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GESCHICHTE |
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Allgemeines |
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Italien, ein Land mit einer reichen und komplexen Geschichte, erlebte seine Anfänge in der Antike mit dem Römischen Reich, das weite Teile Europas beherrschte. Nach dem Zerfall Roms entstanden verschiedene Stadtstaaten und Königreiche, bis im 19. Jahrhundert die Einigung Italiens unter dem Haus Savoyen erfolgte. Die folgende Zeit war von Turbulenzen geprägt, darunter der Faschismus unter Mussolini und die beiden Weltkriege. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Italien eine Republik und ist heute ein wichtiger Teil der Europäischen Union. |
| ZEITTAFEL (Auswahl) |
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Die Geschichte Italiens umfasst die
Entwicklungen auf dem Gebiet der Italienischen Republik von der
Urgeschichte bis zur Gegenwart. Sie lässt sich 1,3 bis 1,7
Millionen Jahre zurückverfolgen, wobei der moderne Mensch vor etwa
43.000 bis 45.000 Jahren in Italien auftrat und noch mehrere
Jahrtausende neben dem Neandertaler lebte. Bis ins 6. Jahrtausend
v. Chr. bildeten Jagd, Fischfang und Sammeln die Grundlagen seiner
Existenz. Etwa 6100 v. Chr. brachten erste Gruppen von außerhalb
der Apenninhalbinsel – wohl über See aus Südanatolien und dem
Nahen Osten – die Landwirtschaft mit; die Jäger und Sammler
verschwanden. Im 2. Jahrtausend v. Chr. setzte eine Entwicklung
ein, die aus den Dörfern frühe stadtähnliche Siedlungen machte.
Die Gesellschaften wiesen um diese Zeit erstmals deutliche Spuren
von Hierarchien auf. Die durch Schriftquellen belegte
Geschichte Italiens beginnt erst nach der Besiedlung durch
italische Völker. Neben ihnen erlebte die Kultur der Etrusker,
deren Herkunft ungeklärt ist, um 600 v. Chr. ihre Blütezeit. Im 8.
Jahrhundert v. Chr. hatte die griechische Kolonisation des
süditalienischen Festlandes und Siziliens begonnen, an der
Westküste der Insel siedelten Phönizier. Diese Kolonien gehörten
später zu Karthago. Die meisten Gebiete Norditaliens wurden von
Galliern besiedelt. Ab dem 4. Jahrhundert v. Chr. setzte die
Expansion Roms ein, 146 v. Chr. wurden Korinth und Karthago
zerstört, die Eroberung des Mittelmeerraums, später auch von
Teilen Mittel- und Nordeuropas brachte kulturelle Einflüsse und
Menschen aus dem gesamten Reich und den angrenzenden Gebieten nach
Italien. Die Halbinsel bildete das Zentrum des Römischen Reiches
und blieb es mit Einschränkungen bis zum Untergang Westroms um
476. Dabei verwandelte sich die agrarische Wirtschaftsbasis, die
anfangs aus Bauern bestanden hatte, zu einem System weiträumiger
Latifundien auf der Basis von Sklavenarbeit. Ein dichtes
Straßennetz verband die expandierenden Städte, dank dessen der
Warenaustausch, aber auch die Abhängigkeit von externen Gütern,
wie Weizen und Olivenöl aus Nordafrika, anwuchsen. In der
Spätantike erschienen neben der Sklaverei und den freien Bauern
auf dem Land Formen der Bindung an den Boden, wie das Kolonat,
wenngleich noch um 500 zwischen freien und unfreien Kolonen
unterschieden wurde (Kolonenedikt des Anastasius). Im 4.
Jahrhundert wurde das Christentum als Staatsreligion durchgesetzt. Ab dem 5. Jahrhundert kam Italien unter
die Herrschaft germanischer Stämme, die Bevölkerung ging bis um
650 drastisch zurück, kurzzeitig eroberte Ostrom im 6. Jahrhundert
das ehemalige Kerngebiet des Reiches. Die Städte schrumpften
drastisch, das Straßensystem verfiel, fast nur der Handel über die
Gewässer bestand fort. Im 8. Jahrhundert wurde der von den
Langobarden etwa zwei Jahrhunderte lang beherrschte Norden dem
Frankenreich angegliedert, später dem Heiligen Römischen Reich,
während im Süden Araber und Byzantiner herrschten, ab dem 11.
