
Bericht angab, etwa nur halb so hoch wie es tatsächlich der Fall war. Daniel
Morgan hatte eine Schlacht brillant geschlagen, deren Taktik der
doppelten Umfassung mit der Schlacht von Cannae verglichen wurde. Seine
Entscheidungen und seine Führungsqualitäten hatten es ermöglicht, mit
einer überwiegend aus freiwilligen Milizen bestehenden Armee einen der
eindeutigsten Siege des Krieges zu erringen.
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