piazza del duomo

  Allgemeines

Die Piazza dei Miracoli (italienisch für „Platz der Wunder“), offiziell Piazza del Duomo, ist der Domplatz der toskanischen Stadt Pisa. Das Areal liegt im Nordwesten der Altstadt nahe an der mittelalterlichen Stadtmauer und bildet einen abgeschlossenen Sakralbezirk, dessen Bedeutung weit über Pisa hinausreicht. Auf dem Platz stehen die vier Hauptwerke der pisanischen Baukunst: der Dom Santa Maria Assunta mit seinem freistehenden Campanile, dem Schiefen Turm von Pisa, das Baptisterium San Giovanni sowie der Friedhof Camposanto Monumentale. Seit 1987 gehört dieses Ensemble zum UNESCO-Welterbe. Der Begriff „Piazza dei Miracoli“ geht nicht auf die mittelalterliche Tradition zurück, sondern auf den Dichter Gabriele D’Annunzio, der den Platz in seinem Roman Forse che sì, forse che no als „prato dei miracoli“ – „Wiese der Wunder“ – bezeichnete.

    
       

  torre

Der Schiefe Turm von Pisa (italienisch Torre pendente di Pisa) ist das wohl bekannteste geneigte Gebäude der Welt und Wahrzeichen der Stadt Pisa in Italien. Der Turm war als freistehender Glockenturm (Campanile) für den Dom in Pisa geplant. 12 Jahre nach der Grundsteinlegung am 9. August 1173, im Jahr 1185, als der Bau bei der dritten Etage angelangt war, begann sich der Turmstumpf in Richtung Südosten zu neigen. Daraufhin ruhte der Bau rund 100 Jahre. Die nächsten vier Stockwerke wurden dann mit einem geringeren Neigungswinkel auf den bereits bestehenden Stockwerken gebaut, um die Schieflage auszugleichen. Danach musste der Bau nochmals unterbrochen werden, bis dann 1372 auch das Glockengeschoss vollendet war. Der Grund für seine Schieflage liegt in dem Untergrund aus lehmigem Morast und Sand, der sich unter dem Gewicht verformt. Neuesten Ausgrabungen zufolge steht der Turm am Rande einer ehemaligen Insel direkt neben einem antiken, zur Bauzeit bereits versandeten Hafenbecken. Die Schieflage des Turms beträgt nach dem Ende der Sanierungsarbeiten rund vier Grad, entsprechend einer Auslenkung an der Spitze von 3,9 m (bei rund 55,8 m Höhe). Im Inneren des Turmes hängt ein Lot, das oben in der Mitte befestigt ist und durch die Schieflage unten beinahe die Seitenwand berührt. Der Legende nach hat der aus Pisa stammende Galileo Galilei bei Fallversuchen vom Turm die Fallgesetze entdeckt. Im Jahre 1987 wurde das Ensemble auf der Piazza del Duomo aus dem Turm, dem Dom, dem Baptisterium und dem Camposanto von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

    

  dom

Der Dom zu Pisa (italienisch Duomo di Pisa, offiziell Cattedrale di Santa Maria Assunta) ist eine Kirche in Pisa, zu der der weltweit berühmte Schiefe Turm von Pisa gehört. Sie ist die Kathedrale des Erzbistums Pisa. Der Dom steht auf dem weitläufigen Rasenplatz der Piazza del Duomo, auf dem sich auch die drei dazugehörenden Bauwerke Baptisterium, Camposanto Monumentale und der Campanile („Der Schiefe Turm von Pisa“) befinden. Dieser Platz wurde vom Dichter Gabriele d’Annunzio als Piazza dei Miracoli (Platz der Wunder) bezeichnet und wird noch heute so genannt. Trotz einer Bauzeit von über 200 Jahren wurde durch den gleichbleibenden Baustoff Carrara-Marmor und die einheitliche Fassadengestaltung ein zusammenhängendes Bild geschaffen. Der Dom wurde zum Vorbild für spätere Dombauten wie z. B. in Florenz und Siena und galt jahrhundertelang als monumentalster Bau der christlichen Geschichte. Papst Gelasius II. weihte 1118 den damals noch unvollendeten Dom. Er trägt das Patrozinium der Himmelfahrt Mariens.

