Schlacht von Cowpens (17. Januar 1781)


Konfliktparteien

Befehlshaber

 

Daniel Morgan

 

 

Banastre Tarleton

 

Truppenstärke

ca. 1.912

ca. 1.150

Verluste

gefallen: 25 / verwundet: 124 / vermisst/gefangen: 

gefallen: 110 / verwundet: 200 / vermisst/gefangen: 712


Allgemeines

Cowpens, South Carolina, ist als klassisches Aufeinandertreffen nach vorherigem Manövrieren einzustufen. Die Schlacht markiert den Beginn der Offensive der Revolutionäre unter General Nathanael Greene, die die Briten aus dem südlichen Kampfgebiet vertreiben sollte. Im Hinblick auf die Dauer und die eingesetzten Soldaten war die Schlacht gewichtiger als die von Princeton, und sie erwies sich gerade gegen Ende des Krieges von unschätzbarem Wert, da sich die Vernichtung eines großen Teils der königlichen Südarmee als ein wesentlicher strategischer Vorteil herausstellen sollte. 

    

   

   

   

 Homepage des Cowpens National Battlefield: HIER

   


Abläufe

Am 7. Januar 1781 ließ Tarleton seine Truppen um 2:00 Uhr morgens wecken und setzte seinen Marsch in Richtung Cowpens fort. Babits stellte fest, dass die britischen Truppen in den fünf Tagen vor der Schlacht erheblichen körperlichen Belastungen ausgesetzt wurden, deren Ausgleich Ruhe und entsprechende Ernährung erfordert hätten. Laut Babits gingen den Briten 48 Stunden vor der Schlacht die Nahrungsvorräte aus, und die Männer hatten weniger als vier Stunden geschlafen. Tarletons Brigade marschierte, teilweise im Laufschritt, über schwieriges Gelände, durch Sümpfe und über die nach heftigen Regenfällen stark angeschwollenen Flüsse. Aber Tarleton hatte den Sieg vor Augen und wollte keine Verzögerung dulden, als er das Schlachtfeld erreichte. Seine Späher hatten ihm von dem Gelände berichtet, in dem Morgan sich zur Schlacht stellen würde, und er war siegesgewiss. Immerhin waren Morgans Männer, überwiegend Milizionäre, zwischen der erfahrenen britischen Armee und einem Fluss eingekeilt.

   

 

 

   

     

 

Auf dem Schlachtfeld angekommen, stellte er seine Truppen direkt gegenüber der Kontinentalarmee auf. Siegesgewiss schickte er seine erschöpften Männer in die Schlacht. Sein Plan war einfach. Seine Kavallerie war mit drei zu eins deutlich überlegen und im Gegensatz zu den Amerikanern verfügte er über Artillerie. Er entschied sich für einen Frontalangriff mit der Infanterie und erfüllte damit Morgans Erwartungen. Die Masse seiner Infanterie stellte sich in einer Linie auf, um direkt gegen Morgan vorzugehen. Das Zentrum der Linie bildete die Britische Legion, die von je einer Kanone links und rechts flankiert wurde. Links von der Legion setzte Tarleton die Royal Fuseliers ein, rechts die leichte Infanterie. Die Flanken schütze Tarleton durch je eine Einheit von 50 Dragonern. Das 250 Mann starke Bataillon der schottischen Highlander unter Major Arthur MacArthur, einem lang gedienten und sehr erfahrenen Soldaten der Holländisch-Schottischen Brigade, bildete die Reserve. Außerdem behielt Tarleton die 200 Mann starke Kavallerie für die Verfolgung des geschlagenen Feindes in Reserve. Diese beiden Truppenteile befahl er etwa 140 Meter hinter seine Angriffslinie. Nach Tarletons Aufmarsch konnten die Scharfschützen aus der Deckung beim ersten Angriff der Briten 15 Dragoner verwunden oder töten, bevor sie sich auf die Höhe des zweiten Treffens zurückzogen. Die Briten zögerten kurz, marschierten aber weiter vor und trafen auf die Milizen, die auf Befehl zwei Salven in die britischen Reihen feuerten. Die Verluste der Briten betrafen zu 40% die Offiziere, worauf sich die britischen Linien überrascht und verwirrt vorübergehend zurückzogen. Sie formierten sich neu und drangen wieder auf die amerikanische Armee ein. Die Milizen unter Colonel Pickens schienen sich aus britischer Sicht aufzulösen und nach hinten zu fliehen. Tarleton reagierte darauf, indem er einem seiner Offiziere namens Ogilvie befahl, mit einigen Dragonern in die Reihen der seiner Ansicht nach geschlagenen Amerikaner einzubrechen. Seine Männer griffen in exerziermäßiger Formation an und wurden sofort vom Feuer der Musketen der Milizionäre erfasst ohne sich aber aufhalten zu lassen. Die Briten brachen erfolgreich durch die Reihe der Amerikaner und hielten sich bereits für siegreich. Aber nachdem sie bereits Schwung verloren und Verluste erlitten hatten, trafen sie auf eine weitaus stärkere Linie. Die tiefe Staffelung der amerikanischen Linien schwächte die Wucht des Angriffs. Nachdem die Briten den Rückzug der ersten beiden Treffen als Flucht missverstanden hatten, prallten sie auf die letzte Gefechtslinie der disziplinierten Berufssoldaten, die den Hügel hielten.

