Der Arno

Allgemeines

Der Arno, in der Antike Arnus, ist ein 241 Kilometer langer Fluss in Italien in der nördlichen Toskana.Der Arno ist nach dem Tiber der bedeutendste Fluss Mittelitaliens und der Apenninhalbinsel. Er ist der größte Fluss der Toskana und der achtlängste Italiens. Er fließt ausschließlich in der nördlichen Toskana und dabei durch die Provinz Arezzo, die Metropolitanstadt Florenz und die Provinz Pisa. Das Einzugsgebiet des Arno beträgt mehr als 8200 km², der mittlere Abfluss 100 m³/s. Während der Schneeschmelze und nach heftigen Regenfällen schwillt der Arno rasch an und ist dann oft nur unter Gefahr schiffbar. Der Arno entspringt am Monte Falterona in den Apenninen im Gebiet des Casentino (Provinz Arezzo) durch den Zusammenfluss der Bäche Capo d’Arno, Arninio und Arnaccio.

     

ponte vecchio

Der Ponte Vecchio ist in der italienischen Stadt Florenz die älteste Brücke über den Arno. Das Bauwerk gilt als eine der ältesten Segmentbogenbrücken der Welt. Schon zu etruskischer Zeit existierte ein Übergang über den nach Westnordwesten fließenden Arno. Nachdem 1333 ein Hochwasser weite Teile der Stadt überflutet und eine an derselben Stelle stehende Holzbrücke zerstört hatte, sicherte man zunächst die Ufer des Arno durch hohe Mauern und errichtete anschließend in zehnjähriger Bauzeit zwischen 1335 und 1345 die heutige Brücke aus Stein. Ihr Baumeister ist unbekannt. Giorgio Vasari schrieb den Bau dem Maler Taddeo Gaddi zu, andere nennen den Dombaumeister Neri di Fioravanti. Die 95 m lange und etwa 20 m breite Brücke hat drei Segmentbögen mit Stützweiten von mittig 30 m und zu den Ufern je 27 m. Seitlich entlang der Brücke befinden sich seit 1345 lückenlos aneinandergereiht kleine Läden mit zur Brücke hin gerichtetem Eingang und Auslagen, rückwärtig jeweils mit Erkern ähnlichen Erweiterungen, die die eigentliche Brücke überragen. In seiner Vita Taddeo Gaddis beschreibt Vasari auch den Aufbau in der Breite: 8 braccia waren die Buden tief und 16 die Straße, insgesamt also 32 braccia, eine für die Zeit übliche Größenangabe in leicht zu merkenden Verhältnissen, die einen noch unüblichen Grund- oder Aufriss nicht nötig hatte. Die Straße ist allerdings um etwa 42 cm breiter als Vasari angab. Auf dem Brückenscheitel in der Mitte ist die Randbebauung unterbrochen und bietet einen Ausblick auf den Arno: durch eine Loggia mit drei Arkaden flussaufwärts nach Osten und nach Westen durch eine Freifläche, die eine Portraitstatue Benvenuto Cellinis ziert. Auch hier ergibt die offene Fläche mit einer Abweichung von 29 cm nur fast ein Quadrat, was ihn trotzdem zum geometrisch akkuratesten Platz der Stadt macht. Im Auftrag Cosimos I. de’ Medici wurde von Giorgio Vasari 1565 über der östlichen Ladenzeile ein Übergang gebaut, ein Teil des sogenannten Vasarikorridors, der die Regierungsbauten Palazzo Vecchio und Palazzo Pitti miteinander verbindet. Ursprünglich waren auf der Brücke hauptsächlich Schlachter und Gerber ansässig. Die Schlachter warfen ihre Abfälle in den Arno, die Gerber wuschen ihre Stoffe, die zuvor mit Pferdeurin gegerbt wurden. 1593 wurden sie per Dekret von Cosimo I. de’ Medici durch Goldschmiede ersetzt, da diese keinen Abfall produzierten. Noch heute gilt die Regel, es befinden sich ausschließlich Juweliere in den kleinen Läden auf der Brücke. Beim Rückzug der deutschen Truppen aus Florenz im Zweiten Weltkrieg wurde der Ponte Vecchio als einzige Brücke der Stadt nicht zerstört, sondern lediglich mit den Überresten der umliegenden zerstörten Gebäude versperrt. Angeblich gab Hitler den Befehl, die Brücke unversehrt zu lassen; auch wird dem deutschen Konsul Gerhard Wolf die Verhinderung der Sprengung zugeschrieben.