Jahrhundert Normannen. In den meisten Regionen setzte sich im
Frühmittelalter der Feudalismus durch, dessen Zusammenhänge mit
dem spätrömischen Kolonat äußerst komplex sind. Die
oberitalienischen Kommunen, die sich etwa im Lombardenbund
zusammenfanden, konnten sich im 12. und 13. Jahrhundert vom
Einfluss des Reichs lösen und eigene Territorien errichten. Von
dieser Vielzahl an Territorien waren die bedeutendsten Mailand,
die Seemächte Genua und Venedig, Florenz und Rom sowie der Süden
Italiens, der teils französisch, teils spanisch war. Eine zentrale
Rolle spielte die Tatsache, dass der Bischof von Rom zum Papst der
westlichen Kirche aufstieg, es 1054 zur Trennung von der östlichen
Kirche kam und der Papst in langwierige Auseinandersetzungen mit
den römisch-deutschen Königen, dann mit dem französischen König
Philipp IV. geriet. Letzterer zwang den Papst 1309 ins Exil nach
Avignon, das bis 1378 andauerte. Die Rückkehr der Päpste nach Rom
beschleunigte den Aufbau des Kirchenstaats in Mittelitalien, der
bis 1870 die politischen Entwicklungen auf der Halbinsel erheblich
beeinflusste. Vom 14. bis zum 16. Jahrhundert war
Italien das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der
Renaissance. Fünf führende Mächte hatten sich
herauskristallisiert, wobei der Kirchenstaat eine ganz eigene
Rolle spielte. Ab dem späten 15., vor allem aber im 16. und 17.
Jahrhundert mischten sich die europäischen Großmächte –
Frankreich, Spanien und Österreich – immer wieder in die
italienische Politik ein. Sie schotteten dabei in verschiedenem
Maße ihre Märkte gegen auswärtige Waren ab. Gleichzeitig übte das
Osmanische Reich ab dem späten 14. Jahrhundert starken
militärischen Druck insbesondere auf die Republik Venedig aus.
Dennoch strahlten die italienischen Kulturmetropolen, allen voran
Rom, Florenz und Venedig, weit über Italien und Europa aus. Nach vier Jahrhunderten der Zersplitterung
und Fremdherrschaft wurde die Halbinsel im Zuge der
Nationalbewegung des Risorgimento politisch vereint. Der moderne
italienische Staat besteht seit 1861, 1866 kamen Venetien und das
Friaul hinzu, nach dem Ersten Weltkrieg Julisch Venetien (Triest
und Görz), das Trentino und Südtirol. Kolonialkriege führte
Italien vor allem in Libyen (1951 unabhängig) und Äthiopien
(Schlacht von Adua 1896, Abessinienkrieg 1935/36). 1922 bis 1943
regierten die Faschisten unter Benito Mussolini in Italien, in den
letzten beiden Kriegsjahren kontrollierten die deutschen
Nationalsozialisten weite Teile des Landes, bis dieses von den
Alliierten und Partisanengruppen befreit wurde. 1946 entschied sich das italienische Volk
für die Abschaffung der Monarchie zugunsten der Republik. Erstmals
durften auch Frauen wählen. Seither prägen häufige
Regierungswechsel die politische Kultur, bis Anfang der 1990er
Jahre unter durchgehender Beteiligung der Democrazia Cristiana.
Dabei verweisen bis zum Ende des Kalten Krieges
Auseinandersetzungen um den Eurokommunismus, teils militant
geführte politische Auseinandersetzungen, der Gegensatz zwischen
Nord- und Süditalien, der Einfluss der katholischen Kirche, aber
auch Korruption bis in die politischen Führungsgruppen und
organisierte Kriminalität auf einige der zentralen Konfliktlinien
der Gesellschaft. Der Zusammenbruch des alten Parteiensystems und
eine Verfassungsänderung im Zuge der Tangentopoli-Affäre zu Beginn
der 1990er Jahre markierte einen politischen Einschnitt und den
Übergang zur sogenannten Zweiten Republik. |
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