   

     

 

   

     

 

Trotzdem glaubte Tarleton, dass er die einzige für ihn sichtbare noch standhafte Reihe Amerikaner würde besiegen können, und schickte seine Infanterie in einen erneuten Frontalangriff. Die Highlander wurden an die Flanke der Amerikaner befohlen. Unter dem Befehl Howards schwenkten die Amerikaner zurück, um ein Umgehen der rechten Flanke durch die Briten zu verhindern. Den vermeintlichen Sieg vor Augen und völlig desorganisiert folgten ihnen die Briten, die den geordneten Rückzug der Truppen als Flucht interpretierten. Unerwartet wendete Howard seine Männer und feuerte eine Salve in die britischen Verfolger. Tripletts Musketiere attackierten ebenfalls mit verheerenden Folgen für die Briten, während die Kavallerie unter Washington und McCall zum Angriff überging. Von den Amerikanern gestellt, flohen die britischen Dragoner. Nachdem Washington die Truppen Ogilvies bezwungen hatte, ritt er ebenfalls gegen die britische Infanterie an. Als der britische Angriff endgültig zum Stehen gekommen war, schlug die amerikanische Kavallerie an der rechten Flanke und von hinten zu, während die wieder formierte Miliz hinter dem Hügel aus der Deckung erneut antrat. Sie hatte die gesamte amerikanische Stellung einmal umrundet, um die Briten in der linken Flanke zu treffen. Der Schock über diesen plötzlichen Gegenangriff und das Wiederauftauchen der Milizen an den Flanken, an denen die erschöpften Männer Tarletons ihre eigene Kavallerie erwarteten, entmutigte die Briten so sehr, dass mehr als die Hälfte der britischen und loyalistischen Infanterie zu Boden fiel, ob verwundet oder nicht. Ein Vorgang, den der Historiker Lawrence Babits als Battle Fatigue (Shell Shock) diagnostizierte, der eine Form der akuten Belastungsreaktion in Kriegssituationen bezeichnet. Gefangen in einer doppelten Umfassung durch die amerikanischen Truppen gaben viele der Briten auf.

   

  

  

