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ALLGEMEINES |
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| geschichte |
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Die Gründung der Stadt Le Mans ist zurückzuführen auf ein Oppidum der keltischen Cenomani. Die Siedlung wurde 56 v. Chr. von den Römern erobert, die sie Suindinum nannten. Im 3. Jahrhundert wurde eine Stadtmauer errichtet, die zum Teil noch heute erkennbar ist. In spätrömischer Zeit entstand das Bistum Le Mans (als erster Bischof gilt der Heilige Julianus), das später dem Erzbistum Tours unterstellt wurde. Zunächst zur Herrschaft des Syagrius gehörig, wurde Le Mans 486 von den Franken erobert. Später wurde Le Mans Zentrum der Grafschaft Maine, die vor allem im 11. und frühen 12. Jahrhundert zwischen den Herzögen der Normandie und den Grafen von Anjou immer wieder umkämpft war. 1110 konnte sich Anjou endgültig die Oberhoheit über das Land sichern, das mit dem Aufstieg der Plantagenets zu Königen von England 1154 Teil des Angevinischen Reiches wurde. Johann Ohneland verlor den Festlandbesitz nördlich der Loire allerdings wieder an die französische Krone, die damit 1204 auch Le Mans wieder unter ihre Herrschaft brachte. Im Verlauf des Hundertjährigen Krieges war Maine dann wieder zwischen Engländern und Franzosen umkämpft, worunter auch die Bevölkerung von Le Mans zu leiden hatte, die sich hinter ihre Stadtmauern zurückziehen und die mittlerweile errichteten Vororte aufgeben musste. 1443 konnten die Engländer dann endgültig aus Maine vertrieben werden. Nachdem hier zwischenzeitlich wieder ein eigenes Grafengeschlecht herrschte, wurde Maine 1480 dem Kronbesitz zugeschlagen. Nach der Reformation zählte Maine zu den hugenottischen Provinzen, sodass es hier erneut zu blutigen Auseinandersetzungen kam; erst 1589 konnte Heinrich IV. auch hier für Frieden sorgen, der sich als recht dauerhaft erweisen sollte. Im Zeitalter des Absolutismus erlebte das örtliche Handwerk einen Aufschwung, insbesondere die Herstellung von Textilien und Wachs. 1740 gingen zwei Drittel der Textilproduktion der Stadt in den Export. Die Verbesserung der Verkehrswege förderte den wirtschaftlichen Aufschwung zur Zeit der Industrialisierung zusätzlich: 1844 erhielt Le Mans einen Eisenbahnanschluss an der Strecke Paris-Rennes. Von großer Bedeutung für die Stadt waren auch die Aktivitäten der Familie Bollée, die in den 1840er Jahren hier zunächst Dampfmaschinen produzierte, ab 1887 dann vor allem Automobile herstellte. Vom 10. bis 12. Januar 1871 fand hier die Schlacht bei Le Mans zwischen der französischen Loirearmee und der zweiten Armee des Prinzen Friedrich Karl während des Deutsch-Französischen Krieges statt. Diese endete mit einem deutschen Sieg. 1893 wurde Le Mans auch an das Telefonnetz angeschlossen. Die Tradition als Automobilrennstadt begründete ein erster Grand Prix im Jahre 1911. 1936 siedelte sich die Firma Renault in Le Mans an, die bis heute größter Arbeitgeber der Stadt ist, aber auch große Versicherungsunternehmen wählten Le Mans als Standort. Zwischen 1940 und 1944 war Le Mans deutsch besetzt, die Zerstörungen durch den Krieg hielten sich hier in Grenzen. Das höhere Bildungswesen, das lange eher vernachlässigt wurde, erhielt 1960 mit der Errichtung einer Universität eine vermehrte Förderung, allerdings war diese erste Hochschule zunächst von der Universität Caen abhängig. Bedeutender wurde die 1969 gegründete Technische Hochschule. Die École Nationale Supérieure d’Ingénieurs du Mans wurde 1995 gegründet. |
| Rennstrecke - Allgemeines | |||
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Der Circuit des 24 Heures ist die über 13 km lange teilpermanente
Motorsport-Rennstrecke, auf der das 24-Stunden-Rennen von Le Mans ausgetragen
wird. Nach dem Fluss Sarthe und dem Département Sarthe wurde der Kurs auch als
Circuit de la Sarthe bezeichnet. Die Rennstrecke besteht zum größten Teil (9,207
km) aus im Rennbetrieb abgesperrten öffentlichen Landstraßen bei Le Mans,
zusätzlich 4,419 km permanenter Rennstrecke sowie den Boxenanlagen, die auch für
den kurzen Rundkurs Circuit Bugatti genutzt werden. Die