   

Ponte Santa Trinita

Die Ponte Santa Trinita erhielt ihren Namen von der nahe gelegenen Chiesa della Santa Trinita (Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit). Sie liegt unterhalb der Ponte Vecchio und oberhalb der Ponte alla Carraia. Die Ponte Santa Trinita ist die älteste Korbbogenbrücke der Welt. Über ihre elegante Bogenkonstruktion hinaus sticht die Brücke durch die scharf geschnittenen Widerlager hervor, die die Verstrickung von Baumstämmen bei Hochwasser verhindern, sowie durch die weißen Kartuschen und die vier allegorischen Figuren auf den Ecken, die die Jahreszeiten darstellen: 1608 aufgestellt, sind zwei das Werk des Pietro Francavilla (Frühling und Winter), die beiden anderen von Giovanni Caccini (Sommer und Herbst); sie feiern die Hochzeit des Cosimo II. mit Maria Magdalena von Österreich. Eine Holzkonstruktion entstand 1252 unter der Schirmherrschaft der Familie Frescobaldi. Diese Brücke brach aber nach wenigen Jahren (1259) unter der Last einer Menschenmenge zusammen, die ein Spektakel auf dem Arno besuchte. In Stein wieder errichtet, gab sie dem Druck des großen Hochwassers von 1333 nach, dass nur die Ponte alle Grazie verschonte. Der Wiederaufbau war langsam und dauerte insgesamt über fünfzig Jahre, von 1356 bis 1415. Die neuerliche Zerstörung von 1557, wiederum wegen Überschwemmung, ermöglichte die heutige Konstruktion, die zwischen 1567 und 1571 errichtet wurde. Das Projekt, beauftragt von Cosimo I. de’ Medici, gelangte an Bartolomeo Ammanati, scheint aber von Michelangelo in Zeichnung und Konstruktion begleitet worden zu sein, der möglicherweise die moderne Linie der drei elliptischen Bögen vorgeschlagen hat, die sich bei seinen Studien anlässlich der Medici-Kapellen und der Freitreppe des Vestibüls der Biblioteca Medicea Laurenziana wiederfinden. Diese Bogenform mit nach außen stärker werdenden Krümmungen ist eine Erfindung, die das Barock vorwegnahm, und außerdem einen großen technischen Fortschritt brachte. Die Brücke wurde am 4. August 1944 von deutschen Truppen auf dem Rückzug zerstört, von der britischen Armee durch eine Bailey-Brücke behelfsmäßig wieder benutzbar gemacht und zwischen 1952 und 1958 im gleichen Stil wieder errichtet. Insbesondere konnten die vier Statuen aus dem Fluss geborgen werden, nur der Kopf der Frühlings-Statue wurde erst 1961 wieder gefunden.

      
 

ponte alla carraia

Die Ponte alla Carraia ist eine fünfbogige Brücke, die den Fluss Arno überspannt und den Bezirk Oltrarno mit dem Rest der Stadt Florenz, Italien, verbindet. Im Westen befindet sich ein Wehr, die Pescaia di Santa Rosa, und die Ponte Amerigo Vespucci, und im Osten die Ponte Santa Trinita. Die Piazzien auf beiden Ufern sind die Piazza Nazario Sauro (Süden) und die Piazza Carlo Goldoni (Norden). An der nördlichsten Säule der Brücke lebt eine Familie von Coypus in einem Damm. Die erste Erwähnung der Brücke (damals aus Holz gebaut) stammt aus dem Jahr 1218. 1274 durch eine Flut zerstört, wurde sie bald wieder aufgebaut, stürzte aber 1304 erneut unter dem Gewicht einer Menschenmenge ein, die sich zum Schauspiel versammelt hatte. Sie war die erste Brücke in der Stadt, die nach der Flut von 1333 wiederaufgebaut wurde, möglicherweise nach Entwurf von Giotto. 1557 erneut beschädigt, wurde sie auf Testament von Großherzog Cosimo I. de' Medici umgebaut, der das Projekt Bartolomeo Ammannati übertrug. Im 19. Jahrhundert wurde die Brücke erweitert und während des Zweiten Weltkriegs (1944) von der sich zurückziehenden deutschen Armee gesprengt. Das heutige Bauwerk ist ein Entwurf von Ettore Fagiuoli und wurde 1948 fertiggestellt.