     
          
          
          
          
   

baptisterium

Das Baptisterium in Pisa (ital. Battistero di Pisa) ist die Taufkirche des Doms in Pisa. Der frei auf der Piazza dei Miracoli stehende Bau wurde 1152 von Diotisalvi als Ergänzung zum Dom im romanischen Stil auf kreisförmigem Grundriss nach dem Vorbild der Anastasis-Rotunde des Heiligen Grabes in Jerusalem begonnen. Es ist die mit insgesamt 54 Meter Höhe und einem Umfang von 107 Meter größte Taufkirche in der christlichen Geschichte. Nach einem finanziell bedingten Baustopp am Ende des 12. Jahrhunderts wurde die Außenverkleidung erst 1270 von Niccolò Pisano und nach dessen Tod 1278 von seinem Sohn Giovanni Pisano fortgeführt. Während die Fassade der ersten Etage noch mit rundbogigen Blendarkaden im Stil des Doms ausgeführt wurde, gestaltete man die zweite Etage zwar auch mit einer Galerie, wie sie vielstöckig die Domfassade prägt, setzte dieser jedoch gotische Fialen und Ziergiebel, sogenannte Wimperge, aus Maßwerk auf und stattete diese mit einem bis dahin auf Außenwänden seltenen und erstmals so reichen Figurenprogramm aus. Je drei Bögen entsprechen dem Abstand zwischen zwei Säulen der Blendarkade. Wie am Dom liegt dem Kapitellkelch jeweils ein aus der Wand ragender Gebälkblock auf, auf dem wiederum ein kleiner Kämpfer den Brustteil für die kleinen Frauen- und Männerköpfe bildet, die zwischen den Bogenanfängern liegen, 60 an der Zahl und 45–50 cm groß. Die 60 Schlusssteine der Bögen sind mit etwas kleineren Männer- und Tiermasken verziert. Über jeweils zwei Säulen der Galerie stehen die Wimperge, die mit Krabbenkämmen dekoriert und von insgesamt 30 eineinhalb Meter hohen Skulpturen bekrönt werden, 27 ganzfigurigen Heiligen und über dem Hauptportal drei Halbfiguren von Christus, Maria und Johannes dem Täufer. Die Giebel fassen Dreipassbögen auf stilisierten ionischen Säulchen ein, die als Rahmen für die immensen, 160–180 cm großen, Halbfiguren dienen. Die Skulpturen stellen Heilige mit ihren Attributen dar und stehen, wie auch die viergliedrigen Fialen, auf dekorativen Konsolen. Der Stil der Halbfiguren ist heterogen. Zum Teil weisen sie starke klassische Züge auf, andere wirken französisch (speziell Reims). Man ist sich weitestgehend einig, dass die meisten Köpfe von Nicolà Pisano stammen, wenn auch nur teilweise von ihm ausgeführt, so doch zumindest im Entwurf. Auch John Pope-Hennessy sieht Nicolà als Autor mindestens der zentralen großen Halbfiguren der Jungfrau mit Kind, des Johannes und der sich ihm anschließenden vier Evangelisten. Allgemein jedoch werden die Halbfiguren in den Giebeln seinem Sohn Giovanni und dessen Werkstatt zugeschrieben und auf die Zeit datiert, nachdem dieser die Arbeit an der Fontana Maggiore in Perugia beendet hatte, also nach 1278. Der Bau hat innen einen zweigeschossigen Stützenkranz aus 12 Pfeilern und Säulen, der einen kreuzgratgewölbten Umgang vom Mittelbereich unter der Innenkuppel trennt. Diese Innenkuppel besteht aus einem Kegelstumpf, der zunächst oben offen blieb. Die äußere Segmentkuppel, die die Innenkuppel teils überdeckt, wurde erst 1358 von Cellino di Nese und von Zibellinus, einem Baumeister aus Bologna, errichtet. Dabei fügte man dem Bau ein drittes Außengeschoss hinzu. 1394 schloss man die offene Mitte der alten Kegelkuppel mit einem kleinen Gewölbe, was den Bau auf seine heutige Gesamthöhe brachte. Auf der Spitze der Kirche steht eine drei Meter hohe Bronzestatue von Johannes dem Täufer, die am Anfang des 15. Jahrhunderts dort befestigt wurde. Das Hauptportal ist von zwei mit Reliefs verzierten Säulen eingerahmt. Zwei Architrave liegen über dem Portal, das obere, leicht geneigte zeigt Jesus flankiert von Maria und Evangelisten alternierend mit Engeln. Der untere gibt Szenen aus der Lebensgeschichte von Johannes dem Täufer wieder. Im Giebelfeld steht eine Kopie der Maria mit Kind von Giovanni Pisano (um 1295). In der Mitte des Kirchenraums steht ein achteckiges Taufbecken, das von Guido Bigarelli da Como 1246 vollendet wurde. 1929 wurde eine moderne Bronzestatue des Täufer-Johannes von Italo Griselli in seiner Mitte installiert.

     
 

Fotos, Texte, Grafiken: JHreisen - Wikipedia / Daten und Links ohne Gewähr (09.2026)