Basilika Santa Croce

  Allgemeines

Santa Croce ist eine Franziskanerkirche in Florenz. Ihre Grundsteinlegung soll einer Legende zufolge von dem hl. Franz von Assisi selbst vorgenommen worden sein. Santa Croce wird auch als „Pantheon von Florenz“ bezeichnet. Dies liegt allerdings nicht an ihrer Architektur, sondern daran, dass sich hier die Grabmäler von Machiavelli, Michelangelo, Galileo Galilei und Gioachino Rossini sowie Gedenkstätten für viele andere berühmte Italiener wie zum Beispiel Guglielmo Marconi befinden. Im Übrigen ist die Kirche in ihrer Anlage zwar von der klassischen Einfachheit franziskanischer Kirchenbauten geprägt, die hier allerdings ins Monumentale gesteigert ist, und mit Fresken von Giotto, Taddeo Gaddi und anderen Meistern ausgestattet. In der Kirche befinden sich zahlreiche Meisterwerke italienischer Maler des 14. Jahrhunderts, wie ein Kruzifix von Cimabue von Ende des 13. Jahrhunderts. Das Kruzifix wurde durch die Überschwemmung in Florenz 1966 beschädigt und trotz Restaurierung ist das Gesicht Christi verwischt. Giotto war 1317 für die Komposition und Ausführung der Fresken in der Peruzzikapelle (Szenen aus dem Leben des Evangelisten Johannes und Johannes des Täufers) und in der Bardikapelle (Szenen aus dem Leben des Heiligen Franziskus) verantwortlich. Die Szenen aus dem Marienleben in der Baroncellikapelle freskierte Taddeo Gaddi. Zum Ende des 14. Jahrhunderts malte sein Sohn Agnolo Gaddi in der Apsis den Zyklus der Legende vom Wahren Kreuz, auch die Heiligenszenen in der Castellanikapelle stammen von ihm und Gherardo Starnina. Donatello schuf sein erstes Kruzifix für die Kirche (1407–1408, ursprünglich im nördlichen Seitenschiff, heute in der Kapelle Bardi di Vernio) und etwa um 1433–1435 ein Hochrelief der Verkündigung aus Sandstein mit Terrakottaputten als Retabel für die Familie Cavalcanti. Das Retabel des ehemaligen Hochaltars von Ugolino di Nerio wurde entfernt und zerteilt. Seine Reste werden heute in verschiedenen Museen insbesondere der National Gallery in London und der Gemäldegalerie in Berlin aufbewahrt.

    
          
           

  Geschichte

Die Grundsteinlegung für den jetzigen Bau soll nach einer Inschrift am 3. Mai 1295 stattgefunden haben, einige Historiker vermuten das Jahr 1294. Der Entwurf entstammte dem Architekten Arnolfo di Cambio, der ebenfalls den Dom Santa Maria del Fiore entwarf. Die Bauarbeiten am Chor und am Querhaus dauerten bis zum Jahr 1300. Um das Jahr 1385 wurde die Kirche bis auf die Fassaden fertiggestellt. Filippo Brunelleschi entwarf die Cappella dei Pazzi am Kreuzgang südlich der Kirche, die die Familie Pazzi 1430 bauen ließ, die aber nie vollendet wurde. Im 16. Jahrhundert fing man mit dem Bau eines Campanile nach den Entwürfen von Francesco da Sangallo an. Der Turm wurde nie fertiggestellt, seine Reste wurden im Jahr 1854 abgebrochen. Die Arbeiten an den Fassaden beendete erst Nicola Matas im Jahr 1863. 1933 erhielt die Kirche durch Papst Pius XI. den Titel einer Basilica minor.


  Dante alighieri

Das abgebildete Denkmal ist das Kenotaph (Ehrenmal ohne sterbliche Überreste) für Dante Alighieri in der Basilica di Santa Croce in Florenz, Italien. Das neoklassizistische Grabmal wurde von dem Bildhauer Stefano Ricci geschaffen und 1829 eingeweiht. Auf dem Sockel ist ein Zitat aus dem 4. Gesang von Dantes Göttlicher Komödie (Inferno) zu lesen: „ONORATE L’ALTISSIMO POETA“ („Ehret den höchsten Dichter“). Oben thront eine Statue von Dante Alighieri, flankiert von allegorischen Figuren, die Italien (oder die Poesie) und die trauernde Dichtkunst darstellen. Obwohl Dante der berühmteste Sohn von Florenz ist, starb und begraben wurde er im Exil in Ravenna. Florenz bat mehrfach vergeblich um die Rückgabe seiner Gebeine, weshalb dieses leere Ehrengrab in der Santa-Croce-Kirche errichtet wurde.