Nachdem der rechte Flügel und das Zentrum der britischen Formation zusammengebrochen war, kämpfte lediglich eine kleine Gruppe der Highlanders noch gegen einen Teil der Truppen unter Howard. Tarleton erkannte die aussichtslose Lage und ritt zu seiner einzig verbliebenen frischen Einheit, der Kavallerie, die er in Reserve behalten hatte. In einem verzweifelten Versuch, wenigstens noch etwas zu retten, organisierte er eine Gruppe Kavalleristen, um zumindest die Kanonen nicht in die Hände der Amerikaner fallen zu lassen. Als er erkannte, dass diese bereits erobert waren, kehrte er zurück auf das eigentliche Schlachtfeld. Nachdem er dort sofort von den Truppen Washingtons angegriffen wurde, entschloss er sich endgültig zur Flucht. Angeblich stellte ihn General Washington auf diesem Rückzug mit dem Säbel, aber Tarleton erschoss Washingtons Pferd und konnte fliehen.  Die von den vorangegangenen Schlachten und der berüchtigten Grausamkeit Tarletons aufgebrachten Patrioten konnten von Morgan, gemeinsam mit Pickins und Howard, daran gehindert werden, den Briten „Tarleton’s quarter“ zu gewähren. Es kam dank der Führungsqualitäten Morgans zu keinen Übergriffen gegen die Gefangenen, der die Bedeutung dieses Sieges letztlich geschmälert hätte. 86% der Armee Tarletons wurde gefangen, verwundet oder getötet: Morgans Truppen nahmen 712 britische und königstreue Soldaten gefangen, 200 davon verwundet, 110 Briten waren gefallen.Daneben konnten 2 Kanonen, 2 Regimentsfahnen, 53 Karren, 100 Pferde, 800 Musketen, eine transportable Schmiede, 60 Sklaven und, wie Morgans Bericht an Greene besagte, “die gesamte Musik” erbeutet werden. Ein verheerender Schlag für die Briten, denn die verlorenen Truppen, insbesondere Tarletons Legion und die Dragoner, gehörten zu den besten Soldaten der Armee von Cornwallis. Wesentlich für den weiteren Verlauf des Krieges war jedoch nicht nur die Anzahl der Gefallenen und Gefangenen, sondern vor allem die Zerstörung der Kampfeinheiten in Tarletons Brigade und der Britischen Legion, eine der angesehensten Einheiten der britischen Expeditions-Armee. Nach den Angaben Flemings wurden auf Seiten der Amerikaner 12 Soldaten getötet und 62 verwundet. Babits hingegen geht davon aus, dass die 73 Gefallenen aus dem offiziellen Bericht aus Morgans Feder nur die Toten seiner regulären Truppen umfasst haben, er konnte 128 getötete oder verwundete Amerikaner anhand ihrer Namen identifizieren. Darüber hinaus präsentiert er einen Eintrag in die Urkunden des Staates North Carolina, nach dem 68 Soldaten und 80 Milizionäre getötet wurden. Es scheint, als wären sowohl die Verluste als auch die Truppenstärke, die Morgan in seinem Bericht angab, etwa nur halb so hoch wie es tatsächlich der Fall war. Daniel Morgan hatte eine Schlacht brillant geschlagen, deren Taktik der doppelten Umfassung mit der Schlacht von Cannae verglichen wurde. Seine Entscheidungen und seine Führungsqualitäten hatten es ermöglicht, mit einer überwiegend aus freiwilligen Milizen bestehenden Armee einen der eindeutigsten Siege des Krieges zu erringen.


Folgen

Nach dem Debakel in der Schlacht von Camden war der überraschende Sieg bei Cowpens ein Wendepunkt für die psychologische Verfassung der Amerikaner. Er ermutigte nicht nur die Bürger aus dem Hinterland, sondern alle gegen die Briten rebellierenden Menschen in den südlichen Kolonien. Nach dieser Schlacht waren sie bereit, weiter um ihre Freiheit zu kämpfen, während die britischen und loyalistischen Truppen demoralisiert waren. Die Vernichtung eines so renommierten und wesentlichen Teiles der britischen Armee im Süden war gegen Ende des Krieges von entscheidender Bedeutung; nicht nur war Tarletons Britische Legion vollständig zerschlagen worden, sondern eine überwiegend aus freiwilligen Milizen bestehende Armee hatte den gut ausgebildeten britischen Soldaten diese Niederlage zugefügt. Gemeinsam mit dem Sieg in der Schlacht von Kings Mountain war Cowpens der entscheidende Schlag gegen Cornwallis, der wahrscheinlich einen Großteil des Widerstandes im Süden hätte niederschlagen können, wenn Tarleton in Cowpens gesiegt hätte. Stattdessen war die Schlacht Auslöser für eine Reihe von Ereignissen, die zum Ende des Krieges führten. Als unmittelbare Folge der Niederlage bei Cowpens gab Cornwallis seine Bemühungen auf, South Carolina zu befrieden. Er verfolgte Greenes Truppen nach North Carolina, um eine Entscheidungsschlacht im Süden zu erzwingen.


