RIO MARINA


Allgemeines

Rio Marina ist ein Dorf und ehemalige Gemeinde auf der Insel Elba mit ca. 2200 Einwohnern. Sie gehört zur Provinz Livorno in der Toskana. Die Gemeinde wurde am 1. Januar 2018 mit der Gemeinde Rio nell’Elba zur Gemeinde Rio fusioniert. Sitz der neuen Gemeinde ist Rio Marina. Rio Marina (Hauptort) liegt an der Ostküste von Elba. Benachbarte Ortschaften sind Cavo 8 Straßenkilometer im Norden an der Nordspitze der Insel, Ortano 4,5 Straßenkilometer südlich an der Küste und Rio nell’Elba 3,5 Straßenkilometer im westlichen Landesinneren. Das Städtchen bedeckt das Ende des meist trocken liegenden Tals des Baches, der sich von Rio nell’Elba herunterschlängelt. Nördlich der Ortslage ist das Bergmassiv gezeichnet durch die ehemaligen Erzabbaubergwerke, südlich erhebt sich der Monte Fico, der in 268 m Höhe ü. NN geübten Wanderern eine ausgezeichnete Rundumsicht über die Ostseite der Insel und das Meer bis zur Insel Montecristo bietet.

  

 

  

  

       

geschichte

Das Vorkommen und der Abbau von Eisenerz prägten seit jeher und über Jahrhunderte bis in die jüngste Zeit das Geschehen auf Elba und auch in Rio Nell’Elba und Rio Marina. Bereits die Etrusker haben die großen Eisenerzvorkommen der Gegend genutzt. Auf dem Gebiet von Il Piano-San Francesco gibt es ein bedeutendes Sammelgrab aus Felsen aus der Kupferzeit. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem 15. Jahrhundert, Piaggia di Rio (Strand von Rio nell’Elba) genannt. Häufige Pirateneinfälle zwangen die Bewohner jedoch, ihre Häuser nicht an der Küste, sondern in den Bergen zu bauen. Die einzigen am Strand erhaltenen Bauwerke dieser Zeit sind der die Küste bewachende Turm, der als Torre di Spiaggia im Jahre 1420 in einem Kartenwerk erwähnt wurde, das dem italienischen Mönch und Kartografen Cristoforo Buondelmonti zugeschrieben wird. Weiterhin sind aus dieser Zeit das Oratorio di San Rocco und einige Dienstgebäude. Als im 18. Jahrhundert die Pirateneinfälle nachließen, begann das Dorf zu wachsen. Einige Schiffskapitäne und ihre Seeleute aus Ligurien und Korsika siedelten sich in Rio Marina an und bildeten zusammen mit Wachpersonal, Fischern und anderen die erste Gemeinschaft des Dorfes. Zum Ende der Französischen Revolution hatte der Ort 800 Einwohner. Der Erzabbau boomte mit der Erschließung weiterer Abbaugebiete und dem Einsatz neuer Technologien. Nach Beendigung der Bauarbeiten an der Kirche Santa Barbara 1843 wurde diese 1860 zerstört und an der heutigen Stelle am Rand des Dorfes in Richtung Rio nell’Elba wieder errichtet. Dank des Erzabbaus wuchs die Bevölkerung stark an und erreichte ihren Höchststand gegen Ende des 19. Jahrhunderts, als sie zudem eine der besten Seeflotten der Insel hatte und somit starken wirtschaftlichen und politische Einfluss ausüben konnte. Zur Jahrhundertwende erlebte das Land eine Krise, als die gesamte Erzproduktion vom Abbau bis zum Transport von der Insel Elba vereinnahmt wurde. Die Arbeitsbedingungen in den Gruben waren sehr schlecht, obwohl es einige Bewohner zu beachtlichem Reichtum brachten. In den Gruben wurde in 12-Stunden-Schichten gearbeitet, die Armut der Bevölkerung erforderte das Arbeiten auch älterer Menschen sowie von Frauen. In dieser Zeit kamen auch in Rio die neuen sozialistischen Ideen an, so dass im Jahre 1904, nach dem Generalstreik in Italien, der lokale Sitz der Sozialistischen Partei Italiens eingerichtet wurde. 1911 begann eine Auseinandersetzung zwischen den Minenarbeitern und der Verwaltung der Minen, die mit der Niederlage des Proletariats endete und viele Minenarbeiter die Arbeitsstelle kostete. 1920 startete ein Selbstverwaltungsversuch der Minen unter Mithilfe und Unterstützung der Sozialisten, jedoch scheiterte dieses Unterfangen. In jüngerer Zeit ging der Erzabbau stark zurück, so dass im Jahre 1981 die letzte Mine geschlossen werden musste. 1982 wurde die letzte Eisenerzladung nach Piombino zur weiteren Verarbeitung verschifft. Heute kann man mit einer Genehmigung der Gemeinde verschiedene Abbaugebiete besichtigen. Der Ort wurde inzwischen zu einem touristischen Ziel der Insel Elba umstrukturiert.


Hafenturm

Das Zentrum von Rio Marina bietet den mehreckigen Turm Torre degli Appiani, der den kleinen Hafen von Rio überragt, und die Kirche von San Rocco aus dem späten 16. Jahrhundert in Form eines lateinischem Kreuzes, die man von den naheliegenden öffentlichen Gärten einfach erreicht.


Kirche Santa Barbara

Erzgruben (geschlossen)

Rio Marina, wie die nahegelegene Ortschaft Rio Elba, basierte seine Wirtschaft bis vor wenigen Jahren auf den Pyritabbau, ein Mineral, aus dem man Eisen gewann. Jetzt sind die alten Bergwerke geschlossen und in einer Umwandlung in einen Mineralienpark begriffen. Anfang des 20. Jh. basierte die elbanische Wirtschaft wesentlich auf die Gewinnung und die Bearbeitung des Eisens. Rio Albano, Vigneria, Terranera sind bekannte Mineralienlager unter freiem Himmel, die seit der Zeit der Etrusker benutzt wurden. Dort wurden über 150 verschiedene Arten von wertvollen  Mineralien gewonnen: Quarz, Magnetit, Haematit, Pyrit und Ilvait, ein Mineral, das für seine speziellen Kennzeichen den Namen ILVA bekam (der alte Name Elbas). Heute ist von den alten Minen nichts außer einer zerklüfteten Landschaft geblieben. Die erst 1889 gegründete Gemeinde Rio Marina befindet sich im Zentrum des Erzabbaus der Insel Elba, genau hinter den Bergen, aus denen man das Eisen gewann. Die Wohnungen, die für die Bergmänner gebaut worden waren, wurden direkt an diesen Bergen errichtet, einige davon wurden sogar in den schon ausgebeuteten Erzgruben gebaut. Noch heute sind vor allem im mittelalterlichen Teil von Rio Marina hinter dem Hafen die antiken Wohnhäuser von einer rötlichen Schicht bedeckt, und sogar die Strände in der Nähe leuchten von diesem Eisenstaub.

  

 

  

  

 

 

Ortano-Bucht

An dieser Bucht vor Rio Marina befinden sich Privathäuser, eine Appartmentanlage, Campingplätze und auch ein größeres Hotel. Der Strand ist teilweise mit Kies bedeckt und wird rechts und links von Felsen eingeengt.

  

 

  

 

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Bergbaumuseum

Einen Besuch ist auch das mineralogische Museum der Insel Elba" Collezione Gennai Tonietti" im Palazzo Comunale der Gemeinde Rio Marina wert, das mehr als 700 Exemplare von seltener Schönheit beherbergt.

  

 

  

  

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