Hochgeschwindigkeitsstrecke wird im Uhrzeigersinn befahren und hat einen
Vollgasanteil von über 85 %. Sie gilt entsprechend als eine Herausforderung für
die Fahrer und Rennwagen sowie deren Motoren, Antriebskomponenten, Bremsen und
Fahrwerke. |
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| Rennstrecke - Geschichte | |||
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Die Strecke verband ursprünglich
die Orte Le Mans, Mulsanne im Süden und Arnage im Südwesten. Beim ersten Rennen
1923 und in den 1920er Jahren führte die Strecke von der damaligen Boxenanlage
in der Rue de Laigné direkt in die Innenstadt von Le Mans und verließ nach einer
engen Rechtskurve in der Nähe der Brücke Pontlieu über eine lange Gerade wieder
die Stadt. Die Straße heißt heute Avenue Georges Durand, benannt nach Georges
Durand, einem der Gründer des Rennens. 1929 wurde die 17,262 km lange und damals
unbefestigte Strecke innerhalb der Innenstadt um 922 m verkürzt. Ab 1932 wurde
die Innenstadt sogar komplett gemieden. Die Strecke führte über den damals neuen
Streckenabschnitt durch den heute berühmten Dunlop-Bogen, über die
Kurven-Kombination Esses bis zur Tertre Rouge. Diese Streckenvariante war 13,492
km lang und wurde so unverändert bis zu der Katastrophe von Le Mans 1955
befahren. Für 300 Millionen alte französische Francs wurden 1956 die
Boxenanlagen modernisiert, aber Fahrbahn und Boxengasse wurden weitere zwei
Jahrzehnte nicht – wie mittlerweile üblich – getrennt. Die zentrale Ampelanlage
und der Turm für die Flaggenzeichen wurden an das Ende der Mulsanne-Kurve
verlegt. Mit den schneller werdenden Fahrzeugen in den 1960er Jahren gab es
besonders bei den Testfahrten im April viele Todesfälle und die Strecke kam
immer mehr in die Kritik. 1965 wurde die moderne, kleinere permanente
Rennstrecke Circuit Bugatti eröffnet. Beide Strecken teilen sich die Boxengasse,
die Boxengassenanlage und die erste Kurve mit dem berühmten Dunlop-Bogen. Ab
1968 wurde eine zusätzliche Schikane (Ford-Schikane) befahren, hierdurch werden
die Fahrzeuge kurz vor der Boxengasse eingebremst. 1969 erhielt die Strecke
Leitplanken. 1972 wurde durch den Bau der Porsche-Kurven der schnelle und
gefährliche Abschnitt Maison Blanche umgangen. Den Porsche-Kurven folgen die
Corvette-Kurven, eine schnelle links-rechts Kombination, die zur Ford Schikane
hinführt. Die Strecke ist berühmt für ihre 6 km lange Gerade, die auf der
öffentlichen Straße Ligne Droite des Hunaudières verläuft, einem Teil der Route
départementale D338 (1973–2006 Route nationale N138 / 1824–1973 N158). Diese
Gerade führt direkt in die Ortschaft Mulsanne und wird deswegen oft im
englischen Sprachgebrauch Mulsanne Straight genannt, obwohl die Route du
Mulsanne eigentlich nach Arnage führt. In den späten 1980er Jahren wurden hier
Höchstgeschwindigkeiten von über 400 km/h erreicht, was aber in Kombination mit
dem steigenden Anpressdruck zu vermehrten Reifenschäden führte. Die offizielle
Rekordmarke hält der Franzose Roger Dorchy, der 1988 mit einem WM P87 mit
2,8-Liter-Peugeot-Turbomotor und Michelin-Spezialreifen eine
Höchstgeschwindigkeit von 405 km/h erreichte. 1990 wurden aus Sicherheitsgründen
auf dieser Geraden zwei Schikanen eingebaut, um die erreichbare
Höchstgeschwindigkeit zu reduzieren. Im selben Jahr gab die FIA bekannt, dass
Rennstrecken mit Geraden länger als 2 km keine Streckenlizenz mehr erhalten.
Infolge des 2013 tödlich verunglückten Allan Simonsen am Ausgang von Tertre
Rouge auf die Mulsanne Straight wurde die Kurve neu gestaltet. Die Kurve wurde
um 1,5 m weiter nach innen gezogen und der Kurvenradius wurde auf 200 m Länge
geändert. Die Leitplanke wurde auf 150 m Länge ebenfalls um 1,5 m nach innen
gezogen und zusätzlich mit einer doppelten Reihe Reifenstapel ausgestattet. Die
Durchschnittsgeschwindigkeit in der Qualifikation fiel 1993 von 249 auf 243 km/h
und stieg dann bis 2008 wieder bis 247 km/h und übertraf 2017 mit 251,882 km/h
erstmals die auf dem Layout ohne Schikanen mit dem Porsche 962C erreichten
251,815 km/h. |
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