      

  galileo galilei

Das Grabmal von Galileo Galilei (1564–1642). Er war italienischer Astronom, Physiker und Mathematiker. Das Grabmal wurde von Giulio Foggini entworfen und erbaut. Die Büste Galileis stammt von dem Bildhauer Giovanni Battista Caccini. Flankiert wird der Sarkophag von allegorischen Marmorfiguren, die die Astronomie (links mit einer Schriftrolle) und die Geometrie (rechts) darstellen.

     
 

  machiavelli

Grabmal von Niccolò Machiavelli, dem berühmten florentinischen Politiker, Diplomaten und Philosophen. Auf dem Marmorsockel steht der lateinische Satz „TANTO NOMINI NVLLVM PAR ELOGIVM“, was übersetzt bedeutet: „Kein Loblied ist diesem großen Namen angemessen“. Darunter stehen sein Name und sein Todesjahr (1527). Die monumentale Grabanlage wurde im Jahr 1787 von dem Bildhauer Innocenzo Spinazzi fertiggestellt. Auf dem Sarkophag thront eine Personifikation der Diplomatie oder des politischen Scharfsinns.

     
   

  michelangelo

Das Monumentalgrab von Michelangelo. Giorgio Vasari erbaue es zwischen 1564 und 1576. Die drei allegorischen Trauerfiguren repräsentieren die Bildhauerei (von Valerio Cioli), die Malerei (von Battista Lorenzi) und die Architektur (von Giovanni Bandini).

      

  rossini

Der berühmte italienische Komponist Gioachino Rossini (1792–1868), dessen sterbliche Überreste 1887 von Paris nach Florenz überführt wurden, liegt hier begraben Das monumentale Grabdenkmal wurde von dem italienischen Bildhauer Giuseppe Cassioli entworfen und in den Jahren 1900 bis 1902 geschaffen.

    

  kreuzgang

Der erste Kreuzgang der Basilika Santa Croce. Der Arkadengang ist mit Rundbögen, schlanken Säulen und Kreuzgewölben im Stil der Renaissance gestaltet. Der grüne, von Säulengängen umgebene Innenhof (Klosterhof) des Franziskanerklosters ist zu sehen. An den Wänden befinden sich Fragmente historischer Fresken und Verzierungen.

     

  leon battista alberti

Das ehrenmal ohne Grab für Leon Battista Alberti. Der Bildhauer Lorenzo Bartolini schuf das Werk im 19. Jahrhundert. Leon Battista Alberti war ein bedeutender Universalgelehrter, Architekt und Kunsttheoretiker der Frührenaissance. Die neoklassizistische Skulptur zeigt Alberti in der Mitte, flankiert von allegorischen Figuren, die seine Errungenschaften in den Wissenschaften und der Kunst würdigen.

     
   

  raffaelo morghen

Grabmal von Raffaello Morghen, dass vom künstler Odoardo Fantacchiotti 1854 geschaffen wurde. Raffaello Morghen war ein bekannter italienischer Kupferstecher, der 1833 verstarb. Es ist ein marmornes Kenotaph (Ehrenmal) mit einer lebensgroßen Liegefigur des Künstlers und einem Relief der Muttergottes mit dem Kind im oberen Rundbogen.

    
   

  carlo marsuppini

Carlo Marsuppini (1398–1453) war ein bedeutender italienischer Humanist und der Staatskanzler der Republik Florenz. Das Grabmal aus weißem marmor wurde von Desiderio da Settignano zwischen 1453–1455 geschaffen.

    
   

  carlo botta

Grabmal von Carlo Botta (1766–1837), einem bekannten italienischen Historiker und Politiker. Das klassizistische beziehungsweise neoklassizistische Monument enthält Inschriften, Reliefs und ein Medaillon mit dem Porträt von Carlo Botta. Darüber befindet sich eine weitere Gedenktafel mit Büste.

       
   

  vincenzo alberto

Graf Giovanni Vincenzo degli Alberti war ein bedeutender toskanischer Staatsmann und Minister unter Pietro Leopoldo von Österreich. Die weiße Marmorstatue steht erhöht auf einem prunkvollen Sockel mit einer klassischen Inschrift im Inneren der historischen Franziskanerkirche.

      
   

vittorio alferio

Das von Antonio Canova zwischen 1804 und 1810 geschaffene Grabmal für Vittorio Alfieri, einen bedeutenden italienischen Dichter und Dramatiker. Die trauernde weibliche Figur auf dem Sarkophag symbolisiert Italien, das um seinen Dichter weint.

     
   

Denkmäler / Gräber / gedenktafeln
cavalcanti guiseppe signorini madonna mit kind marconi
        
oberst stanislao bechi angelo tavanti francesco lombardi francesco sansoni brixio
        
gino capponi giovanni battista niccolini giovanni lami guiseppe la farina
        
john catterick leonardo bruni lorenzo bartolini luigi lanzi
        
neri corsini ugo foscolo vincenzo maria guigni vittori fossombroni
        
   
francesco assisi dio padre    

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