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Erstmals urkundlich erwähnt wurde Dunkerque im 7. Jahrhundert als
Fischersiedlung. Dank seiner strategisch günstigen Lage am Eingang zum
Ärmelkanal entwickelte sich der Ort rasch: 960 wurde eine Stadtmauer, 1233 das
erste Rathaus errichtet. Ein wichtiger Wirtschaftszweig Dünkirchens war über
Jahrhunderte der Heringsfang und später der Kabeljaufang vor Island.
Andererseits weckte die Lage der Stadt seit jeher Begehrlichkeiten. Im
Laufe ihrer Geschichte gehörten die „dütsch“-sprachigen (niederfränkisch oder
niederländisch) Bewohner zunächst zu Flandern, Burgund und den Spanischen
Niederlanden. 1646 wurde Dünkirchen von Frankreich und den Niederlanden nach
einmonatiger Belagerung erobert und fiel im Englisch-Spanischen Krieg nach der
Schlacht in den Dünen 1658 an England. Schließlich wurde die Stadt am 17.
Oktoberjul. / 27. Oktober 1662greg. für fünf Millionen Livres vom englischen
König Karl II. an den französischen König Ludwig XIV. verkauft. Von da an wurde
die Stadt unter Vauban mit starken Festungswerken umgeben. Im 16. und 17. Jh.
war die Stadt Stützpunkt der Freibeuter von Dünkirchen. Im 19. Jahrhundert stieg
die Stadt zum drittgrößten Hafen Frankreichs auf. Im Ersten Weltkrieg gehörte
die Stadt zum unmittelbaren Hinterland der belgischen Yser-Front und war Ziel
deutscher Bombardements. Im Zweiten Weltkrieg, im Frühjahr 1940, wurde
Dünkirchen bei den Kämpfen zwischen der deutschen Wehrmacht und den nach der
Schlacht von Dünkirchen dort eingekesselten Briten und Franzosen weitgehend
zerstört. Ab 1940 unterhielt die deutsche Kriegsmarine in der Stadt ein
Marinelazarett. 1944, nach der Operation Overlord, wurde Dünkirchen von der
Wehrmacht zur Atlantikfestung erklärt, bis Kriegsende verteidigt und erst nach
der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht am 9. Mai 1945 von den Alliierten
besetzt. Am 1. Januar 1970 fusionierte die zuvor selbstständige Gemeinde
Malo-les-Bains mit Dunkerque und bildet seitdem eines der Quartiers der Stadt.
Am 9. Dezember 2010 wurden die bis dahin selbstständigen Gemeinden
Saint-Pol-sur-Mer und Fort-Mardyck Ortsteile von Dunkerque. Die Einwohnerzahl
stieg damit an. Im Zuge der Flüchtlingskrise in Europa, nach der Räumung des
Dschungels von Calais im Oktober 2016, wurde Dunkerque zum Ziel zahlreicher
Flüchtlinge und Migranten, die sich von dort aus Zutritt zum Vereinigten
Königreich erhofften. Im Februar 2017 hatten sich bereits rund 2.000 Personen im
Lager bei Grande-Synthe gesammelt, in dem sie unter teils prekären Bedingungen
lebten.
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