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Die Villa d'Este ist ein Hauptwerk der
italienischen Gartenkunst und gilt als Vorbild für viele Gärten im
Zeitalter des Manierismus und Barock. Die erstaunliche Anzahl von
Brunnen, Nymphäen, Wasserspielen und -orgeln machen die Anlage einem
Wundergarten gleich. Der Kardinal Ippolito II. d'Este (1509-72), Sohn
der Lucrezia Borgia, ließ in der Villa den Prunk der Höfe von Ferrara,
Rom und Fontainebleau wieder aufleben. Seit 1550 Statthalter von Tivoli,
liebäugelte er wohl sogleich mit der Idee, einen Garten im abschüssigen
Hang unterhalb seines Palastes zu bauen. Das Tal wurde einer radikalen
Baukur unterzogen. Man vergrößerte es um das doppelte und räumte Häuser,
Kirchen, Weinhaine und Wälder ab, um eine längsaxiale Ausrichtung
zu erzwingen. Die imposanten Fundamente und die übereinander gebauten
Terrassen lassen an die hängenden Gärten der Semiramis von Babylon
denken, eines der sieben Weltwunder der Antike. Der Stich von Etienne
Duperac 1573 zeigt uns deutlich die Gartenanlage: Der Hanggarten ist
nordöstlich über ein System von Terrassen, Rampen und Treppen steil in
den Berg eingefügt. Die durch Nischenarchitektur markierte Mittelachse
führt von der oberen Palastterrasse hinab zu dem Hauptgarten. Hier
verwandelt sich die offene Hauptallee in einen geschlossenen Laubengang,
der auf halbem Weg von einem weiteren Laubengang gekreuzt wird. Quer zur
Hauptachse, die den Hanggarten mit der Villa verbindet, sollten
hintereinander gestaffelte Fischteiche, von denen drei ausgeführt
wurden, den Beginn der Hangschräge markieren. Das letzte Becken
schneidet in den nordwestlichen Hang ein und wird von einer
Doppelterrasse abgeschlossen, über der sich die imposante
Schauarchitektur der Wasserorgel erhebt. Die Villa d'Este hat einen
hohen Stellenwert in der Entwicklung der Gartenkunst, v.a. für die
Gärten in der Tuscia (im Nordlatium). Link: www.romaculta.it
(deutsch)
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