U.S. Monument

             
 

Info-Tafeln

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Robert Scruggs House

 


Amerikanische Truppen

Die amerikanischen Truppen standen unter dem Kommando des Brigadegenerals Daniel Morgan, der in seinem offiziellen Bericht angab, nur knapp über 800 Mann in die Schlacht von Cowpens geführt zu haben. Der Historiker Lawrence Babits, der die Schlacht eingehend untersucht hat, kommt zu folgenden Zahlen:

   

   

-  Abteilungen der 1. und 3. Continental Light Dragoon, der amerikanischen berittenen Infanterie (82)

-  Ein Bataillon amerikanische Infanterie (300)

-  Drei Abteilungen der State Dragoons (55)

-  Drei Kompanien Infanterie aus den Staatsarmeen (etwa 150)

-  Eine Kompanie Dragoner der Milizen (45)

-  Eine Brigade mit vier Bataillonen, ein weiteres Bataillon und mehrere Kompanien aus Milizen gebildete Infanterie (1.255-1.280)

   

Insgesamt ergibt sich daraus eine Truppenstärke zwischen 1.887 und 1.912 Mann an Offizieren und Mannschaften. Die Aufteilung auf die beteiligten Staaten ergibt etwa 855 Mann aus South Carolina, 442 aus Virginia, 290 bis 315 Mann aus North Carolina, 180 aus Maryland, 60 aus Georgia und 60 Mann aus Delaware. Die Diskrepanz zwischen den Angaben Morgans und der tatsächlichen Truppenstärke kann unter anderem durch das Eintreffen von Freiwilligen erklärt werden, die nicht in Morgans Kampfverbänden organisiert waren. Die Nachricht von der zu erwartenden Auseinandersetzung hatte sich im Hinterland verbreitet. Neben den Truppen Pickens, der erst in der Nacht kurz vor der Schlacht bei Morgan eintraf, fanden sich etliche kleinere Gruppen kampfwilliger Männer nach dem Vorbild der „Overmountain Men“, der freiwilligen Kämpfer aus den Appalachen, unaufgefordert auf dem Schlachtfeld ein.. Die amerikanischen Truppen Morgans bestanden überwiegend aus unerfahrenen freiwilligen Milizen. Daneben konnte er über einige kriegserfahrene Veteranen und einige wenige ausgebildete Milizen verfügen, die Erfahrung aus den Schlachten bei Musgrove Mill und Kings Mountain mitbrachten. Unter ihnen befanden sich auch einige der „Overmountain Men“ aus den Grenzregionen der Provinzen, die ebenfalls bei Kings Mountain gekämpft hatten.


Britische Truppen

Unter der Führung von Colonel Banastre Tarleton kämpften bei Cowpens auf britischer Seite:

  

  

-  Eine Legion Loyalisten: 250 Mann Kavallerie und 200 Mann Infanterie

-  Die Kompanie der leichten Infanterie des 16. Regiment (42)

-  Eine Abteilung der 17. Light Dragoons (50)

-  Das 71. Regiment, Fraser's Highlanders (334)

-  Eine Batterie der Royal Artillery (24) mit zwei 3-Pfündern bewaffnet.

-  Die leichte Kompanie des Prince of Wales's American Regiment (31)

-  Das 7. Regiment, die Royal Fusiliers (177)

-  Eine Kompanie Aufklärer (50)

Insgesamt über 1.150 Offiziere und Mannschaften. Davon gehörten 300 Mann zur Kavallerie und 24 zur Artillerie, während die übrigen Infanteristen waren (553 Soldaten, 281 Mann Milizen). Die Männer der Royal Artillery, des 17. Light Dragoons, des 16. und des 71. Regiments waren zuverlässige und gut ausgebildete Soldaten. Hingegen war die Abteilung des 7. Regiment gerade erst ausgehoben worden und sollte eigentlich zur Grundausbildung in die Garnison des Fort 96 gebracht werden, anstatt direkt in die Schlacht geführt zu werden. Tarletons eigene Einheit, die Britische Legion, galt als herausragend in der Verfolgung geschlagenen Feindes aber als unzuverlässig, wenn dieser sich entschlossen zur Schlacht stellte.


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