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Das Baptisterium in Pisa (ital. Battistero di Pisa) ist die Taufkirche des Doms
in Pisa. Der frei auf der Piazza dei Miracoli stehende Bau wurde 1152 von
Diotisalvi als Ergänzung zum Dom im romanischen Stil auf kreisförmigem Grundriss
nach dem Vorbild der Anastasis-Rotunde des Heiligen Grabes in Jerusalem
begonnen. Es ist die mit insgesamt 54 Meter Höhe und einem Umfang von 107 Meter
größte Taufkirche in der christlichen Geschichte. Nach einem finanziell
bedingten Baustopp am Ende des 12. Jahrhunderts wurde die Außenverkleidung erst
1270 von Niccolò Pisano und nach dessen Tod 1278 von seinem Sohn Giovanni Pisano
fortgeführt. Während die Fassade der ersten Etage noch mit rundbogigen
Blendarkaden im Stil des Doms ausgeführt wurde, gestaltete man die zweite Etage
zwar auch mit einer Galerie, wie sie vielstöckig die Domfassade prägt, setzte
dieser jedoch gotische Fialen und Ziergiebel, sogenannte Wimperge, aus Maßwerk
auf und stattete diese mit einem bis dahin auf Außenwänden seltenen und erstmals
so reichen Figurenprogramm aus. Je drei Bögen entsprechen dem Abstand zwischen
zwei Säulen der Blendarkade. Wie am Dom liegt dem Kapitellkelch jeweils ein aus
der Wand ragender Gebälkblock auf, auf dem wiederum ein kleiner Kämpfer den
Brustteil für die kleinen Frauen- und Männerköpfe bildet, die zwischen den
Bogenanfängern liegen, 60 an der Zahl und 45–50 cm groß. Die 60 Schlusssteine
der Bögen sind mit etwas kleineren Männer- und Tiermasken verziert. Über jeweils
zwei Säulen der Galerie stehen die Wimperge, die mit Krabbenkämmen dekoriert und
von insgesamt 30 eineinhalb Meter hohen Skulpturen bekrönt werden, 27
ganzfigurigen Heiligen und über dem Hauptportal drei Halbfiguren von Christus,
Maria und Johannes dem Täufer. Die Giebel fassen Dreipassbögen auf stilisierten
ionischen Säulchen ein, die als Rahmen für die immensen, 160–180 cm großen,
Halbfiguren dienen. Die Skulpturen stellen Heilige mit ihren Attributen dar und
stehen, wie auch die viergliedrigen Fialen, auf dekorativen Konsolen. Der Stil
der Halbfiguren ist heterogen. Zum Teil weisen sie starke klassische Züge auf,
andere wirken französisch (speziell Reims). Man ist sich weitestgehend einig,
dass die meisten Köpfe von Nicolà Pisano stammen, wenn auch nur teilweise von
ihm ausgeführt, so doch zumindest im Entwurf. Auch John Pope-Hennessy sieht
Nicolà als Autor mindestens der zentralen großen Halbfiguren der Jungfrau mit
Kind, des Johannes und der sich ihm anschließenden vier Evangelisten. Allgemein
jedoch werden die Halbfiguren in den Giebeln seinem Sohn Giovanni und dessen
Werkstatt zugeschrieben und auf die Zeit datiert, nachdem dieser die Arbeit an
der Fontana Maggiore in Perugia beendet hatte, also nach 1278. Der Bau hat innen
einen zweigeschossigen Stützenkranz aus 12 Pfeilern und Säulen, der einen
kreuzgratgewölbten Umgang vom Mittelbereich unter der Innenkuppel trennt. Diese
Innenkuppel besteht aus einem Kegelstumpf, der zunächst oben offen blieb. Die
äußere Segmentkuppel, die die Innenkuppel teils überdeckt, wurde erst 1358 von
Cellino di Nese und von Zibellinus, einem Baumeister aus Bologna, errichtet.
Dabei fügte man dem Bau ein drittes Außengeschoss hinzu. 1394 schloss man die
offene Mitte der alten Kegelkuppel mit einem kleinen Gewölbe, was den Bau auf
seine heutige Gesamthöhe brachte. Auf der Spitze der Kirche steht eine drei
Meter hohe Bronzestatue von Johannes dem Täufer, die am Anfang des 15.
Jahrhunderts dort befestigt wurde. Das Hauptportal ist von zwei mit Reliefs
verzierten Säulen eingerahmt. Zwei Architrave liegen über dem Portal, das obere,
leicht geneigte zeigt Jesus flankiert von Maria und Evangelisten alternierend
mit Engeln. Der untere gibt Szenen aus der Lebensgeschichte von Johannes dem
Täufer wieder. Im Giebelfeld steht eine Kopie der Maria mit Kind von Giovanni
Pisano (um 1295). In der Mitte des Kirchenraums steht ein achteckiges
Taufbecken, das von Guido Bigarelli da Como 1246 vollendet wurde. 1929 wurde
eine moderne Bronzestatue des Täufer-Johannes von Italo Griselli in seiner Mitte
installiert.
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