      
 

ponte alle grazie

Die Ponte alle Grazie ist eine nach 1945 wiederaufgebaute Brücke. Die ursprüngliche Brücke wurde Ponte di Rubaconte genannt, nach dem Namen des Podestà Rubaconte da Mandello, der 1237 den Bau in Auftrag gegeben hatte, wodurch sie älter als die Ponte Vecchio ist. Er wurde 1345 mit neun Bögen neu aufgebaut und ist damit der längste in Florenz. Giorgio Vasari schrieb den Entwurf einem Architekten namens Lapo Tedesco zu, dem Architekten des Bargello. Im Jahr 1346 wurden zwei der Bögen im Viertel Oltrarno aufgefüllt, um das Ufer zu erweitern, sodass die siebenbogige Struktur in einem Druck aus dem 17. Jahrhundert auf dieser Seite zu sehen ist. Diese Deponie verbreiterte die Straße Piazza dei Mozzi, die zum Palazzo Mozzi führt. Auf der Stadtseite befand sich ein kleines Oratorium mit einer Ikone der Madonna Alle Grazie, die der Brücke auch ihren Namen gab. An jedem der Masten wurden Bauwerke errichtet und blieben dort bis zur Verbreiterung der Straße, um Platz für die Eisenbahnstrecke zu schaffen. Diese Bauwerke waren zunächst entweder Kapellen, die einst den Heiligen Katharina von Alexandria, Barbara und Laurentius geweiht waren; oder als Hütten für weibliche Einsiedler oder Romiten errichtet. Diese Frauen, die die Skandale einiger Nonnenklöster der Stadt vermeiden wollten, sollen sich hier eingemauert haben und ihr Essen von Passanten durch kleine Schlitze erhalten haben. Diese Einsiedeleien wurden schließlich geräumt und die übrigen Frauen in ein Kloster in der Nähe von Santa Croce umgezogen, das in Murate oder Immured umbenannt wurde. Die Häuser wurden zu Wohnhäusern, bis sie in den 1870er Jahren geräumt wurden. Im August 1944 wurde die Brücke von den sich zurückziehenden Deutschen zerstört, als sie sich vor den vorrückenden alliierten Truppen im Zweiten Weltkrieg zurückzogen. Nach Kriegsende wurde ein Wettbewerb zur Entwicklung eines neuen Entwurfs für eine Ersatzbrücke ausgeschrieben. Der Gewinnerentwurf, das Werk einer Gruppe aus Architekten wie Giovanni Michelucci, Edoardo Said, Edoardo Detti, Riccardo Gizdolich und Danilo Know sowie dem Ingenieur Piero Melucci entwarf, zeichnet sich durch vier schlanke Pfeiler mit schmalen Bögen dazwischen aus. Die neue Brücke wurde 1953 fertiggestellt. Obwohl das neue Design mit der umliegenden Stadt harmonisch ist, spiegeln sein modernes Design und die Baumaterialien nicht die Form der vorherigen Brücke wider.

      
     

ponte amerigo vespucci

Die Ponte Amerigo Vespucci (oft auch kurz Ponte Vespucci genannt) überbrückt den Arno in Florenz als dritte Brücke unterhalb der Ponte Vecchio und verbindet die Uferstraßen Lungarno Amerigo Vespucci am rechten mit dem Lungarno Soderini am linken Ufer. Etwas oberhalb der Brücke wird der Fluss durch die Pescaia di Santa Rosa aufgestaut, eine schräg über den Fluss gebaute Sohlschwelle, mit der seine Fließgeschwindigkeit verringert wird. Sie ist nach Amerigo Vespucci benannt, der aus Florenz stammte. Die Brücke ist eine moderne, erst nach dem Zweiten Weltkrieg gebaute Straßenbrücke, die sich dennoch gut in die historische Umgebung einfügt. Die 163 m lange und 22,50 m breite Brücke hatte ursprünglich je zwei durch eine Mittelbarriere getrennte Fahrstreifen, einen Streifen für parkende Autos und einen etwa 2 m breiten Gehweg. 2022 wurde beidseitig ein Radweg neben dem Gehweg installiert und der Anwohner-Parkstreifen zu Lasten eines Fahrstreifens verschoben. Die Brücke wird von zwei mit Naturstein verkleideten Pfeilern aus Stahlbeton getragen, die auf tief in den Untergrund des Flusses reichenden Bohrpfählen gegründet sind. Die Widerlager sind hinter den Ufermauern verborgen. Die Spannbetonbrücke wurde von Riccardo Morandi mit Unterstützung der Architekten Ernesto Nelli, Giuseppe Giorgio Gori und Enzo Gori entworfen und in den Jahren 1955 bis 1957 gebaut. Bei der Sanierung 2019 wurde auch eine tiefe Auskolkung am linken Pfeiler geschlossen. Außerdem wurde das ursprüngliche Steinpflaster durch eine Asphaltdecke ersetzt.

       
   

Fotos, Texte, Grafiken: JHreisen - Wikipedia / Daten und Links ohne Gewähr (09.2026)